Ausgezeichnete Netzwerkinitiativen

Humboldt-Alumni-Preis 2020

Bereits zum zwölften Mal zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung innovative Netzwerkideen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern im Ausland aus. Prämiert werden Vorhaben, bei denen sich Humboldt-Alumni für die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und ihren Heimatländern sowie fach- und themenbezogene Forscher-Netzwerke engagieren und welche die Zusammenarbeit in den jeweiligen Regionen stärken. Der Preis ist mit einem Förderbetrag von bis zu 30.000 Euro dotiert. Einer der Humboldt-Alumni-Preise ist zur Förderung von Initiativen zur Vernetzung von Wissenschaftlerinnen bestimmt, mit dem Initiativen prämiert werden, die die Karrierewege von Wissenschaftlerinnen und ihrer Kooperationspartner*innen unter Berücksichtigung beruflicher und familiärer Verpflichtungen fördern und langfristig stärken. Ein weiterer Humboldt-Alumni-Preis dient der Förderung innovativer Formate zur Wissenschaftskommunikation. Es sollen Initiativen prämiert werden, mit denen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihre Kooperationspartner*innen für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft engagieren und die dazu beitragen, das Vertrauen gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Öffentlichkeit zu stärken.

In diesem Jahr werden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Argentinien, Kamerun, Kenia, Neuseeland und Rumänien ausgezeichnet.

Music History from Cross-Cultural Perspectives Network

Die Humboldt-Forschungsstipendiatin Nancy Rachel November ist Professorin für Musikwissenschaften an der University of Auckland in Neuseeland.


Historisch betrachtet wurde Musik stets von einer westlich zentral-europäischen Perspektive aus erforscht und verbreitet. Eine eurozentrische Herangehensweise wurde selbst dann priorisiert, wenn Untersuchungsgegenstand und Untersuchungsort kulturell oder geographisch außerhalb Europas lagen. Mit ihrer Forschernetzwerkinitiative Music History from Cross-Cultural Perspectives Network bringt Nancy November Schlüsselpersonen und Institutionen zusammen, die eine historische Sensibilität für die Komplexität und den Nuancenreichtum regionaler Gesellschaften und Musikkulturen fördern. Das Netzwerk will musikgeschichtliche Forschungen aus austroasiatischen und ostasiatischen Blickwinkeln voranbringen und mit deutschen Zugängen verschränken, um Methoden einer cross-kulturellen Musikologie zu entwickeln. Im Fokus der Netzwerkarbeit stehen zudem Mentoring und die Vermittlung von Kooperationen zwischen etablierten und jüngeren Forschenden.

Global Challenges of the 21st Century: Science and Scientific Communication for Civic Engagement

Die Humboldt-Forschungsstipendiatin Diana Stanciu ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Forschung der Universität Bukarest, Rumänien (ICUB) und Direktorin der dort.beheimateten Romanian Young Academy (RYA)


Was sind die globalen Herausforderungen am Beginn des 21. Jahrhunderts? Die Gründerin der Romanian Young Academy Diana Stanciu möchte mit der Netzwerkinitiative Global Challenges of the 21st Century: Science and Scientific Communication for Civic Engagement ein regional-internationales Netzwerk etablieren, das die Wissenschaftskommunikation und den Wissenstransfer vom akademischen Diskurs in die Gesellschaft fördert. Die Themenschwerpunkte des Forschernetzwerks sind technologischer Fortschritt und Gesundheit/Lebensqualität, Klimawandel und ökologische Nachhaltigkeit; sowie Demokratie und soziale Kohäsion in Europa. Humboldtianer*innen und weitere Wissenschaftler*innen werden ihre Forschungen zivilgesellschaftlich nutzbar machen, sei es in wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen, bei Vorträgen und auf Informationsveranstaltungen für politische Entscheidungsträger*innen oder bei Treffen und Workshops mit Professor*innen, Lehrer*innen und Schüler*innen diverser Fachrichtungen.

Women in Sciences: Trans-disciplinary Initiatives with the „Cameroon Professional Research Oriented Women Network“

Die Georg Forster-Forschungsstipendiatin Evelyn Shiri-Neh Fogwe Chibaka ist Professorin für Sprachwissenschaften und Sprachen und Kulturen Afrikas an der University of Buea, Kamerun.


