Frühere Präsidenten

1999-2007

Professor Dr. Wolfgang Frühwald

Wolfgang Frühwald
Wolfgang Frühwald

Der Germanist Wolfgang Frühwald (geb. 1935) war der erste Geisteswissenschaftler im Amt des Präsidenten der Alexander von Humboldt-Stiftung. Er promovierte 1961 und habilitierte sich 1969 an der Ludwig Maximilians-Universität München. Nach Assistenten- und Dozentenjahren an den Universitäten München, Bochum, Erlangen-Nürnberg und Münster in Westfalen folgte er 1970 einem Ruf an die Universität Trier-Kaiserslautern. Von dort wechselte er 1974 als Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an die Universität München. 1985 war er Gastprofessor am Department of Germanic Studies der Indiana University (Bloomington, IN, USA), 1999 Gastprofessor an der Fakultät für Chemie der Universität Frankfurt am Main, 2003 Gutenberg-Stiftungsprofessor an der Universität Mainz. Seit Oktober 2003 ist Wolfgang Frühwald emeritiert.

In der Selbstverwaltung der Wissenschaft war er in unterschiedlichen Ämtern tätig. So war er von 1982 bis 1987 Mitglied des Wissenschaftsrates, von 1994 bis 1998 Mitglied des Rates für Forschung, Technologie und Innovation beim Bundeskanzler. Mehr als ein Jahrzehnt arbeitete er in den Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft, zunächst als gewählter Fachgutachter und Vorsitzender eines Fachausschusses, dann als Mitglied des Senats und des Hauptausschusses (1986 - 1991) und schließlich in zwei Amtszeiten als Präsident der DFG (1992 - 1997). Daneben war er von 1994 bis 1996 Vorsitzender der Vereinigung der Europäischen Wissenschaftsorganisationen (Eurohorcs). Frühwald war mehrfach Dekan (in Trier und München) und Prorektor der Ludwig Maximilians-Universität. Von 1999 bis 2007 war er Präsident der Humboldt-Stiftung.

Im Laufe seiner Karriere erhielt Wolfgang Frühwald zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen. Er ist korrespondierendes Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Göttingen, Düsseldorf und Berlin-Brandenburg, auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften in Turin sowie Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher, Leopoldina (Halle an der Saale). Unter anderem wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern, der Bayerische Verdienstorden, der Bayerische Maximiliansorden, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Dublin (Irland), Bristol (Großbritannien), Jerusalem (Hebrew University), Münster in Westfalen und Sofia (Bulgarien). 2002 wurde er mit dem Alfried Krupp Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Wolfgang Frühwald ist verheiratet und hat fünf Kinder.

1989-1999

Professor Dr. Reimar Lüst

Reimar Lüst
Reimar Lüst

Der Astrophysiker Reimar Lüst übernahm sein Amt als vierter Präsident der Humboldt-Stiftung in politisch bewegten Zeiten. Die europäischen Revolutionen von 1989 und die deutsche Wiedervereinigung 1990 stellten die Stiftung und ihn vor neue Herausforderungen. Bei deren Bewältigung kamen ihm seine Erfahrungen als Vorsitzender des Wissenschaftsrates (1969-1972) und als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (1972-1984) zugute.

Geboren 1923 in Wuppertal, studierte Lüst in Frankfurt am Main und wurde in Göttingen promoviert. 1960 wurde er Mitglied des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik in München, 1963 Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik. Zugleich wurde er Professor beider Münchner Universitäten. Er war Direktor und später Vizepräsident der European Space Research Organisation (ESRO) sowie 1984-1990 Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).In diesen Positionen beeinflußte er die europäische Weltraumforschung maßgeblich.

