24. Juni 2019, Nr. 13/2019

Gefährdete Wissenschaftler erhalten Schutz in Deutschland: Philipp Schwartz-Initiative fördert weitere 38 Stipendiaten

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat die Forschungseinrichtungen der fünften Runde der Philipp Schwartz-Initiative ausgewählt: 28 Einrichtungen aus ganz Deutschland können mit Hilfe der Initiative gefährdete ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei sich aufnehmen.

Insgesamt werden 38 Forscher, die Schutz in Deutschland suchen, weil ihnen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen, finanziell unterstützt werden. Die Wissenschaftler forschen ab Oktober 2019 für zwei Jahre als Philipp Schwartz-Stipendiaten an den ausgewählten Einrichtungen.

Die 28 Gasteinrichtungen wurden aus 56 Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgewählt, die einen oder mehrere gefährdete Wissenschaftler aufnehmen wollen und sich hierfür mit Konzepten zur persönlichen und wissenschaftlichen Einbindung der Forscher beworben hatten. Insgesamt sind 96 Personen nominiert worden. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren neben der Qualität der Einbindung, der wissenschaftlichen Passung und Qualifikation der Forscher auch die Perspektiven für einen erfolgreichen beruflichen Neustart.

Die Forscher, die an den nun ausgewählten Hochschulen aufgenommen werden, stammen aus der Türkei (26 Stipendiaten), Syrien (7 Stipendiaten), Kamerun (2 Stipendiaten) sowie dem Iran, der Ukraine und aus Zimbabwe (jeweils 1 Stipendiat).

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Auswärtigen Amt 2016 ins Leben gerufen. Mittlerweile steht fest, dass sie dauerhaft vom Auswärtigen Amt finanziert wird. Ferner sind auch Stiftungen im In- und Ausland an der Finanzierung der Initiative beteiligt. Jährlich können so bis 50 Philipp Schwartz-Stipendien gefördert werden.

In der fünften Runde der Philipp Schwartz-Initiative wurden folgende Hochschulen ausgewählt, um gefährdete Forscher bei sich aufzunehmen:

  • RWTH Aachen
  • Hochschule Anhalt
  • Universität Augsburg
  • Universität Bamberg
  • Freie Universität Berlin
  • Humboldt-Universität Berlin
  • Universität Bochum
  • Julius-Kühn-Institut Braunschweig
  • Technische Universität Darmstadt
  • Technische Universität Dresden
  • Universität Duisburg-Essen
  • Goethe Universität Frankfurt a.M.
  • Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
  • Universität Freiburg
  • Universität Gießen
  • Universität Göttingen
  • Universität Hamburg
  • Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
  • Universität Heidelberg
  • Karlsruher Institut für Technologie
  • Universität Köln
  • Universität Leipzig
  • Universität Mannheim
  • Universität Marburg
  • Universität Oldenburg
  • Universität Potsdam
  • Universität Tübingen
  • Universität Ulm

Die Initiative ist nach dem Pathologen jüdischer Abstammung Philipp Schwartz benannt, der 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen musste und die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ gründete. Teil der Initiative sind neben den Stipendien Mittel für die Schaffung von Strukturen an den Gasteinrichtungen sowie Tagungen zum Austausch und zur Vernetzung zwischen den Gasteinrichtungen. Dabei arbeitet die Alexander von Humboldt-Stiftung eng mit internationalen Partnern wie dem Scholars at Risk Network, dem Scholar Rescue Fund und dem Council for At-Risk Academics zusammen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

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