Erstmals nur Frauen für die Humboldt-Professur ausgewählt

Bei Deutschlands höchstdotiertem internationalen Forschungspreis, der Alexander von Humboldt-Professur, setzen sich die Frauen durch. Erst Anfang Mai gingen gleich zwei der insgesamt sechs Humboldt-Professuren für dieses Jahr an Wissenschaftlerinnen. Und die Aussichten auf weitere Spitzenforscherinnen mit Humboldt-Professur sind gut: In der ersten Auswahlrunde der Preisträger für 2015 überzeugten jetzt von zehn Nominierten erstmals ausschließlich Frauen.

Die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Décultot aus Frankreich, die Zellbiologin Kathrin Plath und die Pflanzengenetikerin Marja Timmermans, beide aus den USA, treten nun in Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie nominierten. Weltweit führende Wissenschaftler aller Disziplinen, die bislang im Ausland forschten, soll die Humboldt-Professur zum Wechsel an deutsche Hochschulen motivieren. Bis zu fünf Millionen Euro Förderung erhalten die Träger des Preises, den die Humboldt-Stiftung vergibt und das Bundesforschungsministerium finanziert, für die ersten fünf Jahre Forschung in Deutschland. Ein Angebot, das bereits insgesamt 40 Wissenschaftler vor allem aus den USA, aber auch aus Ländern wie Kanada, Japan oder Schweden überzeugte.

„Wenn Stars ihrer Disziplin von Stanford nach Halle gehen oder von Tokio nach Stuttgart, spricht hieraus nicht nur die Wertschätzung für die deutsche Forschung, sondern auch für unsere Wissenschaftspolitik. Wie kaum ein anderes Land bieten wir Freiheiten und wertschätzen die Grundlagenforschung“, bilanzierte der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, bei der feierlichen Verleihung der Humboldt-Professuren 2014 in Berlin. Für Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ist der Preis ein „exzellentes Instrument, um mehr internationale Spitzenforscher für Deutschland zu gewinnen“.

Erfreut zeigte sich Wanka auch, dass in diesem Jahr mit der Molekularbiologin Emmanuelle Charpentier und der Umweltökonomin Stefanie Engel zwei Wissenschaftlerinnen Humboldt-Professuren angetreten haben. Denn seit der Einführung des Preises hat diesen Schritt erst eine Forscherin gewagt: 2009, im ersten Jahr der Humboldt-Professur, wechselte die Entwicklungsbiologin Ulrike Gaul aus den USA nach München. Ob die für 2015 ausgewählten Professorinnen nach Deutschland kommen, entscheiden jetzt die anstehenden Berufungsverhandlungen. Nehmen die Wissenschaftlerinnen die Humboldt-Professur an, wird ihnen der Preis im nächsten Frühjahr feierlich verliehen.

  • Elisabeth Décultot (46), Literaturwissenschaftlerin am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), Paris, Frankreich, wurde von der Universität Halle-Wittenberg für die Humboldt-Professur nominiert.
  • Kathrin Plath (43) ist Zellbiologin an der University of California, Los Angeles, USA, und soll mit der Humboldt-Professur an die Technische Universität Dresden kommen.
  • Marja Timmermans (49) ist Pflanzengenetikerin am Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring, USA, und wurde von der Universität Tübingen vorgeschlagen.

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