Alexander von Humboldt-Professur – Die Preisträger 2009

Marc Levine

Mathematik
Marc Levine ist weltweit führender Experte auf dem Gebiet der Algebraischen Geometrie. Seine hervorragenden und innovativen Beiträge in seinem Fach, zuletzt seine Theorie über algebraischen Kobordismus, erfuhren eine hohe Resonanz und wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter dem Wolfgang Paul-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung im Jahr 2001. Levine soll einer der Direktoren des geplanten Instituts für Algebra an der Universität Duisburg-Essen werden und an frühere Aufenthalte in Essen anknüpfen. Mit Levine soll dort künftig eine Breite mathematischer Methoden abgedeckt werden, die in Deutschland einzigartig und weltweit nur an wenigen Orten zu finden wäre.

Nominierende Universität:  Universität Duisburg-Essen
  • Marc Levine
    Foto: Humboldt-Stiftung/
    Katrin Binner

    Prof. Dr. Marc Levine,
    geb. 1952 in den USA, derzeit Northeastern University, Boston, USA.
    Studium und Promotion in den USA, von 1979 bis 1984 Assistant Professor in Philadelphia und von 1986 bis 1988 Associate Professor in Boston. Dort seither als Full Professor, zahlreiche Gastprofessuren vor allem in den USA sowie in Deutschland. In Bonn und in Essen 2002 als Wolfgang Paul-Preisträger sowie 2006 als Humboldt-Forschungspreisträger.

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Jürgen Margraf

Psychologie
Jürgen Margraf gilt als führender Experte auf dem Feld der klinischen Psychologie und der Psychotherapie. Einer seiner Schwerpunkte ist die Therapie von Angststörungen. Er ist ein Verfechter von kurzen und auf ihre Wirksamkeit hin evaluierten Behandlungsformen und beriet in diesem Sinne als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates für Psychotherapie die deutsche Bundesregierung. Seine jüngsten Arbeiten zielen darauf, Bedingungen für eine gute psychische Gesundheit zu identifizieren, um so Erkrankungen vorbeugen zu können. An der Universität Bochum soll Margraf den in den letzten Jahren entwickelten Forschungsschwerpunkt Klinische Psychologie stärken und das geplante neue Forschungs- und Behandlungszentrum für Psychische Gesundheit leiten.

Nominierende Universität:  Ruhr-Universität Bochum
  • Jürgen Margraf
    Foto: Humboldt-Stiftung/
    Katrin Binner 

    Prof. Dr. Jürgen Margraf,
    geb. 1956 in Deutschland, derzeit Universität Basel, Schweiz.
    Promotion an den Universitäten Tübingen und Stanford, Kalifornien, USA. Habilitation an der Universität Marburg. In Kalifornien gleichzeitig wissenschaftliche und klinische Tätigkeit. 1990 Lehrstuhlvertretung in Münster, 1992 Professor an der Freien Universität Berlin, 1993 Professur an der Technischen Universität Dresden. Seit 1999 Ordinarius für Klinische Psychologie und Psychotherapie und Leiter des Institutes für Psychologie an der Universität Basel sowie Leiter der Abteilung Klinische Psychologie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel. Zahlreiche Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gremien.

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Gerard J. van den Berg

Wirtschaftswissenschaften
Gerard van den Berg ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ökonometrie, einer Disziplin, die wirtschaftliche Zusammenhänge mit Hilfe statistischer Methoden analysiert und erklärt. Zu seinen Spezialgebieten gehören die Arbeitsmarkt- und die Gesundheitsökonomie. Seine hervorragende Reputation beruht nicht nur auf innovativer Forschung, van den Berg gilt auch als einer der weltweit Besten seiner Disziplin, wenn es darum geht, wissenschaftliche Theorie und wirtschaftliche Praxis zu verbinden. Er ist Mitglied verschiedener Forschungsinstitute in ganz Europa und gehört zu den produktivsten Ökonometrikern weltweit. An der Universität Mannheim soll er ein neues Center of Economics and Empirical Economics mit aufbauen und der Universität helfen, von einer deutschen Topeinrichtung auf diesem Gebiet zur internationalen Spitze aufzusteigen.

Nominierende Universität:  Universität Mannheim
  • Gerard J. van den Berg
    Foto: Humboldt-Stiftung/
    Katrin Binner

    Prof. Dr. Gerard J. van den Berg,
    geb. 1962 in den Niederlanden, derzeit Freie Universität Amsterdam, Niederlande.
    1988 Promotion in Tilburg, Niederlande, 1989-1993 Assistant Professor in Groningen, bis 1996 Associate Professor, dann bis 2006 Full Professor in Amsterdam, Gastprofessuren in Uppsala und Stockholm, Schweden, sowie in Princeton, USA, seit 2007 in Amsterdam einer von drei besonders ausgezeichneten "Top-Professoren", zahlreiche Auszeichnungen und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gremien.

