20. Dezember 2018

Reimar Lüst-Preise 2018 gehen an eine Historikerin und eine Germanistin

Gemeinsamer Forschungspreis von Humboldt-Stiftung und Fritz Thyssen Stiftung vergeben

Die Historikerin Ulinka Rublack und die Germanistin Mara R. Wade erhalten die Reimar Lüst-Preise 2018. Die Auszeichnung wird an internationale Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften verliehen, die durch ihre Forschung die akademischen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und ihrem Herkunftsland geprägt haben. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt gemeinsam mit der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung jährlich bis zu zwei Reimar Lüst-Preise.

Ulinka Rublack ist Professorin für Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit am St John’s College der University of Cambridge, Vereinigtes Königreich. Die gebürtige Deutsche gilt international als ausgewiesene Expertin für die Reformationsgeschichte sowie die Kultur- und Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit. Renommee erlangte sie etwa für ihre Forschungen zur Geschichte der Bekleidung und zur visuellen Kultur der Renaissance. Große Beachtung erlangte zuletzt ihre jüngst auf Deutsch erschienene Rekonstruktion des Hexenprozesses gegen die Mutter des Astronomen Johannes Kepler im 17. Jahrhundert, in dem Kepler selbst als Verteidiger seiner Mutter antrat. Ulinka Rublacks Kooperation als Reimar Lüst-Preisträgerin mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und mit weiteren Mitgliedseinrichtungen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel soll unter anderem methodische Impulse für die Forschung zur Material Culture und die Sammlungsforschung in Deutschland geben.

Mara R. Wade ist Professorin für Germanistik und Komparatistik an der University of Illinois at Urbana-Champaign, USA. Ihr Forschungsschwerpunkt ist ebenfalls die Frühe Neuzeit, wo sie sich insbesondere in der Emblemforschung, der Forschung zu europäischer Adels- und Festkultur, der Genderforschung sowie mit ihrer Forschung zur Stadtkultur Nürnbergs internationale Anerkennung erarbeitet hat. Mara R. Wade gilt zudem als Vertreterin der Digital Humanities. So hat sie beispielsweise die „Emblematica Online“ entwickelt, eine international etablierte digitale Datenbank von Emblembuchbeständen. Von Wades Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen des Reimar Lüst-Preises wird beispielsweise eine Stärkung der Forschung zur Festkultur oder zur Nürnberger Literatur- und Theaterkultur des 17. Jahrhunderts erwartet.

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