Anspruch und Wirklichkeit erfolgreicher Karrierewege von Wissenschafterinnen in Einklang zu bringen – das ist das Anliegen von Evelyn Fogwe Chibaka. Sie und ihr bereits ins Leben gerufenes Netzwerk Women in Sciences: Trans-disciplinary Initiatives with the „Cameroon Professional Research Oriented Women Network“ (CaPROWN) haben sich zum Ziel gesetzt, Postdoktorandinnen aus Kamerun aus allen akademischen Disziplinen beruflich zu fördern und zu stärken. Ob sie ihre Karrieren an Universitäten, in Nicht-Regierungsorganisationen oder an anderen Institutionen aufbauen: Das CaPROWN-Netzwerk will mithilfe von Online-Diskussionen und Workshops mit persönlicher Begegnung aktiv dazu beitragen, dass Wissenschaftlerinnen systematisch Unterstützung erhalten, um professionelle und persönliche Kompetenzen zu verbessern und in Forschungsdesign- und Forschungsfinanzierungsfragen konkurrenzfähig zu werden. Langfristig sollen so weibliche Karrieren begleitet, gefördert, integriert, gestärkt und nicht zuletzt international sichtbar gemacht werden.

Formation of a Malaria Vector Control Network in East Africa

Der Forschungspreisträger der Neville Alexander Gedächtnisinitiative Joseph Owuor Lalah ist Professor an der Technical University of Kenya in Nairobi.


Afrika ist südlich der Sahara stark von Malaria betroffen, einer Infektionskrankheit, an der weltweit mehrere hundert Millionen Menschen jährlich erkranken. Eines der Grundprobleme ist ein Mangel an Wissen im Umgang mit den Moskitos, die die Malaria übertragen. Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Moskito-Larven-Kontrolle erfordert Fachwissen aus der Biologie sowie staatliche Förderung. Es besteht jedoch eine Lücke zwischen Forschungsergebnissen und behördlichem Handeln. An dieser Stelle setzt Joseph Owuor Lalahs Formation of a Malaria Vector Control Network in East Africa an: Das Forschernetzwerk bringt eine Sensibilisierungskampagne auf den Weg und implementiert ein sogenanntes Larvenquellen-Management (Larval Source Management) in endemischen Bezirken Kenias, Tansanias und Ugandas. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, Vertretern der nationalen Umweltbehörde, kommunalen Ebenen und Kommunikationsexpert*innen werden die dringend anstehenden Aufgaben angegangen, um langfristig die Mortalitätsrate in der Bevölkerung zu senken.

2019 wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Kuba, Japan, der Russischen Föderation, Südafrika und den USA ausgezeichnet.

Japanische und deutsche Rechtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler pflegen traditionell einen intensiven Austausch. Bereits in einer frühen akademischen Qualifikationsphase wird das Interesse füreinander geweckt. Hiroki Harada setzt sich mit der Netzwerkinitiative Ein Rückgrat für die japanisch-deutsche Kommunikation im öffentlichen Recht dafür ein, das Rechtsverständnis über Deutschland im Bereich des Öffentlichen Rechts in Japan langfristig zu stärken. Erfahrene Forschende stellen deutsch-japanische Begegnungs- und Lernformate bereit, um dem akademischen Nachwuchs im Netzwerk Wissen und Kommunikationsfähigkeiten über die Grundstrukturen des Rechts zu vermitteln. Die Beteiligten vernetzen sich bei Besuchen, auf Doktorandenseminaren und auf Workshops in Japan und Deutschland. Sie vitalisieren so den gesellschaftlich wichtigen, bilateralen Austausch über das angemessene Verhältnis von Staat und Bürger.

Humboldt-Forschungsstipendiat Hiroki Harada ist Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Kyoto, Japan.

