Anneliese Maier-Forschungspreis 2014 - Die Preisträger

Mary Esther Beckman

Erwerb und Wandel von Sprache

Die Sprachwissenschaftlerin Mary E. Beckman aus den USA ist anerkannt als weltweit führende Vertreterin ihres Fachs und als Pionierin der Laborphonologie. In ihren Arbeiten erforscht sie unter anderem den systematischen Zusammenhang zwischen individuellem Erstspracherwerb und langfristigem Sprachwandel. Ihre Erkenntnisse zum Spracherwerb bei Kindern helfen auch die Verarbeitungsprozesse bei Erwachsenen besser zu verstehen. Mary E. Beckman erforscht vergleichend Sprachen wie Koreanisch, Japanisch, Griechisch und Englisch und kommt hierbei auch übergreifenden Phänomenen auf die Spur. In München soll sie an verschiedenen nationalen, aber vor allem auch an internationalen Kooperationen mitwirken beziehungsweise diese zu initiieren helfen.

Gastinstitut: Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung
Gastgeber: Prof. Dr. Jonathan Harrington

  • Foto: The Ohio State
    University, Department
    of Linguistics
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    Prof. Dr. Mary E. Beckman,
    geb. 1953, lehrt seit 1985 an der Ohio State University, USA, und ist dort seit 1993 Professorin für Linguistik. Nach ihrer Promotion 1984 an der Cornell University, Ithaca, New York, war sie bei den AT&T Bell Laboratories in New Jersey in der Abteilung für Forschung auf den Gebieten der Linguistik und Künstlichen Intelligenz tätig. Sie war eine der Initiatoren der Association for Laboratory Phonology und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2011 den Ohio State University Harlan Hatcher Arts and Sciences Distinguished Faculty Award und 2003 die Humanities Distinguished Professorship.

Geert E. C. Bouckaert

Wie erfolgreiche Verwaltungen arbeiten

Geert Bouckaert aus Belgien gehört zu den bedeutendsten und international sichtbarsten Public-Management-Forschern weltweit. Er ist ein Experte für den internationalen Vergleich von Verwaltungsreformen und für die Messbarkeit von Verwaltungshandeln und hat bereits mehrere europäische Regierungen beraten. In Potsdam soll er dem Profilschwerpunkt "Public Policy and Management" neue Impulse geben und helfen, Potsdam als eine der in Deutschland führenden Universitäten im Bereich der Verwaltungswissenschaften zu stärken.

Gastinstitut: Universität Potsdam, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Verwaltung und Organisation
Gastgeber: Prof Dr. Werner Jann

  • Foto: KU Leuven Public
    Management Institute
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    Prof. Dr. Geert Bouckaert,
    geb. 1958, ist seit 1994 Professor an der Katholieke Universiteit Leuven in Belgien, wo er 1990 promoviert hat. Er hatte bereits zahlreiche wissenschaftliche Ämter inne und war unter anderem Direktor des Instituts für Public Management an der Katholieke Universiteit Leuven und Präsident der European Group for Public Administration (EGPA). Zurzeit ist er Präsident des International Institute of Administrative Sciences (IlAS). Er erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, darunter 2013 den ASPA International Public Administration Award der American Society for Public Administration. Er ist Mitglied von Editorial Boards der renommiertesten Journals seines Fachgebietes, beispielsweise als Co-Associate International Editor der Public Administration Review.

Maribel Fierro

Politik und Religion in historischen islamischen Gesellschaften

Die renommierte spanische Islamhistorikerin Maribel Fierro ist eine führende Expertin für die vormoderne Geschichte des islamischen Westens. Mit ihrer Forschung beleuchtete sie insbesondere das Wechselverhältnis zwischen Politik, Religion und Wissenschaft in al-Andalus, dem vom 8. bis 15. Jahrhundert muslimisch beherrschten Teil des heutigen Spaniens. Ihre Forschung zeigt unter anderem, wie stark die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in al-Andalus mit denen in den anderen islamischen Ländern verwoben war. In Berlin soll Maribel Fierro den Ruf der Freien Universität als internationales Zentrum der Erforschung der islamischen Geistesgeschichte stärken und Nachwuchswissenschaftlern des Faches eine Möglichkeit geben, schon zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Laufbahn in ein internationales Forschungsprojekt eingebunden zu werden.

