Nachrichten aus der Stiftung

Hilfe für verfolgte Wissenschaftler

Die Alexander von Humboldt-Stiftung startet ihre Philipp Schwartz-Initiative. Mit dem Programm unterstützt sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Schutz in Deutschland suchen, weil ihnen in ihrer Heimat Krieg oder Verfolgung drohen. Die Initiative wurde im Oktober 2015 in Berlin erstmals öffentlich vorgestellt.

Bei der Vorstellung der Philipp Schwartz-Initiative in Berlin
Bei der Vorstellung der Philipp Schwartz-Initiative in Berlin (v.l.): Andreas Görgen, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts, Susan Ferenz-Schwartz, Tochter des Namensgebers, Helmut Schwarz, Präsident der Humboldt-Stiftung (Foto: Humboldt-Stiftung / Svea Pietschmann)

Das Programm soll deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen in die Lage versetzen, ausländische Forscher für zwei Jahre bei sich aufzunehmen, damit diese ihre Arbeit in Deutschland fortsetzen können. Ab Sommer 2016 sollen 20 solcher Forscher unterstützt werden. Ziel ist es, neben der Förderung von Personen auch eine Plattform für den Austausch zur besonderen Situation gefährdeter Forscher zu organisieren. Mit Informationsveranstaltungen und Beratungsangeboten – unter anderem in Kooperation mit erfahrenen internationalen Partnerorganisationen wie dem Scholars at Risk Network und dem Scholar Rescue Fund des Institute of International Education – sollen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland für sie sensibilisiert werden. „Wir wollen ein Zeichen für die Weltoffenheit der deutschen Wissenschaft setzen“, betont der Präsident der Humboldt- Stiftung Helmut Schwarz. „Wir helfen Menschen, die unser Wissenschaftssystem bereichern können und zugleich in ihrer Heimat dringend gebraucht werden, wenn es dort eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages an den Wiederaufbau geht.“

Philipp Schwartz, Gründer der Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland
Philipp Schwartz, Gründer der „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland" (Foto: Archiv Gerald Kreft)

Die Zuwendungen des Auswärtigen Amts zur Finanzierung des Programms werden durch private Mittel ergänzt. Aktuell haben die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung und die Robert Bosch Stiftung Mittel in Höhe von gut einer Million Euro zugesagt. Weitere Zuwendungen sind willkommen. Die Initiative ist nach dem Pathologen jüdischen Glaubens Philipp Schwartz benannt, der selbst 1933 vor den Nazis aus Deutschland fliehen musste und die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ gründete.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gefährdete Wissenschaftler bei sich aufnehmen möchten, können sich bis 31. März 2016 für das Programm bewerben. Näheres im Internet: www.philipp-schwartz-initiative.de.

aus Humboldt Kosmos 105/2016