Alexander von Humboldt-Professur – Die Preisträger 2011

Harald Clahsen

Psycholinguistik
Harald Clahsen ist einer der international angesehensten deutschen Linguisten. Er zählt zu den führenden Forschern auf den Gebieten Spracherwerb, Sprachverarbeitung sowie Sprachstörungen und verbindet bei seiner Arbeit theoretische Linguistik mit experimenteller Psycholinguistik und neurowissenschaftlichen Techniken. An der Universität Potsdam soll Clahsen Professor für "Psycholinguistics of Multilingualism" und Gründungsdirektor des neuen "Potsdam Research Institute of Multilingualism (PRIM)" werden und damit den "Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften" der Humanwissenschaftlichen Fakultät verstärken.

Nominierende Universität: Universität Potsdam
  • Harald Clahsen
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Harald Clahsen,
    geb. 1955 in Deutschland, Promotion 1981 in Wuppertal, dort sowie in Hamburg erste Forschungs- und Lehrtätigkeiten, von 1983 bis 1993 Dozent an der Universität Düsseldorf und Auszeichnung mit dem dortigen Habilitationspreis, ab dann als Full Professor an der University of Essex, Department of Language and Linguistics, Colchester, Großbritannien. Zum Oktober 2011 hat er als Preisträger der Alexander von Humboldt-Professur die Professur für Psycholinguistik und Mehrsprachigkeit an der Universität Potsdam angetreten. Verbunden mit der Berufung ist die Ernennung zum Gründungsdirektor des neuen "Potsdam Research Institute of Multilingualism (PRIM)“. Zahlreiche Auszeichnungen und Mitgliedschaften in Gremien, etwa Gerhard Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Fellow der British Academy.

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David DiVincenzo

Quantenphysik
David DiVincenzo hat sich als einer der ersten Physiker mit der Quanteninformation beschäftigt und gilt als Koryphäe der Quanteninformationsverarbeitung. Mit seinem Namen wird insbesondere die Entwicklung von Kriterien für den Quantencomputer verbunden, den so genannten "DiVincenzo criteria". Seine Arbeiten haben darüber hinaus auch Bedeutung in den Materialwissenschaften und der Festkörperphysik. DiVincenzo soll im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) Leiter des neu zu gründenden Instituts "Theoretical Quantum Information" der RWTH Aachen werden und zugleich am Forschungszentrum Jülich das Institut für Nanoelektronik leiten.

Nominierende Universität: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich
  • David DiVincenzo
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. David DiVincenzo,
    geb. 1959 in den USA, Promotion 1983 an der University of Pennsylvania, Philadelphia, anschließend Postdoktorand an der Cornell University, Ithaca, beide USA. Ab 1985 Research Manager am IBM Watson Research Center, Yorktown Heights, New York, USA. Ausgezeichnet mit der Alexander von Humboldt-Professur 2010 ist er seit Januar 2011 erster JARA-Professor am Institut für Quanteninformation der RWTH Aachen und Direktor des Peter Grünberg Instituts für Theoretische Nanoelektronik am Forschungszentrum Jülich. Verschiedene Auszeichnungen und Mitgliedschaften, unter anderem Fellow der American Physical Society.

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Brian Foster

Teilchenphysik
Brian Foster gilt als einer der bedeutendsten experimentellen Elementarteilchenphysiker. Er war führend bei zahlreichen internationalen Projekten an Teilchenbeschleunigern und trug durch seine theoretischen Arbeiten, aber auch praktisch, etwa durch die Entwicklung innovativer Messinstrumente, zum Fortschritt der Beschleunigerphysik bei. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählt der Humboldt-Forschungspreis. Foster soll am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY arbeiten und als Professor an der Universität Hamburg zur Zukunft der Teilchenbeschleuniger forschen und lehren.