Eines der größten Radioteleskope der Welt, das Square Kilometer Array wird heute in einem internationalen Forschungsverbund auf der südlichen Halbkugel gebaut. Madagaskar ist eines der afrikanischen Partnerländer und verfolgt ein großes Interesse an der wissenschaftlichen Beteiligung. Die universitäre Ausbildung im Bereich Astronomie ist im Land jedoch nicht stark ausgeprägt. Hier setzt Roger Ianjamasimanana an und engagiert sich mit den Madagascar-South Africa-Germany Network Initiatives: Mentoring and Teaching of Future & Emerging Young Researchers für die Verbesserung der wissenschaftlichen Ausbildung in Madagaskar. Zusammen mit deutschen, südafrikanischen und madagassischen Forschenden berät und ermutigt Ianjamasimanana Schüler und junge Wissenschaftler zu einer naturwissenschaftlich-technischen Laufbahn. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übernehmen Mentorschaften für jüngere Forschende und coachen sie in der Karriereplanung.

Der Georg Forster-Forschungsstipendiat Roger Ianjamasimanana ist als Postdoktorand am Department of Physics and Electronics der Rhodes University, Grahamstown, Südafrika, tätig.

Der im Osten Kubas gelegene Nationalpark „Alexander von Humboldt“ ist das größte und besterhaltene Residuum eines Gebirgs-Ökosystems in der Karibik. Schon im Jahr 1804 erkannte Alexander von Humboldt auf seiner Reise durch das Land, dass dieser Biodiversitäts-Hot Spot vom Verlust seiner Artenvielfalt bedroht ist. Rayner Núñez verpflichtet sich mit seiner Netzwerkinitiative der Pflege und dem Erhalt der heutigen UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte. Das Vorhaben Cuba revisited – Alexander von Humboldt National Park: A network for Caribbean biodiversity research and conservation versammelt kubanische und internationale Forschende, akademischen Nachwuchs, NGO-Mitarbeiter, Freiwillige und Studierende, die sich für die Vielfalt und den Erhalt der im Nationalpark beheimateten Tier- und Pflanzenarten engagieren. Auf dem Alumniportal Deutschland werden Ergebnisse der Kooperation anderen Forschenden und Naturschützern zugänglich gemacht.

Der Georg Forster-Stipendiat Rayner Núñez ist derzeit für die Planta! – Plantlife Conservation Society in Havanna, Kuba, tätig.

Wie können Frauen von traditionellen Herrschaftsformen und Institutionen geprägte Gesellschaften mitgestalten und gleichberechtigt für Fühungsaufgaben berücksichtigt werden, die gemeinhin für ältere männliche Mitglieder der royalen Familien vorgesehen sind? Zu diesen und weiteren Fragen ruft Christa Rautenbach das Traditional Governance and Women Network ins Leben, das aus Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Südafrika, Sambia und den Niederlanden besteht. Die Mitglieder vernetzen sich in Rundgesprächen, die in den Herkunftsländern der Beteiligten stattfinden und auf denen das Spannungsfeld von traditionellen Regierungsformen und Gender-Fragen näher beleuchtet wird. Ziel der Netzwerkinitiative ist der Aufbau von nachhaltigen, interdisziplinären, transkontinentalen Forschungskooperationen. Die erfahrenen Netzwerkmitglieder werden zudem Informationen über internationale Kooperationsmöglichkeiten an Nachwuchswissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen Jura, Sozialwissenschaften, Anthropologie und Politikwissenschaften vermitteln.

Die Georg Forster-Forschungsstipendiatin Christa Rautenbach ist Professorin an der Juristischen Fakultät der North-West University in Potchefstroom, Südafrika.

Wie begeistert man den akademischen Nachwuchs für die Forschung an Innovationen auf unentdeckten Anwendungsfeldern und entwickelt Technologien so weiter, dass sie neuen Nutzen entfalten? Alexandra Yurkovskaya stellt sich dieser Herausforderung. In dem von ihr initiierten Netzwerk Emerging spin technologies arbeiten erfahrene Forscherpersönlichkeiten mit jüngeren akademischen Generationen zusammen, um wissenschaftliche Durchbrüche in den chemischen, physikalischen und technischen Anwendungsbereichen der Spin-Technologie zu fördern. Im Rahmen der Netzwerk-Initiative sind mehrere Satellitenveranstaltungen am Rande von Konferenzen, Workshops und wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen in Deutschland, Russland und Japan geplant. Auf einer Website werden die gewonnenen Erkenntnisse publik gemacht.