Gastinstitut: Freie Universität Berlin, Institut für Islamwissenschaft
Gastgeber: Prof. Dr. Sabine Schmidtke

  • Foto: Luis Mariano
    Martínez Calvo (CSIC)
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    Prof. Dr. Maribel Fierro,
    geb. 1956, ist seit 2005 Professorin am Centro de Ciencias Humanas y Sociales des Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) in Madrid, wo sie bereits seit 1987 verschiedene wissenschaftliche Ämter bekleidet. Von 1983 bis 1986 lehrte sie am Department of Arabic Studies der Universidad Complutense de Madrid und promovierte hier 1985. Maribel Fierro erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2009 den ERC Advanced Research Grant. Sie war an mehreren Universitäten im Ausland als Gastprofessorin tätig, unter anderem an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Zudem ist sie Mitherausgeberin führender Fachjournale, darunter „Der Islam“, „lntellectual History of the lslamic World“ und „AI-Masaq“.

Kit Fine

Von der Metaphysik zur Sprachphilosophie

Der britische Philosoph Kit Fine gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Philosophen im Bereich der Logik, der Sprache und der Metaphysik weltweit. Besonders innovativ innerhalb der Metaphysik sind seine neo-aristotelische Konzeption von Essenzen und Einzeldingen, seine Theorie metaphysischer Fundierung und seine Arbeiten zur Metaphysik der Zeit. Auch die Sprachphilosophie verdankt Fine entscheidende Impulse, etwa seine Konzeption des semantischen Relationismus oder seine Ideen zur Wahrmachersemantik. In Hamburg soll der weltweit bestens vernetzte Wissenschaftler zur Internationalisierung der Bereiche Metaphysik, Sprachphilosophie und Logik beitragen und den wissenschaftlichen Nachwuchs in seine Arbeit einbeziehen.

Gastinstitut: Universität Hamburg, Philosophisches Seminar
Gastgeber: Prof. Dr. Benjamin Schnieder

  • Foto: Privat
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    Prof. Dr. Kit Fine,
    geb. 1946, ist seit 1997 Professor am Department of Philosophy der New York University. Von 1967 bis 1969 war er an der University of Warwick (UK) tätig, wo er 1969 promovierte. Seitdem lehrte er an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland, darunter an der University of Edinburgh, Schottland und der University of Toronto, Kanada. Er ist Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen, unter anderem als Fellow der American Academy of Arts and Sciences sowie als Corresponding Fellow der British Academy. Kit Fine erhielt eine Vielzahl von Preisen und Ehrungen, darunter Stipendien von der Guggenheim Foundation und dem American Council of Learned Societies.

Ulrike Elisabeth Hahn

Die Psychologie des Urteilens und Entscheidens

Die seit langem in Großbritannien forschende deutsche Psychologin Ulrike Hahn gehört zu den weltweit führenden Köpfen in der Psychologie des Denkens, Entscheidens und Urteilens. Als Entscheidungsforscherin arbeitet sie stark interdisziplinär und nutzt ihre große Expertise auf weiteren Forschungsgebieten wie in der Philosophie, der Informatik, der Mathematik und in den Rechtswissenschaften. In München soll sie helfen, den Bereich der kognitiven Wissenschaften und der Mathematischen Philosophie international noch sichtbarer zu machen. Außerdem ist eine Einbindung in das Schwerpunktprogramm "New Frameworks of Rationality" geplant.

Gastinstitut: Ludwig-Maximilians-Universität München, Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
Gastgeber: Prof. Dr. Stephan Hartmann

  • Foto: Jo Stowell
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    Prof. Dr. Ulrike Hahn,
    geb. 1963, ist seit 2012 Professorin am Birkbeck College der University of London. Hier leitet sie außerdem das 2013 gegründete Centre for Cognition, Computation and Modelling am Birkbeck College. Sie promovierte 1996 an der University of Oxford. Seitdem lehrte sie an mehreren Universitäten in Großbritannien, unter anderem an der Cardiff University und der University of Warwick. Sie ist im Senior Editorial Board von Topics In Cognitive Science und publizierte bereits in mehr als 30 internationalen Journals, darunter Psychological Review und Proceedings of the National Academy of Sciences. Neben dem Cognitive Section Prize der British Psychological Society 2011, erhielt sie 2013 die Auszeichnung Kerstin Hesselgren Professorship des Swedish Research Council.

Donald Tomaskovic-Devey

Die Wurzeln sozialer Ungleichheit

Der amerikanische Soziologe Donald Tomaskovic-Devey ist einer der renommiertesten Experten für die Erforschung von Ungleichheiten am Arbeitsmarkt, ein Gebiet, das meist von den Wirtschaftswissenschaften bearbeitet wird. Sein Ziel ist eine empirisch überprüfbare Theorie sozialer Ungleichheiten, die möglichst umfassend die wichtigsten Faktoren wie soziales Umfeld, Bildung, Mobilität und Einkommen in den Blick nimmt und die Ursachen und individuellen und gesellschaftlichen Folgen sozialer Ungleichheiten identifiziert. In Bielefeld soll Tomaskovic-Devey beim Ausbau eines internationalen Forschungsnetzwerks zur Analyse sozialer Ungleichheiten mitwirken.

