18. Januar 2013, Nr. 03/2013

Allianz der Wissenschaftsorganisationen zu Grundsätzen der wissenschaftlichen Qualitätssicherung

Eine gemeinsame Erklärung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen

Die Philosophische Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf (HHU Düsseldorf) führt derzeit ein Verfahren zur Überprüfung von Plagiatsvorwürfen durch, die gegen Frau Prof. Dr. Annette Schavan erhoben werden. In diesem Zusammenhang hat die Universität mit Datum vom 16. Januar 2013 ein Rechtsgutachten zum Verfahrensablauf veröffentlicht, demzufolge „[…] rechtlich relevante Verfahrensfehler nicht festzustellen“ seien.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen nimmt diese Bewertung zur Kenntnis und weist darauf hin, dass verfahrensrechtliche Korrektheit unverzichtbarer Verfahrensbestandteil sein muss. Gleichwohl ist sie nur eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung, um die Entscheidung über die Aberkennung eines Doktorgrades zu begründen. Letzteres setzt vielmehr auch in der Wissenschaft übliche Verfahrenselemente wie das Mehraugen-Prinzip, die Trennung von Begutachten, Bewerten und Entscheiden sowie eine angemessene Berücksichtigung des Entstehungskontextes voraus, dessen inhaltliche Bewertung nur auf der Basis einschlägiger fachwissenschaftlicher Expertise vorgenommen werden kann.

Maßgeblich für den Umgang mit Fragen des wissenschaftlichen Fehlverhaltens sind nach Auffassung der Allianz unverändert die einschlägigen Richtlinien der DFG zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Die Allianz fordert deshalb alle Verfahrensverantwortlichen dazu auf, sich an diesen bewährten Standards auch in gegenwärtig laufenden Verfahren zu orientieren.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschafts- und Forschungsorganisationen in Deutschland. Sie nimmt regelmäßig zu Fragen der Wissenschaftspolitik, Forschungsförderung und strukturellen Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems Stellung. Mitglieder der Allianz sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 25.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 130 Ländern – unter ihnen 49 Nobelpreisträger.

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Gemeinsame Erklärung von:

Alexander von Humboldt-Stiftung
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Deutscher Akademischer Austauschdienst
Fraunhofer Gesellschaft
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Max-Planck-Gesellschaft
Leibniz-Gemeinschaft
Wissenschaftsrat