Die Humboldt-Forschungsstipendiatin Alexandra Yurkovskaya ist Leiterin des Forschungslabors am International Tomography Center der sibirischen Außenstelle der Russischen Akademie der Wissenschaften in Novosibirsk, Russische Föderation.

Noch nie waren so viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht wie heute. Abdullahi Yusuf will auf den Zustand und die Veränderungen von Insektenpopulationen aufmerksam machen und ruft mit der Initiative Behavioral and Ecological Principles of Biotic Interactions in Insects ein Netzwerk ins Leben, das Erkenntnisse über die Biodiversität und den allgemeinen Zustand von Ökosystemen in Zeiten des Klimawandels gewinnt. Forscherpersönlichkeiten aus Deutschland, Südafrika, Tansania, Uganda, Kenia und Nigeria arbeiten zusammen mit Studierenden im Rahmen von Veranstaltungen und virtuellen Workshops. Darüber hinaus ist eine Anbindung des Netzwerks an weitere einschlägige Forschungsgemeinschaften beabsichtigt, etwa die African Association of Insect Scientists und die Entomological Society of Southern Africa.

Der Georg Forster-Forschungsstipendiat Abdullahi Yusuf lehrt am Department of Zoology and Entomology der University of Pretoria, Südafrika.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen ziehen ihre Innovationskraft aus dem Engagement aller Beteiligten. Kathrin Zippel engagiert sich mit ihrer Netzwerkinitiative für Geschlechtergerechtigkeit unter Führungskräften im Hochschulmanagement. Mit ihrer Initiative Diffusion of promising practices: Global Links to promote Gender Equality in University Leadership verzahnt Kathrin Zippel ein Netzwerk von Humboldt-Alumni und deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit dem Forschungskonsortium Women in Higher Education Management Network. Anschließend an internationale Gender-Konferenzen in den Niederlanden, Großbritannien, Spanien, Österreich und Australien finden Treffen statt, auf denen die Netzwerkmitglieder den wissenschaftlichen Diskurs strategisch stärken.

Die Humboldt-Forschungsstipendiatin Kathrin Zippel ist Professorin am Department of Sociology and Anthropology der Northeastern University in Boston, USA.

Im Jahr 2018 wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Äthiopien, Chile, Indonesien und den USA ausgezeichnet.

Mit dem Network of female academics and researchers in Ethiopia widmet sich Yalemtsehay Mekonnen in besonderer Weise dem weiblichen akademischen Nachwuchs an den Hochschulen Äthiopiens. Das Land hat in jüngster Vergangenheit hohe Investitionen in den Hochschulsektor und die Ausbildung seiner Studierenden getätigt. Im Mittelpunkt des Engagements der an dem Netzwerk beteiligten Humboldt-Alumni des Landes steht der Kapazitätsaufbau von Nachwuchswissenschaftlerinnen im Bereich Forschung und Lehre. Die Netzwerk-Mitglieder werden Ansprechpartner für Akademikerinnen in den Natur-, Gesundheits-, Agrar- und Ingenieurswissenschaften sowie den Geisteswissenschaften sein. Erfahrene Humboldtianerinnen und Humboldtianer stehen den jüngeren Mentees für Gespräche und Beratung zur Seite.

Die Georg Forster-Forschungsstipendiatin Yalemtsehay Mekonnen ist Professorin für Zellbiologie und Humanphysiologie an der Addis Ababa University in Äthiopien.

it dem Network for the study of contemporary social and political issues in Europe and Latin America: Discussing and Comparing our problems and responses (http://redlae.org/en/) baut Claudio Llanos Reyes ein Netzwerk von Historikern, Soziologen und Ökonomen auf, das sich aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa und Lateinamerika widmet. Die Netzwerk-Mitglieder nehmen gegenseitige Perspektivwechsel ein: Während Mitglieder aus Lateinamerika die europäisch-historische Erfahrungslandschaft eruieren, fokussieren europäische Beteiligte die sogenannte Dritte Welt, mit besonderem Augenmerk auf Lateinamerika seit den 1970er Jahren. Seit dieser Dekade treten tiefgreifender Wandel und Risse innerhalb westlicher Gesellschaften auf. Im Rahmen der Netzwerkinitiative finden unter anderem zwei Konferenzen in Chile unter Einbindung zahlreicher Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie kleinere Treffen und Workshops statt.

