20. Dezember 2019

Reimar Lüst-Preise 2019 gehen an eine Philosophin und einen Rechtswissenschaftler

Gemeinsamer Forschungspreis von Humboldt-Stiftung und Fritz Thyssen Stiftung vergeben

Die Philosophin Hannah Ginsborg und der Rechtswissenschaftler Toshiyuki Kono erhalten die Reimar Lüst-Preise 2019. Die Auszeichnung wird an internationale Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften verliehen, die die akademischen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und ihrem Herkunftsland geprägt haben. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt gemeinsam mit der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung jährlich bis zu zwei Reimar Lüst-Preise.

Die Philosophie-Professorin Hannah Ginsborg forscht an der University of California in Berkeley (USA). Sie hat bedeutende Beiträge sowohl zur Geschichte der Philosophie als auch zur zeitgenössischen Philosophie des Geistes, der Sprach- und Kunstphilosophie geleistet. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Idee einer primitiven Form der Normativität, die sie aus der ästhetischen Theorie Kants abgeleitet hat. Sie ist eine wichtige Mittlerin im Austausch von deutscher und anglo-amerikanischer Philosophietradition. Verschiedene Forschungsaufenthalte führten sie in der Vergangenheit bereits nach Deutschland.
Als Reimar Lüst-Preisträgerin plant sie eine Kooperation mit Kollegen an der Humboldt-Universität zu Berlin, hier insbesondere zum Verhältnis ihrer Idee der „primitive normativity“ und der Verbindung von Sollen und Wollen. Außerdem will sie sich mit Kollegen in Leipzig (Humboldt-Professor James Conant), Köln (Humboldt-Professor Sven Bernecker) und Tübingen austauschen.

Toshiyuki Kono ist Professor für Rechtswissenschaften an der Kyushu University in Fukuoka (Japan). Neben seinen akademischen Forschungen zu internationalem Privatrecht und der Durchsetzung von geistigen Eigentumsrechten hat sich Toshiyuki Kono vor allem auf dem Feld des nationalen und internationalen Kulturgüterschutzes verdient gemacht. 2018 wurde er zum ersten japanischen Präsidenten des ICOMOS International (International Council on Monuments and Sites) gewählt, nachdem er bereits mehrere Jahre Vorsitzender der nationalen japanischen Kommission des Committee for Cultural Affairs der UNESCO war. Er leitet zudem das Projekt „The Transparency of Japanese Law“ an der Kyushu University, das rechtliche Informationen in verschiedenen Bereichen und Übersetzungen von japanischen Urteilen bereitstellt, um japanisches Recht auch international verständlich zu machen.
Seine Zusammenarbeit als Reimar Lüst-Preisträger mit Kollegen am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster soll die Beziehung von Kuturgüterschutz und Markenrechten beleuchten.

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