Industry-Academia Partnerships and Pathways (IAPP) 

Ziel der Maßnahme

"Industry-Academia Partnerships and Pathways" unterstützen den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen aus dem öffentlichen Sektor (Hochschulen, Forschungseinrichtungen) und Einrichtungen aus dem privaten/industriellen/kommerziellen Sektor (Unternehmen einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen). Als Beitrag zum verbesserten Verständnis der unterschiedlichen Anforderungen und Aktivitäten in Forschung und Entwicklung der beiden Bereiche strebt die Maßnahme eine verstärkte Interaktion zwischen Forschungspersonal aus beiden Sektoren an.

Teilnehmende Einrichtungen

Ein Projekt muss aus mindestens einer Einrichtung aus dem öffentlichen Sektor und mindestens einem Unternehmen bestehen, die in zwei unterschiedlichen Mitglied- oder Assoziierten Staaten ansässig sein müssen. Über dieses Minimum hinaus können weitere Einrichtungen aus beliebigen Sektoren und Ländern (einschließlich Drittstaaten) einbezogen werden. 

Teilnehmende Forscherinnen und Forscher

Auf der Basis eines gemeinsamen Forschungs- und Austauschprogramms werden folgende Aktivitäten für die Mobilität von Forscherinnen und Forschern unterstützt: 

Austausch von Forschungspersonal zwischen den Partnern 

Der in der Regel beiderseitige Austausch muss immer zwischen den beiden Sektoren erfolgen und mehrheitlich auch zwischen Partnern aus unterschiedlichen Ländern. Ein begrenzter Austausch zwischen zwei Partnern im selben Mitglied- oder Assoziierten Staat ist möglich bis zu einem Maximum von 30% der im Projekt zur Verfügung stehen Forschermonate, wobei auch dieser Austausch immer intersektoral sein muss. 

In den Austausch einbezogen werden können sowohl "early-stage researchers" wie "experienced researchers" als auch Forschungspersonal aus dem technischen oder Managementbereich. Forschende und Forschungspersonal müssen vor dem Austausch bereits mindestens ein Jahr durchgehend an ihrer jeweiligen Einrichtung tätig gewesen sein. Der Austausch kann für Zeiträume von zwei Monaten bis zwei Jahren erfolgen, wobei die Einrichtung eine mindestens einjährige Rückkehrphase ihres Personals sicherstellen muss. 

Einstellung neuer Forscherinnen und Forscher zur Unterstützung der gemeinsamen Aktivitäten 

Zusätzlich zum Austausch von Personal, der im Mittelpunkt der Aktivitäten steht, können Forschende für die Mitarbeit in dem Projekt neu eingestellt werden. Diese Forschende müssen "experienced researchers" sein, die aus jedem Mitglied-, Assoziierten- oder Drittstaat stammen können. Eine Einstellung kann für Zeiträume von einem bis zwei Jahren erfolgen. 

Mobilitätsregeln

Es gilt die grundsätzliche Mobilitätsregel der Marie Curie-Maßnahmen: Aufenthalte an Einrichtungen in einem Land, in dem die Forscherin/der Forscher bereits mehr als zwölf Monate in den letzten drei Jahre ansässig oder tätig war, sind nicht möglich. Eine Ausnahme bildet hier der begrenzte intersektorale Austausch zwischen Einrichtungen in einem Land bis zu einem Maximum von 30% der im Projekt zur Verfügung stehenden Forschermonate.

Laufzeit der Förderung

Die Förderung erstreckt sich auf einen Zeitraum von drei bis vier Jahren, in dem Forschende und Forschungspersonal aus dem technischen oder Managementbereich für 2-24 Monate zum Partner entsendet und erfahrene Forscherinnen und Forscher von außerhalb für ein bis zwei Jahre eingestellt werden können.

Finanzieller Rahmen

Die entsendeten und neu eingestellten Forschenden erhalten ein monatliches Grundgehalt oder Stipendium sowie eine Mobilitätspauschale. Die Einrichtungen erhalten finanzielle Zuwendung zur Deckung der Projektkosten sowie von Verwaltungs- und indirekten Kosten.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können zudem Unterstützung für die Beschaffung von projektnotwendiger Ausstattung erhalten (bis max. 10% der EU-Förderung, die das betreffende KMU erhält). 

Die genauen Beträge und Prozentsätze sind in Anhang 3 des Arbeitsprogramms Menschen aufgelistet.

Bewerbungen

Vorschläge für "Industry-Academia Partnerships and Pathways" werden durch Paare oder Gruppen von Einrichtungen eingereicht, wobei eine Einrichtung als Koordinator fungiert. 

Sofern in einem IAPP erfahrene Forscherinnen und Forscher von außerhalb eingestellt werden sollen, erfolgt die Ausschreibung der offenen Stellen - wie bei allen Marie Curie-Maßnahmen - über EURAXESS Jobs. Bei Interesse können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler direkt bei der ausschreibenden Einrichtung bewerben.

Bewerbungsaufruf

Der Bewerbungsaufruf für "Industry-Academia Partnerships and Pathways" wurde am 19. Oktober 2011 veröffentlicht. Bewerbungsschluss war der 19. April 2012.

Den Bewerbungsaufruf 2012 finden Sie in der rechten Spalte. Auf der Seite des Bewerbungsaufrufs werden zu gegebener Zeit auch die Ergebnisse veröffentlicht.

Erfolgsquoten früherer Bewerbungsaufrufe

Im Jahr 2011 (Budget 80 Mio. €) wurden 160  zulässige Anträge eingereicht, von denen voraussichlich 51 gefördert werden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 32%.

Im Jahr 2009 (Budget 65 Mio. €) wurden 356  zulässige Anträge eingereicht, von denen voraussichlich 64 gefördert werden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 18%.

Im Jahr 2008 (Budget 45 Mio. €) wurden 141 zulässige Anträge eingereicht, von denen 49 gefördert wurden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 35%.

Im Jahr 2007 (Budget 38,4 Mio. €) wurden 102 zulässige Anträge eingereicht, von denen 39 gefördert wurden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 38%.

Die Erfolgsquoten können von einem Bewerbungsaufruf zum nächsten teilweise erheblich abweichen. Daher sind die genannten Zahlen nur unter Vorbehalt zu bewerten.