Der Georg Forster-Forschungsstipendiat Claudio Llanos Reyes ist Professor am Historischen Institut der Pontificia Universidad Católica in Valparaíso, Chile.

Leenawaty Limantara setzt sich in ihrem ASEAN Urban Network: Understanding the Urban Society mit den wachsenden urbanen Gesellschaften weltweit auseinander. Die städtische Entwicklung hat einen neuen Gesellschaftstypus hervorgebracht: die urbane Gesellschaft. Diese gehen mit viel dimensionierten sozialen, ökonomischen, infrastrukturellen und stadtplanerischen Herausforderungen einher. Durch ihre Initiative wird Limantara eine multidisziplinäre fachliche Zusammenarbeit von Humboldtianerinnen und Humboldtianern der ASEAN-Staaten mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland stärken, die sich zugleich für zukünftige Generationen von Humboldt-Forscherpersönlichkeiten engagieren. Die Mitglieder des Netzwerks werden sich bei Online-Treffen, Workshops, Summer Schools und auf internationalen Konferenzen austauschen. Teil der Initiative ist auch der Aufbau einer Internet-Plattform als Forschungsdatenbank und Ideenpool.

Die Georg Forster-Forschungsstipendiatin Leenawaty Limantara ist Rektorin der Universitas Pembangunan Jaya in Tangerang Selatan, Indonesien.

Mit dem Virtual Humboldt Cluster on the Mechanics and Physics of Adhesion and Grip – MePAG initiiert Robert McMeeking die Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern im Bereich der Materialwissenschaften an führenden Forschungseinrichtungen in den USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Ungarn und Frankreich. Das Cluster dient als Plattform, um Nachwuchsforschenden auf diesem Gebiet in einer frühen Phase ihrer Karriere zu integrieren und sie an das Humboldt-Netzwerk heranzuführen. Bei Workshops und Symposien, bei kurzzeitigen wissenschaftlichen Austauschreisen und in gemeinsamen Publikationen bringen sich die Netzwerkbeteiligten aktiv ein. Zudem werden Scouting-Aktivitäten angestrengt, um weiteren Interessierten, insbesondere Forscherinnen, ein Engagement im Netzwerk zu ermöglichen.

Humboldt-Forschungspreisträger Robert McMeeking ist Distinguished Professor am Department of Mechanical Engineering der University of California in Santa Barbara.

Im Jahr 2017 wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Griechenland, Kanada, Nigeria, der Türkei und Weißrussland ausgezeichnet.

Im Rahmen ihrer Netzwerkinitiative Outstanding Young Women Scientists in Natural Science and Technology: National Mentoring Platform to Support Their Merit fördert Handan Arkin Olğar junge und erfahrene türkische Wissenschaftlerinnen im Rahmen eines Mentorenprogramms. Während jährlich an unterschiedlichen türkischen Universitäten stattfindender Netzwerk-Veranstaltungen werden drei ausgewiesene Forscherinnen ausgezeichnet, die dann individuell bei der Planung ihrer weiteren wissenschaftlichen Karrieren durch Humboldt-Alumni beraten und unterstützt werden. Darüber hinaus erhalten alle Teilnehmerinnen an den Netzwerk-Veranstaltungen die Möglichkeit zum Austausch mit Humboldt-Alumni und anderen erfahrenen Wissenschaftlerinnen sowie Wissenschaftlern aus der Türkei und Deutschland.

Die Humboldt-Forschungsstipendiatin Handan Arkin Olğar ist Professorin am Department of Physics Engineering der Ankara University.

