Gesichter aus der Stiftung

Volle Schubkraft voraus!

Von Sven Vorbach, aufgezeichnet von Georg Scholl

Wer macht eigentlich was in der Stiftung und sorgt hinter den Kulissen dafür, dass alles läuft? Auf dieser Seite stellen wir einmal nicht Humboldtianer, sondern Kolleginnen und Kollegen vor, ihre Aufgaben und ihre Erfahrungen und was sie tun, wenn sie gerade nicht arbeiten. Diesmal: Sven Vorbach.

Sven Vorbach
Sven Vorbach (Foto: Humboldt-Stiftung / Michael Jordan)

Bevor jemand dumme Witze macht: Nein, was ich auf diesem Foto anhabe, ist keine Dienstkleidung. In der Stiftung kümmere ich mich um die Vorbereitung und Organisation unserer Ausschusssitzungen im Humboldt-Forschungsstipendienprogramm, in denen die neuen Stipendiaten ausgewählt werden. Bei solchen Sitzungen treffen sich bis zu 60 Professorinnen und Professoren, unsere Fachvertreter, für zwei Tage in der Humboldt- Stiftung und entscheiden über rund 600 Stipendienanträge. Dabei stellt jeder die Bewerbungen aus seinem Fachgebiet den anderen Ausschussmitgliedern vor. Anschließend wird diskutiert und abgestimmt. Als Captain Kirk aus Star Trek (in Deutschland bekannt als Raumschiff Enterprise) würde ich da wohl etwas ablenken. Das Kostüm trage ich, wenn ich auf Fantreffen, sogenannte Conventions, gehe. Auch Humboldtianer habe ich da übrigens schon gesehen, was gar nicht so verwunderlich ist. Es gibt einige Wissenschaftler, die in jungen Jahren durch Star Trek oder andere Science-Fiction-Serien inspiriert wurden und darüber begannen, sich für den Weltraum und die Wissenschaft zu interessieren. Das ist auch, was mich hieran begeistert. Und so passt es ganz gut, finde ich, dass ich bei der Humboldt-Stiftung arbeite.

Damit bei den Auswahlsitzungen alles gut klappt, muss viel organisiert werden. Die Sitzungsunterlagen müssen zusammengestellt und rechtzeitig versandt werden. Nachträglich eingegangene Gutachten müssen ergänzt und dem Ausschuss geschickt, der Ablauf der Sitzung geplant werden: Wer reist wann an und wann wieder ab? Wie sieht die Rednerreihenfolge aus, und wie passen wir sie an, wenn sich jemand verspätet oder kurzfristig absagen muss? Wer braucht noch ein Hotelzimmer? Wer muss wegen eines dringenden Termins früher abreisen? Solche Fragen machen jede Ausschusssitzung zu einer logistischen Herausforderung. Aber das zu organisieren, macht mir Spaß. Und wer sich Captain Kirk zum Vorbild nimmt, der liebt Herausforderungen. Volle Schubkraft voraus!

aus Humboldt Kosmos 109/2018