27. Juni 2019, Nr. 14/2019

„Lebensadern der Wissenschaft“: Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel beim Treffen der Humboldt-Stiftung

800 Humboldtianer und ihre Familien zu Gast in Berlin

Sie kommen aus Brasilien, China und den USA, aus Nigeria und Italien, Mexiko und Nepal: Fast 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund 80 Ländern, die derzeit mit einer Förderung der Humboldt-Stiftung an deutschen Hochschulen zu Gast sind, treffen sich seit gestern in Berlin zur Jahrestagung der Humboldt-Stiftung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die Festrede bei der Jahrestagung der Humboldt-Stiftung (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die Festrede bei der Jahrestagung der Humboldt-Stiftung (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Stiftungspräsident Hans-Christian Pape bei der Eröffnung der Jahrestagung (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Enno Aufderheide, Generalsekretär der Humboldt-Stiftung, Stiftungspräsident Hans-Christian Pape, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Günter Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt die Humboldtianer und ihre Familien im Garten von Schloss Bellevue (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt die Humboldtianer und ihre Familien im Garten von Schloss Bellevue (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt die Humboldtianer und ihre Familien im Garten von Schloss Bellevue (Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)
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Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete das Treffen gestern und verlieh die Humboldt-Alumni-Preise, mit denen die Stiftung innovative Netzwerkideen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern im Ausland auszeichnet. Merkel betonte die Bedeutung von Wissenschaftsfreiheit und multilateraler Zusammenarbeit und unterstrich den Beitrag der Humboldt-Stiftung hierzu durch internationale Kooperationen. „Netzwerke von Forschenden sind heute als Lebensadern der Wissenschaft Teil der gelebten und gestalteten Globalisierung. Mit weltweit 30.000 Mitgliedern sticht hier das Humboldt-Netzwerk ganz besonders hervor“, sagte Merkel. Die Humboldt-Stiftung baue nicht nur Brücken innerhalb der Wissenschaft, sondern auch Brücken zwischen Gesellschaften und Kulturen, so Merkel.

Heute sind die Humboldtianer und ihre Familien bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast im Park von Schloss Bellevue. Steinmeier dankte den ausländischen Gastwissenschaftlern für die Zusammenarbeit mit Deutschland. „Wissenschaftliche Exzellenz lebt vom Austausch und Wettbewerb der weltweit Besten. Und Sie alle, die Sie zur Humboldt-Familie gehören, leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag auch zur wissenschaftlichen Vernetzung der Bundesrepublik Deutschland.“

Der Präsident der Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape rief die anwesenden Forscherinnen und Forscher dazu auf, die Grenzen zwischen Disziplinen und Nationen zu überschreiten. Pape unterstrich, wie wichtig der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist: „Wir Forscherinnen und Forscher müssen erklären, was wir tun, was wir tun können, und vor allem, was wir nicht leisten können“, so Pape. Er forderte die anwesenden Humboldtianer auf, die Grenze zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu überbrücken: „Suchen wir nach neuen Wegen, den Dialog aufzunehmen und das Vertrauen zu stärken. Seien wir sensibel und hören wir hin, wenn wir kritisch hinterfragt werden.“

Am Morgen hatte Steinmeier dem japanischen Politologen Masahiro Noguchi den Philipp Franz von Siebold-Preis 2019 für besondere Verdienste um den deutsch-japanischen Austausch übergeben. Am Nachmittag finden Vorträge, Labor- und Campusführungen am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof statt.

Der Besuch der Humboldtianer beim Bundespräsidenten ist seit 1955 Tradition und zugleich der Höhepunkt der Tagung.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.