Im Rahmen seiner Initiative Nature Time Responsibility möchte Matthias Fritsch ein bereits während früherer Forschungsaufenthalte in Deutschland gegründetes Netzwerk von Forschenden aus China, Japan, Kanada und Deutschland weiter ausbauen, das sich mit dem Thema der moralischen, rechtlichen und politischen Verantwortung für die Natur gegenüber nachfolgenden Generationen befasst. Im Rahmen der Initiative werden Online-Konferenzen und Webinare durchgeführt und Reisen von Studierenden und Postdocs zum Austausch mit Mitgliedern des Netzwerks unterstützt.

Der Humboldt-Forschungsstipendiat Matthias Fritsch ist Professor am Department of Philosophy der Concordia University in Montreal.

Sergei Levchenko strebt mit seiner Initiative on Smart Energy and Network Technologies: Humboldtians on the way to a Smart Energy World (HISEN) den Aufbau eines länderübergreifenden Expertennetzwerks an. Auf einer virtuellen Plattform werden sich die Teilnehmenden zum Thema intelligente, nachhaltige und bezahlbare Energien austauschen. Weiterhin wird der Wissenstransfer im Bereich intelligenter Technologien der Energieerzeugung, Energiespeicherung, Stromübertragung und der Verbrauchssteuerung unterstützt. Zudem soll mit der Initiative jungen akademischen Generationen, insbesondere in Weißrussland und Ländern der östlichen Partnerschaft, eine Perspektive für die eigene akademische Entwicklung aufgezeigt werden.

Der Humboldt-Forschungsstipendiat Sergei Levchenko ist Professor am Luikov Heat & Mass Transfer Institute der Nationalakademie der Wissenschaften Weißrussland.

Aderemi Raji-Oyelade wird ein länderübergreifendes Forschungsnetzwerk in Subsahara-Afrika aufbauen, das sich der Entwicklung und Verbreitung von Sprichwörtern und „Antisprichwörtern“ (Postproverbials) in 13 afrikanischen Sprachen widmet. Im Rahmen der Initiative PACE Network: Postproverbial Africa – Building a Corpus of Wits in Texts, Media and Performance werden durch Interviews, Fokusgruppendiskussionen und per Fragebogen Sprichwörter und Antisprichwörter in afrikanischen Sprachen gesammelt. Mit Übersetzungen und Erläuterungen werden diese in einer Datenbank als Teil einer Webapplikation den Mitgliedern des Netzwerks zugänglich gemacht. Geplant ist überdies auch die Herausgabe einer multilingualen Publikation.

Der Georg Forster-Forschungsstipendiat Aderemi Raji-Oyelade ist Professor am Department of English der University of Ibadan in Nigeria.

Athina Sioupi ruft im Rahmen ihrer Initiative Deutsch-Mittelmeerisches Netzwerk Sprachwissenschaft (DeMiNeS) ein fächerübergreifendes Netzwerk von Akademikerinnen und Akademikern aus dem Bereich Sprachwissenschaften ins Leben, um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Mittelmeerländern in und außerhalb der Europäischen Union im Bereich der kontrastiven sprachwissenschaftlichen Forschung und Lehre zu intensivieren. Eine Website dient den Beteiligten als Forum für eine länderübergreifende Diskussion und Austausch. Es sind unter anderem eine internationale Fachtagung an der Humboldt-Universität zu Berlin, eine Sommerschule an der Aristoteles-Universität Thessaloniki sowie Ringvorlesungen im Rahmen des Erasmus-Programms für mobile Studierende in Europa geplant.

Die Humboldt-Forschungsstipendiatin Athina Sioupi ist Professorin an der Abteilung für deutsche Sprache und Philologie der Aristoteles-Universität Thessaloniki.

Im Jahr 2016 wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Argentinien, Australien, Großbritannien und der Russischen Föderation prämiert:

m Rahmen ihrer Netzwerkinitiative Museum Networks: People, Itineraries, and Collections (1770-1920) wird die Anthropologin und Sozial- und Ideenhistorikerin Irina Podgorny ein Museen-Netzwerk gründen, in dem sich die Teilnehmerinnen archäologischen und ethnographischen Sammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts widmen. In diesem Netzwerk sollen sich Humboldtianerinnen aus Argentinien, Uruguay und Mexiko sowie zahlreiche Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Lateinamerika, den USA und Europa zusammenschließen. Gemeinsam mit den Netzwerk-Mitgliedern wird Irina Podgorny unter anderem eine Datenbank zum globalen Handel mit naturkundlichen Objekten aufbauen.

