24. Januar 2008, Nr. 02/2008

Helmut Schwarz: "Wir suchen die Spielmacher unter den Forschern."

Neuer Präsident der Humboldt-Stiftung stellt seine Ziele vor

Der neue Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Professor Dr. Helmut Schwarz hat heute bei einer Pressekonferenz in Berlin seine Ziele als Präsident vorgestellt. "Ich freue mich auf den Austausch in einem internationalen Forschernetzwerk von weltweit über 23.000 Humboldtianern und auf die Herausforderung, dieses Netzwerk zu pflegen, zu nutzen und in einer harten internationalen Konkurrenz auszubauen", sagte Schwarz.

Mit ihren klaren Prinzipien der Exzellenz und der ausschließlichen Förderung einzelner herausragender Personen habe die Stiftung das richtige Rezept. "Wissenschaft ist heute ein Mannschaftssport. Doch für den großen Erfolg braucht man Spielmacher, herausragende Einzelkönner, die einem Team Impulse geben. Genau diese fördern wir künftig noch intensiver mit der neuen, vom Forschungsministerium gestifteten Alexander von Humboldt-Professur, die mit bis zu fünf Millionen Euro Preisgeld dotiert ist", so Schwarz. "Hiermit ermöglichen wir jährlich bis zu zehn deutschen Hochschulen, internationale Spitzenkräfte für die Forschung in Deutschland zu gewinnen und um sie herum Teams und Strukturen aufzubauen, die international konkurrenzfähig sind."

Über spektakulären Exzellenzprogrammen werde die Humboldt-Stiftung nicht vergessen, was sie auch und vor allem ausmache: die Förderung junger Talente, internationaler Verständigung und Entwicklung, unterstrich Schwarz. "Das Humboldt-Stipendium ist unser Fundament. Dort geht es nicht um millionenschwere Einzelförderung. Es geht um jährlich 600 junge Wissenschaftstalente, die nach Deutschland kommen. Sie sind die Stars von morgen. Viele von ihnen machen großartige Karrieren in der Forschung, wie beispielsweise mein Kollege Robert Grubbs, der 2005 den Nobelpreis für Chemie erhalten hat. Das Humboldt-Stipendium bekam er als ganz junger Mann. Das zeigt, wir fördern exzellente Leute bereits sehr früh in ihrer Karriere. Andere Stipendiaten gehen in die Politik und werden später Minister, Verfassungsgerichtspräsidenten, Wissenschaftsberater oder sogar Staatspräsident, wie unser ungarischer Alumnus Laszlo Solyom. Die Frage ist, wie gewinnen wir die Laszlo Solyoms, wie die Robert Grubbs von morgen? Wie die talentiertesten Forscher aus Entwicklungsländern? Dass sich weiterhin die besten und kreativsten Köpfe mit dem größten Potenzial bei uns bewerben, ist ein großes Ziel meiner Arbeit und eine Verpflichtung gegenüber den Ministerien, die uns finanzieren, dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung", sagte Schwarz.

Um junge und etablierte Wissenschaftler zu gewinnen, reichten hohe Stipendienraten oder Preise allein nicht, betonte Schwarz: "Wir müssen Forscher als Teil jener international umworbenen kreativen Klasse begreifen, für die die Lebensumstände entscheidend sind. Sie wollen ein Gesamtpaket: Top-Labore, aber auch Kultur, Sicherheit, eine hohe Lebensqualität. Wie erfolgreich Deutschland hierbei abschneidet, zeigen unsere Bewerberzahlen. Sie sind ein Seismograph für die Trends im globalen Wissenschaftsmarkt und für die Attraktivität Deutschlands", meinte Schwarz. Die Stiftung werde sich weiter dafür einsetzen, dass sich ihre Stipendiaten und Preisträger in Deutschland rundum wohl fühlen. Zufriedene Alumni seien zudem die besten Botschafter und Werbeträger für den Forschungsstandort. "Die Mund-zu-Mund-Propaganda von 23.000 Humboldtianern kann viel erreichen und ist unser Beitrag zu den Imagekampagnen, mit denen Deutschland zunehmend erfolgreich für sich wirbt", sagte Schwarz.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 1.800 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit rund 23.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in 130 Ländern - unter ihnen 40 Nobelpreisträger.

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