Die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes

Mit der Philipp Schwartz-Initiative erhalten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Forschende im Rahmen eines Vollstipendiums für 24 Monate aufzunehmen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Verlängerung im Rahmen eines Kofinanzierungs-Modells.

Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die  Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

Die nächste Runde der Philipp Schwartz-Initiative wird voraussichtlich im Dezember 2018 ausgeschrieben werden. Die Antragsunterlagen finden Sie dann hier. Bitte informieren Sie uns unter schwartz-initiative@avh.de, wenn Sie noch nicht in unserem Mailverteiler erfasst sind. Sie werden dann automatisch über die Ausschreibung informiert.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Einrichtungen in Deutschland, die folgenden Kategorien zugeordnet werden können:

  • Staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen
  • Max Planck Institute, Helmholtz-Institute, Leibniz-Institute, Fraunhofer-Institute
  • Bundes- und Landesforschungseinrichtungen
  • Weitere Forschungseinrichtungen, die ihre Forschungsinhalte und -strukturen überzeugend darlegen können

Erfolgreiche Antragsteller werden in die Lage versetzt, einer gefährdeten Forscherin oder einem solchen Forscher ein Philipp Schwartz-Stipendium zu verleihen. Im Einzelnen:

  • Erfolgreiche Antragstellende aus vorherigen Runden (Antragstellung ohne neues Konzept, nur mit zu fördernden Personen)
  • Nicht erfolgreiche Antragstellende aus vorherigen Runden
  • Erst-Antragstellende

Bitte beachten Sie, dass Forscherinnen und Forscher sich in diesem Programm nicht direkt bewerben können. Bitte wenden Sie sich an potenzielle Gastinstitutionen in Deutschland, die eine Antragstellung übernehmen können.

Wer kann ein Philipp Schwartz-Stipendium erhalten?

Für eine Förderung von Forschungsvorhaben im Rahmen von Philipp Schwartz-Stipendien kommen nachweislich gefährdete Forschende aus allen Fachgebieten und allen Herkunftsländern in Betracht, die:

  • über eine Promotion oder einen vergleichbaren akademischen Grad (Ph.D., C.Sc. oder Äquivalent) verfügen
  • sich zum Zeitpunkt der Antragstellung grundsätzlich noch nicht bzw. nicht mehr als drei Jahre außerhalb des Heimatlandes aufhalten; "Bildungsinländer" sind ausgeschlossen
  • über Sprachkenntnisse verfügen, die für die erfolgreiche Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich sind
  • die über wissenschaftliche Qualifikationen (z.B. Publikationen) verfügen
  • die Potenzial zur Integration in den (wissenschaftsbezogenen) Arbeitsmarkt besitzen
  • die noch nicht im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative gefördert wurden
  • Personen, die aufgrund einer doppelten Staatsbürgerschaft Zugang zu einem sicheren Aufenthaltsland haben sowie deutsche Staatsangehörige sind von einer Nominierung ausgeschlossen.
  • Mehrfachnominierungen einer Person durch mehrere potenzielle Gasteinrichtungen sind ausgeschlossen.

Für die Humboldt-Stiftung sind weder Herkunftsland noch Aufenthaltsort relevant, sofern die Gefährdung im Sinne der Programminformationen nachgewiesen ist.

Institutionen, die an der Aufnahme gefährdeter Forschender interessiert sind, aber keine spezifische Person im Blick haben, können sich an das Scholars at Risk Network (SAR), den Scholar Rescue Fund des Institute of International Education (SRF) oder den Council for At-Risk Academics (CARA) wenden. Alle drei Organisationen platzieren selbst gefährdete Forschende und können entsprechende Vorschläge machen.

Was schließt die Förderung ein?

Aufnehmende Institutionen erhalten Fördermittel von der Humboldt-Stiftung und übernehmen ihrerseits die Rolle des Stipendiengebers gegenüber den Philipp Schwartz-Stipendiatinnen und -Stipendiaten. Die Förderung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Stipendienmittel einschließlich Nebenleistungen von insgesamt 3.500 EUR/Monat für bis zu 24 Monate (eine Verlängerung von bis zu 12 Monaten im Rahmen eines Kofinanzierungsmodells kann im Laufe der Erstförderung beantragt werden)
  • Einmalige Pauschale in Höhe von 12.000 EUR für die aufnehmende Institution

Aus welchen Komponenten setzt sich ein Antrag zusammen?

  • Konzept der aufnehmenden Institution zum Umgang mit gefährdeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (nicht erforderlich bei erfolgreicher Antragstellung in einer vorherigen Runde)
  • Antrag auf ein Philipp Schwartz-Stipendium inkl. Nachweis der Gefährdung
  • Finanzierungsplan

Wie kann die Gefährdung einer Person im Kontext der Philipp Schwartz-Initiative nachgewiesen werden?