Professorin Dr. Dr. Irina Podgorny
hat ihre Promotion im Jahr 1994 an der Universidad Nacional de La Plata in Argentinien abgeschlossen. Von 2002 bis 2003 forschte sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 1995 ist sie am CONICET (National Scientific and Technical Research Council) und seit 2001 am Historischen Museumsarchiv der Fakultät für Natur- und Museumswissenschaften der Universidad Nacional de La Plata in Buenos Aires, Argentinien tätig. 2013 erhielt Irina Podgorny den Georg Forster-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung und kooperierte bis März 2016 mit dem Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin.

Mit seiner Initiative Comparative Institutional Law Network: Strengthening Links between Europe, Southeast Asia, and Oceania möchte der Staats- und Verfassungsrechtler Bertus De Villiers ein Netzwerk von Rechtsexperten aus Australien, Indonesien und Deutschland aufbauen. So will er einen Rechtsdialog zum Verfassungsrecht von Industrie- und Entwicklungsländern etablieren. Bei Netzwerktagungen in allen beteiligten Ländern sollen praktische und aktuelle verfassungsrechtliche Fragen diskutiert werden. Gleichzeitig bieten sie Gelegenheit zum Austausch mit der Justiz, den Parlamenten, Universitäten und Forschungsinstituten.

Professor Dr. Bertus De Villiers
hat seine Promotion im Jahr 1989 an der University of Johannesburg im Fachbereich Öffentliches Recht abgeschlossen. Von 1994 bis 1995 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Bonn am Institut für öffentliches Recht und am Max-Planck-Institut für Öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Seit 2005 ist Bertus De Villiers Mitglied des State Administrative Tribunal of Western Australia und forscht überdies an der Juristischen Fakultät der University of Western Australia und der Curtin University in Perth.

In ihrer Netzwerkinitiative Crossing Borders in the Insular Middle Ages: Humboldt Alumni Network bringt die Anglistin Victoria Ellen Flood junge und arrivierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Ländern Europas zusammen, die Literatur und Sprache des mittelalterlichen Großbritannien, Irland und Island erforschen. Ziel der Netzwerk-Zusammenarbeit ist ein Pilot-Projekt: Es soll eine digitale Karte entstehen, die Auskunft über die Verbreitung und Übersetzung von wissenschaftlichen und historischen Texten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert gibt.

Dr. Victoria Ellen Flood
promovierte im Jahr 2013 im Fachbereich Mittelalterstudien an der Universität York, Großbritannien. Von 2014 bis 2015 verbrachte sie ihren Forschungsaufenthalt als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität Marburg. Seit 2015 lehrt und forscht sie am Institut für Anglistik der Durham University in Großbritannien und wird ab September 2016 an der University of Birmingham im Fachbereich mittelalterliche und frühe moderne Literatur unterrichten.

Mit ihrer Netzwerkinitiative Networking and mobility of excellent women scientists in science, engineering, and technology will sich die Ozeanographin Irina Didenkulova für Frauen engagieren, die in der Wissenschaft Karriere machen wollen. Gemeinsam mit Humboldtianerinnen und weiteren Beteiligten hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität von Wissenschaftlerinnen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zu fördern und auf diese Weise ihre internationalen Forschungskooperationen zu stärken.

Dr. habil. Irina Didenkulova
hat 2006 an der Nizhny Novgorod State University, Russische Föderation, im Fachbereich Strömungsmechanik und 2008 an der Tallinn Technical University, Estland, im Fachbereich Bauingenieurswesen promoviert. 2013 habilitierte sie sich im Fachbereich Ozeanographie am Shirshov Institut für Ozeanologie in Moskau, Russische Föderation. Von 2012 bis 2014 forschte sie im Rahmen ihres Humboldt-Forschungsstipendiums am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Derzeit ist Irina Didenkulova am Marine Systems Institute der Tallinn University of Technology, Estland, und an der Nizhny Novgorod State Technical University, Russische Föderation, tätig.