Gastinstitut: Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie
Gastgeber: Prof. Dr. Stefan Liebig

  • Foto: Privat
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    Prof. Dr. Donald Tomaskovic-Devey,
    geb. 1957, ist seit 2005 Professor für Soziologie an der University of Massachusetts. Seine Promotion erlangte er 1984 an der Boston University. Seitdem lehrte und forschte er an verschiedenen Universitäten und Einrichtungen, darunter an der North Carolina State University und der University of Massachusetts. Von 2006 bis 2010 war er Elected Secretary der American Sociological Association. Seit 2011 ist er Präsident der Southern Sociological Society. 2006 wurde er in die Sociological Research Association gewählt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie 1989 den Outstanding Social Science Research Award der North Carolina State University und 2013 den Provost’s Exceptional Merit Award der University of Massachusetts.

Kathleen Vohs

Die Beherrschung der Selbstkontrolle

Die Amerikanerin Kathleen Vohs gilt als besonders innovative und international führende Psychologin auf dem Gebiet der Selbstkontrolle und experimentellen Konsumentenpsychologie. In ihren Modellen betrachtet sie Selbstkontrolle als begrenzte Ressource, die durch Ausübung erschöpft, aber auch wie ein Muskel trainiert werden kann. Ihre Forschung ist bedeutend für alle Bereiche, in denen Selbstkontrolle wünschenswert ist, von der Pädagogik bis zur Gesundheitsvorsorge. In Heidelberg soll sie in die Schwerpunkte Selbst- und Verhaltensregulation eingebunden werden und insbesondere auch mit Nachwuchswissenschaftlergruppen zusammenarbeiten.

Gastinstitut: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Psychologisches Institut
Gastgeber: Prof. Dr. Klaus Fiedler

  • Foto: Bryan Koop
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    Prof. Dr. Kathleen Vohs,
    geb. 1974, ist seit 2005 Professorin für Marketing an der University of Minnesota. Zudem ist sie Honorarprofessorin an der Faculty of Economics and Business der University of Groningen in den Niederlanden. Sie promovierte 2000 am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire und forschte danach unter anderem an der University of Utah, USA, und der University of British Columbia, Kanada. Sie ist Mitglied in mehreren internationalen Vereinigungen und wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter von der University of Minnesota als McKnight Land-Grant Professor (2007-2009) sowie als McKnight Presidential Fellow (2008-2010), von der Carlson School als Land O'Lakes Professor of Excellence in Marketing (2011) sowie jüngst mit dem Free Will Essay Prize.

Gregory Duncan Woolf

Das Leben im antiken Rom und in seinen Provinzen

Der Brite Gregory Woolf ist einer der führenden Historiker für die Geschichte des römischen Reichs. Er verbindet archäologische mit literarischen Quellen und untersucht ein breites Feld von eisenzeitlichen Kulturen am Rande oder außerhalb des Imperium Romanum über Arbeiten zu Religion, Kriegsführung, Wirtschaftsgeschichte und Migration bis hin zu Themen wie Alphabetisierung, Geschlechterbeziehungen und das Verhältnis zwischen antiken Großstädten und der Provinz. In Erfurt soll Woolf helfen, die deutsche Forschung zur antiken Religionsgeschichte stärker international zu vernetzen.

Gastinstitut: Universität Erfurt, Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Gastgeber: Prof. Dr. Jörg Rüpke

  • Foto: Mary
    Woodcock-Kroble
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    Prof. Dr. Gregory Woolf,
    geb. 1961, ist seit 1998 Professor für Geschichte des Altertums an der University of St. Andrews, Schottland. Er promovierte 1990 an der University of Cambridge. Danach lehrte er an der University of Oxford zunächst am Magdalen College und ab 1993 am Brasenose College. Zudem war er in Frankreich als CNRS Chercheur am Laboratoire d'Archéologie der École Normale Supérieure und in England an der University of Leicester sowie am Christ's College in Cambridge tätig. Er ist Mitherausgeber des Classica et Mediaevalia, Gallia, des International Journal of Euro-Mediterranean Studies und der New Voices in Classical Reception Studies.

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Leiter Referat
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