25. Januar 2019, Nr. 03/2019

Die Humboldt-Stiftung trauert um Wolfgang Frühwald

Der ehemalige Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Professor Dr. Wolfgang Frühwald ist am 18. Januar 2019 im Alter von 83 Jahren verstorben. Der international renommierte Germanist war von 1999 bis 2007 Präsident der Humboldt-Stiftung.

Wolfgang Frühwald mit der Büste Alexander von Humboldts

Foto: Humboldt-Stiftung/Eric Lichtenscheidt

„Wolfgang Frühwald wird uns allen als weitsichtiger Vordenker und tatkräftiger Gestalter in Erinnerung bleiben. Er hat die Geschicke der Stiftung mit größtem persönlichen Engagement, intellektueller Scharfsichtigkeit und einem untrüglichen Gespür für wichtige Entwicklungen in der Wissenschaftslandschaft auch in schwierigen Zeiten gelenkt“, sagte Hans-Christian Pape, der seit 2018 Präsident der Humboldt-Stiftung ist.

„Mit seinem so zurückhaltenden wie treffsicheren Rat hat Wolfgang Frühwald nicht nur meinem Vorgänger Helmut Schwarz, sondern auch mir viele Türen geöffnet. Ohne Wolfgang Frühwald wäre die Humboldt-Stiftung heute nicht da, wo sie steht. Dafür sind wir ihm sehr dankbar und wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, betonte Pape.

In Frühwalds Zeit fielen die Einrichtung wichtiger und wegweisender neuer Programme, wie des Sofja Kovalevskaja-Preises, der jungen Talenten aus dem Ausland in einer frühen Phase ihrer Karriere einzigartige Forschungskonditionen ermöglicht und ihnen großes Vertrauen und Verantwortung schenkt. Mit Initiativen wie dem Preis für die freundlichste Ausländerbehörde, eine Idee Wolfgang Frühwalds, setzte die Stiftung viel beachtete und wirkungsvolle politische Impulse. Auch für die Stiftung wichtige Reformen wie die Abschaffung starrer Altersgrenzen in den Stipendienprogrammen wurden während seiner Präsidentschaft umgesetzt.

Wolfgang Frühwald war bis zuletzt ein inner- und außerhalb des Humboldt-Netzwerks geschätzter und gefragter Experte zur deutschen und internationalen Forschungspolitik. Er promovierte 1961 und habilitierte sich 1969 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1970 an war er Professor an der Universität Trier-Kaiserslautern und kehrte 1974 als Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an die LMU München zurück. Dort wurde er 2003 emeritiert. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Germanist war Frühwald als erfolgreicher Wissenschaftsmanager aktiv, etwa als Mitglied des Wissenschaftsrates und von 1992 bis 1997 als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

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