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Philip van der Eijk

Klassische Philologie
Philip van der Eijk genießt höchste internationale Reputation als Experte für antike Philosophie und Wissenschaftsgeschichte sowie für die Geschichte der antiken Medizin. Im Mittelpunkt steht hierbei der Dialog zwischen Philosophie und Medizin. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf den Vorstellungen über das Zusammenspiel von Körper und Seele von der Antike bis ins Mittelalter. Der vielfach ausgezeichnete Altphilologe gilt nicht nur als brillanter Forscher, sondern auch als hervorragender Wissenschaftsmanager. Der Kandidat soll der antiken Medizingeschichte und den klassischen Altertumswissenschaften in Deutschland einen wichtigen Impuls und Internationalisierungsschub geben. Die Humboldt-Universität Berlin hat ein Zentrum für Wissenschaftsgeschichte ins Leben gerufen, in dem van der Eijk zusammen mit Kollegen aus anderen Gebieten interdisziplinär arbeiten soll. Er soll außerdem an zahlreichen Projekten mitarbeiten, darunter dem Exzellenzcluster TOPOI, und der HU Berlin helfen, in seinem Fachgebiet zur Weltspitze aufschließen.

Nominierende Universität: Humboldt-Universität zu Berlin
  • Philip van der Eijk
    Foto: Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer  

    Prof. Dr. Philip van der Eijk,
    geb. 1962 in den Niederlanden, derzeit Universität Newcastle, Großbritannien.
    1987-1994 an der Universität Leiden, Niederlande, seit Ende 1994 am Department of Classics der University Newcastle, erst Welcome Trust University Award Holder, dann Personal Professor of Greek und seit Ende 2005 Research Professor of Greek, zahlreiche Auszeichnungen sowie Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gremien.

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Matthias Wessling

Chemische Verfahrenstechnik
Matthias Wessling wird als einer der produktivsten und einflussreichsten Experten für Membrantechnologie und Polymerforschung angesehen. Er genießt einen hervorragenden Ruf als Grundlagenforscher, der es versteht, Theorie und Anwendung zu verbinden. Hierbei helfen Wessling seine Erfahrungen und Kontakte aus seiner über dreijährigen Tätigkeit in der industriellen Forschung. Seine Arbeit ist grundlegend für Zukunftstechniken im Bereich Energie und Umwelt, etwa Membranen für Brennstoffzellen und Hochleistungsbatterien oder für die Wasseraufbereitung und -entsalzung. An der RWTH Aachen sollen mit seiner Hilfe die Ingenieurwissenschaften eng mit den Naturwissenschaften und der Medizin verzahnt werden. Der Standort soll in die internationale Spitze der Membranforschung aufsteigen.

Nominierende Universität: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
  • Matthias Wessling
    Foto: Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer 

    Prof. Dr. Matthias Wessling,
    geb. 1963 in Deutschland, derzeit Universität Twente, Niederlande.
    Studium in Deutschland und den USA, Promotion im Fach Chemische Verfahrenstechnik an der Universität Twente, Enschede, Niederlande. 1993 bis 1994 Senior Research Scientist beim kalifornischen Unternehmen Membrane Technology and Research Inc. Danach bis 1997 Assistant Professor an der Universität Twente, Niederlande. Anschließend zwei Jahre tätig in der Forschung der Firma Akzo Nobel in Arnheim, Niederlande. Seit 1999 Professor und Leiter der Membrane Technology Group an der Universität Twente. Zahlreiche Auszeichnungen und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gremien.

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Joachim Herz

Neurobiologie
Jochim Herz ist einer der international bekanntesten und höchst angesehenen Neurobiologen und Spezialisten für die Erforschung der Alzheimer-Krankheit. Seine Entdeckung eines speziellen Proteins, das LRP (low-density lipoprotein receptor-related protein), schuf die Grundlage für ein neues Verständnis der Funktionsweisen des menschlichen Gehirns. Seine Arbeiten erlauben es, die molekularen Mechanismen besser zu verstehen, die der natürlichen Alterung des Gehirns, aber auch degenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit zugrunde liegen. In Hamburg soll Joachim Herz Department Direktor am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf werden und seine Forschung auf dem Gebiet der molekularen Rezeptoren im Hirn fortsetzen. Hiermit soll er dazu beitragen, die Spitzenstellung des ZMNH in der internationalen Alzheimerforschung auszubauen.

Nominierende Universität:  Universität Hamburg
  • Joachim Herz
     

    Prof. Dr. Joachim Herz,
    geb. 1958 in Deutschland, derzeit University of Texas, Dallas, USA.
    Promotion in Heidelberg, dort vier Jahre tätig als Postdoktorand. Von 1989 an wissenschaftliche Karriere an der University of Texas, Dallas, USA. Seit 1998 dort Professor of Molecular Genetics. Seit 2006 zudem Honorarprofessor an der Universität Freiburg. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, darunter der Wolfgang Paul-Preis der Humboldt-Stiftung im Jahr 2001.

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