Nominierende Universität: Universität Hamburg zusammen mit DESY, Hamburg
  • Brian Foster
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Brian Foster,
    geb. 1954 in Großbritannien, 1975-1978 Graduate Student an der University of Oxford, 1978-1982 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Rutherford Appleton Laboratory in Chilton, 1982-1984 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Imperial College of Science and Technology, London. 1984-2003 in verschiedenen Positionen am Department of Physics, Bristol University. Ab 2003 Professor für Experimentelle Physik an der University of Oxford, Subdepartment of Particle Physics, Oxford, Großbritannien. 1998 Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Seit 2008 Mitglied der Royal Society, London. 2010 wurde er als Humboldt-Professor ausgewählt und trat an der Universität Hamburg im Juni 2011 eine Professsur für Experimentalphysik an. Die Berufung erfolgte gemeinsam mit DESY im Rahmen der Kooperation der beiden Einrichtungen PIER "Partnership for Innovation, Education and Research".

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Gerhard Kramer

Nachrichtentechnik
Gerhard Kramer ist einer der weltweit herausragenden Wissenschaftler in der Informationstheorie und Nachrichtentechnik. Seine innovativen Leistungen auf den verschiedensten Gebieten der Telekommunikationstechnik von Funktechnik bis hin zur optischen Datenübertragung sind hoch anerkannt. In seiner Karriere verband Kramer stets Theorie mit Anwendung, etwa während seiner Tätigkeit bei den Bell Labs in den USA, eine der weltweit führenden Industrieadressen für angewandte Forschung. An der TU München soll Kramer den Lehrstuhl für Nachrichtentechnik einnehmen und helfen die weltweite Spitzenstellung Münchens auf diesem Gebiet zu erhalten und auszubauen.

Nominierende Universität: Technische Universität München
  • Gerhard Kramer
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Gerhard Kramer,
    geb. 1970 in Kanada, Studium der Elektrotechnik an der University of Manitoba, Winnipeg, Kanada. Promotion 1998 an der ETH Zürich, Schweiz. Bis 2000 Consultant bei der Endora Tech AG in Basel, Schweiz. 2000-2008 Technischer Mitarbeiter an den Bell Laboratories, Alcatel-Lucent, Murray Hill, USA. Gastprofessuren an der Columbia University in New York, USA und der Korea University in Seoul, Südkorea. Ab 2009 Full Professor an der University of Southern California, Department of Electrical Engineering, Los Angeles, Kalifornien, USA. An der TU München leitet Kramer seit Oktober 2010 als Alexander von Humboldt-Professor den Lehrstuhl für Nachrichtentechnik.

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Dirk Kreimer

Mathematische Physik
Dirk Kreimer ist einer der international führenden Forscher auf dem Gebiet der mathematischen Physik. Als Physiker genießt er nicht nur höchste Anerkennung unter Kollegen seiner Disziplin, sondern auch unter Spitzenmathematikern, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet. An der Humboldt-Universität zu Berlin soll Kreimer die Symbiose von Mathematik und theoretischer Physik in Deutschland auf Gebieten wie der Quantenfeldtheorie voranbringen und dazu beitragen, dass Deutschland zur Weltspitze aufschließt. Kreimer soll sowohl Mitglied des Instituts für Mathematik als auch des Instituts für Physik werden sowie Direktor am neuen "Interdisziplinären Zentrum für Mathematische Physik".

Nominierende Universität: Humboldt-Universität zu Berlin
  • Dirk Kreimer
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Dirk Kreimer,
    geb. 1960, 1992 Promotion an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, dort Postdoc. 1993-1995 Postdoc an der University of Tasmania in Hobart, Australien. 1995 Rückkehr nach Mainz. 2001-2002 Professor für Mathematische Physik und Wissenschaftlicher Direktor an der Boston University, USA. Ab 2002 Forscher am Institut des Hautes Études Scientifiques, Bures -sur-Yvette, Frankreich. Seit Januar 2011 ist Kreimer Alexander von Humboldt-Professor für Mathematische Physik an der HU Berlin.

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Hannes Leitgeb

Philosophie
Hannes Leitgeb ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler an der Schnittstelle zwischen Logik, Mathematik und Kognitionswissenschaften. Zu seinen zahlreichen innovativen Beiträgen zählt die Arbeit an künstlichen neuronalen Netzwerken. Hier schlägt Leitgeb die interdisziplinäre Brücke zur Erforschung Künstlicher Intelligenz und zur Hirnforschung. In München soll Leitgeb ein neues Zentrum für mathematische Philosophie aufbauen, das eng mit den Bereichen Neurophilosophie und Neurowissenschaften zusammenarbeiten soll.

