Nachrichten aus der Stiftung

Präsidentenwechsel: Helmut Schwarz wird Nachfolger von Wolfgang Frühwald

Wenn Wolfgang Frühwald zum Ende dieses Jahres sein Amt als Präsident der Humboldt-Stiftung niederlegt, zieht sich einer der renommiertesten Wissenschaftsmanager Deutschlands von der politischen Bühne zurück. Frühwald war seit 1999 Präsident der Humboldt-Stiftung. Zuvor war er sechs Jahre Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft . Als Mitglied zahlreicher Gremien sowie Inhaber verschiedener Gastprofessuren im In- und Ausland hatten und haben sein Wort und seine Meinung Gewicht. Sein Rat wurde und wird gesucht, von der Politik, von Universitäten und Forschungseinrichtungen und nicht zuletzt von vielen Humboldtianerinnen und Humboldtianern weltweit sowie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung.

Wolfgang Frühwald
Wolfgang Frühwald
Foto: Eric Lichtenscheidt

Als erster Geisteswissenschaftler in diesem Amt hat der angesehene und für seine wissenschaftliche Arbeit und sein politisches Engagement vielfach ausgezeichnete Germanist und Professor der Universität München die Arbeit der Stiftung geprägt. Mit seinen stets selbst geschriebenen Reden, die literarische Qualität mit politischem Scharfsinn und der Erfahrung des weit gereisten Forschungsmanagers verbinden, fasziniert er seine Zuhörer. Eine typisch Frühwald‘sche Rede ist persönlich und originell, sie ist warm und geistreich, sie spannt den Bogen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen, zwischen der Forschung und der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft.

Vor allem aber zieht sie das Publikum ganz in ihren Bann. Vom hervorragenden Reden zum tatkräftigen Gestalten ist es für Wolfgang Frühwald stets nur ein kleiner Schritt. Dies zeigte sich vielleicht am prägnantesten in seinem viel beachteten Einsatz für ein positives Umfeld, in dem sich Gastwissenschaftler in Deutschland willkommen fühlen sollen. Mit dem Preis für die freundlichste Ausländerbehörde oder dem Wettbewerb der Welcome Centres an deutschen Universitäten verwirklichte die Humboldt-Stiftung Initiativen ihres Präsidenten, die das Leben und Arbeiten für viele ausländische Wissenschaftler in Deutschland spürbar erleichtern. Ganz im Sinne jener menschlichen und persönlichen Art, die Wolfgang Frühwald mit vielen Stipendiaten und Preisträgern der Stiftung sowie mit ihren Mitarbeitern verbindet.

Ab dem kommenden Jahr will Wolfgang Frühwald mehr Zeit für seine Familie finden. Mit seiner Frau Viktoria hat er fünf Kinder und mittlerweile elf Enkelkinder. Und er will wieder mehr schreiben. Die Arbeit an einem Buch über Goethe hat er fast abgeschlossen, aber eben nur „fast“. Die Humboldt-Stiftung dankt Wolfgang Frühwald herzlich und wünscht ihm alles Gute für die Zukunft.

Helmut Schwarz
Helmut Schwarz 
Foto: Eric Lichtenscheidt

Frühwalds Nachfolger als Präsident wird ab Januar 2008 der Chemiker Helmut Schwarz. Der Professor der Technischen Universität Berlin ist Mitglied verschiedener Akademien und Gremien und war seit 2001 Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Helmut Schwarz gilt als einer der international führenden Forscher auf dem Gebiet der Molekularchemie. Er arbeitete an mehreren Forschungseinrichtungen im Ausland, darunter in England, Israel, Frankreich, Japan, Australien und Österreich und wurde mit zahlreichen Forschungspreisen ausgezeichnet. Er gilt nicht nur als herausragender Forscher, sondern auch als engagierter wissenschaft spolitischer Experte.

Mit Wolfgang Frühwald verbindet ihn die Liebe zur deutschen Literatur und insbesondere zu Goethe. Beide zählen Goethes Altersroman „Die Wahlverwandtschaften“ zu ihrer Lieblingslektüre. Für Kontinuität ist so nach dem Stabswechsel der Präsidenten gesorgt. Wie Wolfgang Frühwald will sich Helmut Schwarz als Präsident der Humboldt-Stiftung für konkurrenzfähige und attraktive Forschungsbedingungen einsetzen, damit sich die besten Forscherinnen und Forscher im harten internationalen Wettbewerb für Deutschland entscheiden.


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