Wissenschaftskooperationen als Motoren für Entwicklung
Von Heidemarie Wieczorek-Zeul
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Heidemarie Wieczorek-Zeul. Klicken Sie hier für ein größeres Bild.
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Dass wissenschaftliche Entwicklung keine Einbahnstraße sein muss, beweist das Georg Forster-Forschungsstipendienprogramm. Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zieht Bilanz.
Seit rund zehn Jahren vergibt die Alexander von Humboldt- Stiftung Georg Forster-Forschungsstipendien an exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Bilanz dieses Jubiläums ist ein Grund zum Feiern. 396 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 64 Ländern wurden seither gefördert und gehören nun zum weltweiten Netzwerk der Stiftung. Die meisten von ihnen, etwa 95 Prozent, sind nach ihrem Forschungsaufenthalt in Deutschland in ihre Heimat zurückgekehrt und wirken dort heute als Motoren für eine nachhaltige Entwicklung. Sie halten zugleich enge Kontakte zu ihren wissenschaftlichen Partnern in Deutschland. So wird wissenschaftliche Entwicklung zur "Zweibahnstraße", von der beide Seiten profitieren. Wie alle von der Humboldt-Stiftung geförderten Wissenschaftler sind auch Georg Forster-Stipendiaten gefragte Fachleute, die in ihrer Disziplin zur Spitze gehören und von deren Wissen und Methoden nicht nur die Herkunft sländer profitieren, sondern auch Deutschland.
Die Wissenschaftszusammenarbeit und die tertiäre Bildung bilden eine wichtige Säule in unserer Entwicklungszusammenarbeit. Eine gut ausgebildete Bevölkerung und die Fähigkeit einer Gesellschaft , neues Wissen aufzunehmen, umzusetzen und weiterzuentwickeln, sind für den Entwicklungsprozess entscheidend. Wissenschaft und tertiäre Bildung stellen die Grundlage für eine wirtschaftliche Dynamik dar, ohne die soziale Verbesserungen und Armutsminderung nicht dauerhaft möglich sind. Innerhalb der Wissenschaftszusammenarbeit ist das Georg Forster-Stipendienprogramm ein wichtiges Instrument. So freut es mich sehr, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für dieses Stipendienprogramm seit 1998 etwa 18 Millionen Euro zur Verfügung stellen konnte.
Wissen als zentrale Ressource
Afrikanische Georg Forster-Stipendiaten bei der Jahrestagung der Humboldt-Stiftung in Berlin (Foto: Humboldt-Stiftung). Klicken Sie hier für ein größeres Bild.
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Der entwicklungsrelevante Schwerpunkt der Forschungsprojekte zielt auf konkrete Fortschritte in vielen Feldern: gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich und technologisch. Doch der Wert dieser Wissenschaftskooperationen liegt nicht nur in den konkreten Projekten etwa von Biologen, Juristen, Agrarwissenschaftlern, Medizinern, Linguisten oder Ingenieurwissenschaftlern. Wissen wird weltweit zur zentralen Ressource, und die Chancen und Erfordernisse sind überall die gleichen. Es geht um Innovationen, um angewandte Forschung und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft , um die Schaffung von Hightech-Regionen sowie um Vernetzung und Kooperation im regionalen wie im globalen Maßstab. Exzellente Wissenschaftler und erstklassige Universitäten, die stark sind in der Forschung wie in der Lehre, sind das unverzichtbare Kapital im weltweiten Wettbewerb der Wissenschaftsgesellschaften, an dem Entwicklungsländer genauso teilnehmen und teilnehmen müssen, wie Deutschland dies tut. Das Georg Forster-Programm trägt dem Rechnung und stärkt Entwicklungsländer bei der Schaffung und beim Ausbau von Hochschul- und Wissenschaftssystemen, die zu Kristallisationszentren weiterer Entwicklung werden, etwa, indem sie Unternehmen anziehen und hoch qualifiziertes Personal ausbilden oder indem sie zu gefragten Partnern für internationale Kooperationen werden, die weitere Wissens- und Entwicklungsgewinne bringen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt die Alexander von Humboldt-Stiftung und ihr Programm deshalb gerne und aus voller Überzeugung: Jedes Forschungsstipendium ist eine wichtige und sich vielfach lohnende Investition in eine nachhaltige Zukunft , zu der hoffentlich auch in den kommenden Jahren viele weitere Georg Forster-Stipendiatinnen und -Stipendiaten beitragen werden.
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