Eine Gefährdung im Sinne der Philipp Schwartz-Initiative kann auf folgende Arten nachgewiesen werden:

  • durch einen aufenthaltsrechtlichen Status im Zusammenhang eines Asylverfahrens, aus dem eine anerkannte Gefährdung hervorgeht
  • durch einen glaubwürdigen, nicht mehr als 12 Monate vor Antragsschluss erstellten Nachweis der Gefährdung von dritter Stelle, z. B. Dokumentation durch das Scholars at Risk Network (SAR), den Scholar Rescue Fund (SRF) oder den Council for At-Risk Academics (CARA)

Anfragen zu Gefährdungsnachweisen können bei SRF und CARA ausschließlich durch Universitäten und andere Einrichtungen gestellt werden. SAR akzeptiert Anfragen von Einrichtungen und einzelnen gefährdeten Forschenden. Eine Anfrage sollte nicht bei mehr als einer der Partnerorganisationen gestellt werden.

Die rechtzeitige Erstellung von Gefährdungsnachweisen kann nicht gewährleistet werden, wenn die dafür erforderlichen Dokumente nicht mindestens drei Wochen vor Ablauf der Antragsfrist vollständig bei SAR, SRF oder CARA vorliegen.

Weitere Informationen

Es liegt in der Verantwortung der aufnehmenden Institution im Einzelfall sicherzustellen, dass der aufenthaltsrechtliche Status der zu fördernden Person einen Aufenthalt im Rahmen des Philipp Schwartz-Stipendiums an der jeweiligen Institution ermöglicht. Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen.

 

Die auf der Website verfügbaren Dokumente sind die jeweils gültigen Fassungen der Unterlagen.

 

Programmunterlagen 4. Runde

Verlängerung für Philipp Schwartz-Stipendien (alle Runden)

Programmunterlagen (bisherige Runden)

Programmunterlagen 3. Runde

Programmunterlagen 2. Runde

Programmunterlagen 1. Runde

Berichtsunterlagen (alle Runden)

Die folgenden Veranstaltungen richten sich primär an Vertreterinnen und Vertreter interessierter Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Für gefährdete Forschende sind sie inhaltlich weniger relevant.

2019 German Forum for Academic Freedom
of the Alliance of Science Organisations in Germany
Berlin, 18.-19. März 2019

- Teilnahme nur auf Einladung -

Das 2019 German Forum for Academic Freedom wird unter Federführung der Alexander von Humboldt-Stiftung unter Beteiligung der folgenden deutschen Wissenschafts(förder)organisationen veranstaltet: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD), Wissenschaftsrat, Nationale Aakademie der Wissenschaften Leopoldina, Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), Leibniz-Gemeinschaft (WGL) und Max-Planck-Gesellschaft (MPG).

Das Forum bietet gefährdeten Forschenden, ihren Gasteinrichtungen sowie Förder- und Partnerorganisationen aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, sich zu aktuellen Entwicklungen und Strategien im Zusammenhang mit dem Thema Akademische Freiheit auseinanderzusetzen. Einen weiteren Schwerpunkt werden Informationen der Allianzorganisationen zu Karriereperspektiven für gefährdete Forschende bilden.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Einladungen werden in der zweiten Jahreshälfte 2018 versendet. Bitte informieren Sie uns unter schwartz-initiative@avh.de, wenn Sie in den Einladungsverteiler aufgenommen werden möchten.

Archiv

  • Scholars at Risk 2018 Global Congress
    The University and the Future of Democracy
    Berlin, 23. - 26. April 2018

    Der Scholars at Risk 2018 Congress wird gemeinsam vom Scholars at Risk Network, der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Freien Universität Berlin ausgerichtet. Unter dem Titel The University and the Future of Democracy beleuchtet er im Rahmen von verschiedenen Formaten wie Keynotes, Plenar- und Paneldiskussionen, Dialogen mit Forschenden und Arbeitsgruppen Bedrohungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die wissenschaftliche Freiheit und betrachtet Möglichkeiten, sich auf individueller, institutioneller und politischer Ebene für den Schutz wissenschaftlicher Gemeinschaften, freiheitlicher Diskurse und Werte einzusetzen. Ein dem Congress vorgeschalteter Workshop befasst sich mit den vielfältigen Aktivitäten des Scholars at Risk Network („protection, advocacy, values‐promotion“).

    Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier.

