20. Juni 2012, Nr. 18/2012
Bundespräsident Gauck wirbt für Willkommenskultur in Deutschland
Begegnung mit Humboldt-Stipendiaten in Berlin
Ausländische Forscher und ihre Familien sollen sich in Deutschland willkommen fühlen, so betonte Bundespräsident Joachim Gauck gestern in Berlin. Während der Jahrestagung der Alexander von Humboldt-Stiftung sprach Gauck zu über 600 ausländischen Forscherinnen und Forschern, die zurzeit als Humboldt-Stipendiaten in Deutschland sind. "Wenn unsere Seele offen für andere ist, dann öffnet sich auch unser Geist. Dann kommt Bewegung in Herz und Hirn. Ich möchte Ihnen danken, denn Sie haben sich entschieden, einen Teil Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn in Deutschland zu absolvieren. Das ist ein Vertrauensbeweis, ein Geschenk für unser Land", sagte Gauck zu den Humboldtianern.
Gauck unterstrich die Bedeutung der Verbesserung von Rahmenbedingungen, wie der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und den Ausbau von Kinderbetreuung an Universitäten und in den Kommunen, um Deutschland für hochqualifizierte Akademiker aus dem Ausland attraktiver zu machen. "Freuen würde ich mich aber ganz besonders, wenn möglichst viele Humboldtianer Deutschland sogar dauerhaft zum Arbeits- und Lebensmittelpunkt wählen", so der Bundespräsident.
Universitäten und Forschungsorganisationen müssten ein Feld für Vordenker und für wichtige Zukunftsfragen sein, sagte Bundespräsident Gauck. "Frei forschen zu können ist ein Privileg! Seien Sie mutig und gehen Sie Ihren Ahnungen, Ihren Intuitionen nach!"
Die Alexander von Humboldt-Stiftung
Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 25.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 130 Ländern – unter ihnen 48 Nobelpreisträger.