1979-1989

Professor Dr. Wolfgang Paul

Wolfgang Paul
Wolfgang Paul

Wolfgang Paul, ein Pionier auf dem Gebiet der Teilchenphysik, hat sich als dritter Präsident der Stiftung konsequent für die Erhaltung des Prinzips "Qualität vor Quantität" und für die Intensivierung der Kontakte zum weltweiten Humboldt-Netzwerk eingesetzt. Sein besonderes Engagement galt dem Aufbau des Feodor Lynen-Programms für deutsche Nachwuchswissenschaftler sowie der Ausweitung des Humboldt-Forschungspreisprogramms auf die Geisteswissenschaften.

Wolfgang Paul wurde 1913 im sächsischen Lorenzkirch geboren und starb 1993 in Bonn. Er studierte in München und Berlin und habilitierte sich 1944 in Kiel. Er war seit 1952 Professor und Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Bonn und zudem in leitenden Funktionen beim Kernforschungszentrum Jülich, CERN in Genf sowie beim Deutschen Elektronensynchrotron (DESY) in Hamburg tätig.

Für die Entwicklung der "Paul-Falle", mit deren Hilfe Atomkerne "eingefangen" werden können, erhielt Wolfgang Paul zusammen mit Hans G. Dehmelt und Norman F. Ramsey 1989 den Physik-Nobelpreis. Einen erheblichen Teil des Preisgeldes brachte er als Zuwendung zur Wolfgang Paul-Stiftung in die Alexander von Humboldt-Stiftung ein.

1975-1979

Professor Dr. Feodor Lynen

Feodor Lynen
Feodor Lynen

Feodor Lynen, einer der großen Wegbereiter der klassischen Biochemie, trat als Präsident der Humboldt-Stiftung unbeirrbar dafür ein, wissenschaftliche Qualität unabhängig von politischen Bedingungen zu fördern. Unter seiner Führung gelang es, die wissenschaftlichen Austauschbeziehungen mit China wieder aufzunehmen und die zu Japan erheblich zu intensivieren. Der Humboldt-Stiftung hinterließ er als Vermächtnis das später nach ihm benannte Feodor Lynen-Programm, das deutschen Nachwuchswissenschaftlern einen Auslandsforschungsaufenthalt bei Humboldtianern ermöglicht.

Feodor Lynen wurde 1911 geboren und starb 1979. Sein ganzes Leben verbrachte er in München: Promotion 1937, Habilitation 1941, Dozentur 1942, außerordentliche Professur 1947 und ordentliche Professur für Biochemie 1956 jeweils an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 1956 war er Direktor des Max-Planck-Instituts für Zellchemie (1972 in das Max-Planck-Institut für Biochemie eingegliedert). 1964 erhielt er gemeinsam mit Konrad Bloch den Nobelpreis für Medizin für seine Arbeiten über Mechanismus und Regulation des Cholesterin- und Fettsäureumsatzes.

1953-1975

Professor Dr. Werner Heisenberg

Werner Heisenberg
Werner Heisenberg

Werner Heisenberg, einer der berühmtesten Physiker des 20. Jahrhunderts, prägte als erster Präsident der wieder errichteten Alexander von Humboldt-Stiftung nicht nur deren Prinzipien, sondern vertrat sie auch vehement nach außen. Sein Name bürgte für Integrität, wissenschaftliche Qualität und Unbestechlichkeit im menschlichen und politischen Urteil. Im Ausland wurde seine Präsidentschaft als Signal empfunden. Er setzte für die akademischen Förderprogramme der Alexander von Humboldt-Stiftung das differenzierte Auswahlverfahren durch, bei dem Bewerberinnen und Bewerber aller Disziplinen und Nationen gleichberechtigt sind.

Heisenberg wurde 1901 in Würzburg geboren und starb 1976 in München nach einem überaus erfolgreichen Wissenschaftlerleben: Promotion mit 22 Jahren in München, Habilitation mit 23 Jahren in Göttingen, ordentliche Professur für Theoretische Physik in Leipzig mit 26 Jahren. In diesem Alter formulierte er auch das Prinzip der "Unbestimmtheitsrelation", für das er mit dem Nobelpreis für Physik des Jahres 1932 ausgezeichnet wurde.