  • 3. Workshop zur Philipp Schwartz-Initiative
    Berlin, 27. - 28. April 2017

    Die Humboldt-Stiftung veranstaltet mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Scholars at Risk Network (SAR), dem Scholar Rescue Fund (SRF) und dem Council for At-Risk Academics (CARA) einen Workshop zum Erfahrungsaustausch zwischen Institutionen in Deutschland, die gefährdete Forschende aufgenommen haben bzw. daran interessiert sind. Vertreter von SAR, SRF und CARA geben Hinweise aus Expertensicht. Die Veranstaltung findet unter dem Schirm der deutschen Sektion des Scholars at Risk Network statt.
    Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.
  • Gründung einer deutschen Sektion des SAR-Netzwerks
    Bonn, 20. September 2016

    Unter Federführung der Humboldt-Stiftung gründen 20 Universitäten und Forschungseinrichtung die deutsche Sektion des SAR-Netzwerks.
    Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.
  • Scholars at Risk Network 2016 Global Congress
    Montreal, Kanada, 7. - 10. Juni 2016

    Über 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft beraten über Möglichkeiten, den Schutz von Hochschulen und Forschenden zu verbessern. Ein weiteres Thema ist die Stärkung der Rolle des Hochschulsektors auf dem Weg zu einer friedlicheren, gerechteren und nachhaltigen Weltpolitik.
    Mehr zum SAR 2016 Congress.
  • Annual IIE Scholar Rescue Fund Forum: Scholar Voices and University Action
    New York City, USA, 28. - 29. April 2016

    Das Jahrestreffen des SRF Forum bringt Akteure unterschiedlicher Sektoren zusammen. Thema ist die Unterstützung gefährdeter Forschender, die in ihren Heimatländern Zensur, Gewalt und andere Menschenrechtsverletzungen erleiden. Besprochen wird auch die Rolle von Universitäten im Zusammenhang mit Notsituationen im höheren Bildungssektor. Bitte kontaktieren Sie srf@iie.org für weitere Informationen.
  • 2. Workshop zur Philipp Schwartz-Initiative
    Berlin, 19. - 20. April 2016

    Die Humboldt-Stiftung veranstaltet mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Scholars at Risk Network (SAR), dem Scholar Rescue Fund (SRF) und dem Council for At-Risk Academics (CARA) einen Workshop zum Erfahrungsaustausch zwischen Institutionen in Deutschland, die gefährdete Forschende aufgenommen haben bzw. daran interessiert sind. Vertreter von SAR, SRF und CARA geben Hinweise aus Expertensicht. Mit den Teilnehmenden diskutiert wird auch die Möglichkeit einer deutschen Sektion des Scholars at Risk Network, um einen regelmäßigen Austausch zum Umgang mit gefährdeten Forschenden in Deutschland zu unterstützen und eine Verbindung zwischen dem Forschungsstandort Deutschland und dem globalen SAR Network zu schaffen.
    Das Programm des Workshops finden Sie hier.

Partner der Philipp Schwartz-Initiative

Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland erhalten im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative Unterstützung durch das Scholars at Risk Network, den Scholar Rescue Fund und den Council for At-Risk Academics. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat mit diesen führenden Organisationen im Bereich der Unterstützung gefährdeter Forschender Vereinbarungen über Beratungs- und andere Dienstleistungen getroffen. Dies beinhaltet Unterstützung bei der Identifizierung geeigneter Forschender, die Prüfung des Gefährdungsstatus einzelner Kandidaten, aufenthaltsvorbereitende und -begleitende Beratung für Gastforscher und Gastgeber und Hilfe in Übergangsphasen sowie mitunter Anschlusslösungen nach Ende des Philipp Schwartz-Stipendiums.

Weitere Informationen zu den Organisationen und den angebotenen Maßnahmen finden Sie über die untenstehenden Links und Ansprechpartner.

Scholars at Risk (SAR) ist ein internationales Netzwerk, in dem über 500 Hochschulen, Forschungsinstitutionen und andere Wissen­schafts­orga­nisationen in 38 Staaten zusammenarbeiten, um gefährdete Forscher zu schützen und Werte wie die wissenschaftliche Freiheit zu stärken. mehr ...

Das Institute of International Education (IIE), eine unabhängige Nonprofit-Organisation, rief den Scholar Rescue Fund (SRF) 2002 als Reaktion auf anhaltende Angriffe auf Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt ins Leben. mehr ...

Der Council for At-Risk Academics (Cara) wurde 1933 in London gegründet, als das nationalsozialistische Regime begann, zahlreiche Forschende aus ihren Stellungen an deutschen Universitäten zu vertreiben. mehr ...

Kontakt

Leiterin Referat
Strategische Planung

Dr. Barbara Sheldon
Tel.: +49 (0)228 833 109

Philipp Schwartz-Initiative

Referent
Frank Albrecht
Tel.: +49 (0)228 833 122

Programmberaterinnen
Katja Machacsek, Tel.: +49 (0)228 833 182
Katharina Poth, +49 (0)228 833 166
Svetlana Strobel, Tel.: +49 (0)228 833 409

schwartz-initiative(at)avh.de

Presseanfragen
presse(at)avh.de
Tel.: +49 (0)228 833 144

Weitere Informationen

Humboldt Kosmos Ausgabe Nr. 106/2016

Humboldt Kosmos: "Bedroht"

Das Magazin der Alexander von Humboldt-Stiftung beschäftigt sich in seiner 106. Ausgabe mit Forschern, die zu Flüchtlingen werden.

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