Nachrichten aus der Stiftung

Expertentreffen zur deutschen Sprachenpolitik

"Braucht Deutschland eine bewusstere, kohäsive Sprachenpolitik?" Diese Frage diskutierten vom 27. bis 29. September 2006 rund 50 international ausgewiesene Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Bonn. Eingeladen hatten zu der Veranstaltung die Humboldt-Stiftung und die Deutsche Welle.

Die englische Sprache setzt sich als Lingua franca in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, besonders in der Wirtschaft, aber auch in Forschung und Lehre zunehmend durch und drängt die deutsche Sprache zurück. Vielen deutschen Wissenschaftlern geht die Verwendung der englischen Sprache in der akademischen Welt zu weit. Sie warnen, die deutsche Fachsprache verkümmere. Dabei verfügt Deutschland aufgrund seiner demographischen Gegebenheiten, seiner geographischen Lage und seiner politischen und wirtschaftlichen Kontakte über ein großes Potenzial als multilinguales Land. Die Sprachenvielfalt ist eine Ressource, die kreativ für Deutschland genutzt werden sollte als Zeichen einer offenen und vielfältigen Gesellschaft, so die einhellige Meinung der Experten. Es sei die Aufgabe einer kohäsiven Sprachenpolitik, die Stellung der deutschen Sprache national und international zu stärken. Das Verhältnis des Englischen zum Deutschen sei unter dem Aspekt der Funktionalität in Wissenschaft, Forschung, Medien, Wirtschaft und Kultur zu überdenken, um den unreflektierten Hang zum Englischen einzuschränken.

So formulierte Professor Dr. Gerhard Leitner von der Freien Universität Berlin ein Teilergebnis der Tagung. Zusammen mit dem australischen Linguisten und Humboldt-Forschungspreisträger Professor Dr. Michael Clyne und unter Mitwirkung von Professor Dr. Heinrich Kelz, Universität Bonn, hatte er den Anstoß für die Tagung gegeben und das Konzept erarbeitet.


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