20. September 2016, Nr. 21/2016

Universitäten wollen gefährdete Forscher besser unterstützen

Deutsche Sektion des Scholars at Risk Network gegründet – Alexander von Humboldt-Stiftung übernimmt Sekretariat

In ihrer Heimat herrscht Krieg, ihre Forschungsfreiheit wird eingeschränkt oder sie werden verfolgt: In vielen Teilen der Welt sind Wissenschaftler gefährdet. Doch wie kann man diese Forscher am besten unterstützen? Wie können sie einen sicheren Ort für ihre Arbeit finden und zum Beispiel an deutschen Hochschulen Fuß fassen?

Heute haben 20 Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Bonn die deutsche Sektion des Scholars at Risk Network (SAR) gegründet, um sich über solche Fragen auszutauschen und auf Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit aufmerksam zu machen. Die deutsche Sektion ist Teil des internationalen Scholars at Risk Network (SAR), in dem Bildungseinrichtungen weltweit zusammenarbeiten. Die Alexander von Humboldt-Stiftung übernimmt bis März 2019 das Sekretariat der deutschen Sektion.

Gründung des SAR-Network Deutschland

Thomas Hesse, Stellvertretender Generalsekretär der Humboldt-
Stiftung und Sinead O'Gorman, Europadirektorin des
internationalen Scholars at Risk Network, bei der Übergabe
der Gründungsurkunde
(Foto: Humboldt-Stiftung/Anne Servos)

Die deutsche Sektion des Scholars at Risk Network wird auch die Philipp Schwartz-Initiative unterstützen, die von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Auswärtigen Amt entwickelt wurde und durch Stipendien den Aufenthalt gefährdeter Forscher an deutschen Universitäten fördert. Partnerorganisationen der Alexander von Humboldt-Stiftung bei der Hilfe für gefährdete Forscher sind auch der Scholar Rescue Fund und der Council for At-Risk Academics.

„Die Zusammenarbeit mit Hochschulen weltweit ist entscheidend, um gefährdeten Forschern zu helfen“, so Thomas Hesse, stellvertretender Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung. Sinead O’Gorman, Europadirektorin des internationalen Scholars at Risk Network, betonte: „Wir freuen uns sehr über die Gründung der deutschen Sektion. So helfen die deutschen Universitäten, den freien Austausch in der Forschung zu stärken“.

Die Gründungsmitglieder des deutschen Scholars at Risk Network:

  • Universität Bayreuth
  • Alice Salomon Hochschule Berlin
  • Bard College Berlin
  • Freie Universität Berlin
  • Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • International Psychoanalytic University Berlin
  • Universität Bielefeld
  • Ruhr-Universität Bochum
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Technische Universität Darmstadt
  • Technische Universität Dresden
  • Universität Duisburg-Essen
  • Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Universität Hamburg
  • Karlsruher Institut für Technologie
  • Universität zu Köln
  • Hochschule Mannheim
  • Universität Siegen
  • Eberhard Karls Universität Tübingen
Gründung des SAR-Network Deutschland

Vertreter der beteiligten Hochschulen mit Thomas Hesse, dem Stellvertretendem Generalsekretär der Humboldt-Stiftung und Sinead O'Gorman, der Europadirektorin des internationalen Scholars at Risk Network
(Foto: Humboldt-Stiftung/Anne Servos)

Am 27. und 28. April 2017 werden sich Vertreter aller beteiligten Hochschulen in Berlin erneut treffen, um dort weiter über die Unterstützung gefährdeter Forscher zu beraten.

Ein Steuerungsgremium mit Vertretern des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Hochschulrektorenkonferenz sowie Vertretern der Hochschulen wird die Arbeit der deutschen Sektion des Scholars at Risk Network (SAR) begleiten.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 27.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 52 Nobelpreisträger.

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