Nominierende Universität: Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Hannes Leitgeb
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Dr. Hannes Leitgeb,
    geb. 1972 in Österreich, Promotionen in Mathematik (1998) und Philosophie (2001), jeweils in Salzburg. Dort bis zum Assistant Professor, 2004 ein Jahr in Stanford als Erwin Schrödinger Fellow, ab 2005 in Bristol, Großbritannien, zunächst als Reader und ab 2007 - mit damals 35 Jahren - als Lehrstuhlinhaber mit Einbindung sowohl in das Philosophie- wie in das Mathematik-Department. 2007 Auszeichnung mit dem Friedrich Wilhelm Bessel-Preis der Humboldt-Stiftung sowie mit dem Philip Leverhulme Prize. 2010 für eine Alexander von Humboldt-Professur ausgewählt, seit Oktober 2010 Lehrstuhlinhaber für Logik und Sprachphilosophie und Leiter des Munich Center for Mathematical Philosophy an der LMU München.

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Vahid Sandoghdar

Nanooptik
Vahid Sandoghdar ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nanooptik, die er mit der Nanophotonik mit Einzelmolekülen um ein neues Thema erweitert hat. Mit den von ihm eingeführten experimentellen Techniken hatte er einen großen Einfluss auch auf andere Forschungsgebiete, wie die Physikalische Chemie, Biophysik, optische Mikroskopie und Quantenoptik. Sandoghdar soll Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg werden, um dort den strategischen Forschungsschwerpunkt Optik zu verstärken und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen neue Forschungsgebiete wie "Biophotonics" und "Nano Quantum Optics" aufzubauen. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines Zentrums für Lichtmikroskopie unter seiner Federführung geplant.

Nominierende Universität: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen
  • Vahid Sandoghdar
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Vahid Sandoghdar,
    geb. 1966 im Iran, Studium an der University of California, 1993 Promotion an der Yale University, New Haven, Connecticut, USA. Von 1993 bis 1995 an der École normale supérieure in Paris, Frankreich. Von 1995 bis 2001 in Deutschland an der Universität Konstanz. Ab 2001 Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, Laboratorium für Physikalische Chemie, Zürich, Schweiz. Seit März 2011 ist er als Alexander von Humboldt-Professor Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen und Lehrstuhlinhaber für Nanooptik, Plasmonik und Biophotonik am Department für Physik der Universität Erlangen-Nürnberg. Mitgliedschaften in verschiedenen Gremien, wie der American und der Swiss Chemical Society sowie der German Physical Society.

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Alec Michael Wodtke

Physikalische Chemie
Alec Wodtke hat wesentliche Beiträge im Bereich der Photo- und Atmosphärenchemie geleistet und gehört zu den international führenden Wissenschaftlern im Bereich der molekularen Wechselwirkungen an Grenzflächen. Seine Arbeiten liefern grundlegende Beiträge zu Fragen der Katalyseforschung, der Speicherung und Umwandlung von chemischer in elektrische Energie und der Grenzflächenforschung. Dieses Thema soll als Schwerpunkt der Universität Göttingen sowie des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ausgebaut werden. Wodtke ist als Gründungsdirektor des hierzu neu zu etablierenden Centre for Advanced Studies in Energy Conversion vorgesehen.

Nominierende Universität: Georg-August-Universität Göttingen zusammen mit dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
  • Alec Michael Wodtke
    Foto:Humboldt-Stiftung/
    David Ausserhofer

    Prof. Dr. Alec Michael Wodtke,
    geb. 1959 in den USA, Studium und Promotion an der University of California, Berkeley, Postdoc für zwei Jahre in Göttingen am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Anschließend Hochschulkarriere an der University of California, Santa Barbara, USA, ab 1996 dort als Full Professor am Department of Chemistry and Biochemistry. Seit April 2011 ist er als Humboldt-Professor am Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen tätig sowie als Direktor der Abteilung Dynamik an Oberflächen am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Young Investigator Award der National Science Foundation und den Humboldt-Forschungspreis 1997 (mit nur 38 Jahren).

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Kerstin Schweichhart
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Leiter Referat
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