Im Jahr 2015 wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Bulgarien, Nigeria, Polen, der Ukraine und den USA prämiert:

Der Nigerianer Oluyemi Akinloye möchte mit seiner Initiative Humboldtians’ Education Managers’ Network: Revitalising Higher Education Management and Research Linkage in Nigeria ein Netzwerk von Hochschulmanagerinnen und -managern in seinem Heimatland aufbauen. Damit soll der Erfahrungsaustausch unter Wissenschaftlern, die schon lange im Hochschulmanagement tätig sind, gefördert werden. Gleichzeitig soll ihr Wissen auch an jüngere Kolleginnen und Kollegen weitergegeben werden. Dem Netzwerk soll außerdem eine effizientere Nutzung vorhandener Forschungsinfrastruktur ermöglicht werden.

Prof. Dr. Oluyemi Akinloye
hat seine Promotion im Jahr 2003 im Fachbereich Chemische Pathologie an der University of Ibadan in Nigeria abgeschlossen. Von 2006 bis 2007 war er Georg Forster-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Münster. Oluyemi Akinloye ist seit 2013 Professor für Klinische Chemie und Labormedizin am College of Medicine der University of Lagos in Nigeria.

Die ukrainische Mathematikerin Alexandra V. Antoniouk plant zusammen mit ihrer französischen Kollegin Sylvie Paycha von der Universität Potsdam die Organisation einer Ausstellung mit dem Titel Women-Humboldtians in Mathematics around Europe. A gallery of portraits. Portraits von 13 erfolgreichen Mathematikerinnen sollen im Rahmen der Netzwerkinitiative in zehn europäischen Städten gezeigt werden. Antoniouk will damit das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die großen Unterschiede bei der Anzahl männlicher und weiblicher Mathematiker richten und junge Frauen zu einer Karriere in der Mathematik ermutigen. Im Rahmen der Initiative soll außerdem die Vernetzung und der Austausch unter den Teilnehmenden gefördert werden.

Prof. Dr. Alexandra V. Antoniouk
promovierte 1993 am Kiev Institute of Mathematics der ukrainischen National Academy of Sciences. Von 1997 bis 1998 forschte sie als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Bochum. Seit 1996 unterrichtet sie am Department of Nonlinear Analysis des Institute of Mathematics der National Academy of Sciences in Kiew in der Ukraine.

Die amerikanische Chemikerin Judith Giordan möchte mit ihrer Netzwerkinitiative Women in Innovation: Leveraging the power of the von Humboldt global network to aid women in realizing their potential as innovators and the value of their innovations to address global challenges Wissenschaftlerinnen untereinander vernetzen.
Mithilfe einer Online-Umfrage sollen Erfahrungen von Humboldtianerinnen als erfolgreiche Forscherinnen, Innovatorinnen und Impulsgeberinnen analysiert werden. In einem weltweiten Online-Netzwerk sollen dann die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht werden und ein Forum entstehen, in dem Frauen sich untereinander austauschen und neue, innovative Ideen entwickeln und realisieren können.

Prof. Dr. Judith Giordan
wurde im Jahr 1980 an der University of Maryland, USA, im Fachbereich Biophysikalische Chemie promoviert. Von 1980 bis 1981 war sie Stipendiatin an der Goethe-Universität Frankfurt. Judith Giordan lehrt seit 2014 an der Oregon State University in den USA und ist Mitbegründerin und Vizepräsidentin der Consulting-Firma ecosVC und der Investment Group Chemical Angels Network.

Przemyslaw Marciniak möchte im Rahmen seiner Initiative Byzantine Reception Network – Towards a new field of reception studies ein Netzwerk aufbauen, in dem die Mitglieder sich über die historiografische Tradition von Byzanz und dessen Rezeption in der Literatur, im Theater und in der Populärkultur der Moderne austauschen können. Auch die Forschungsmethodologie des Fachgebiets soll Thema sein. Die Ergebnisse sollen in eine Datenbank einfließen und der Öffentlickeit über eine Website zugänglich gemacht werden.

Prof. Dr. Przemyslaw Marciniak
promovierte 2003 an der Schlesischen Universität in Katowice, Polen, im Fachbereich Gräzistik. Von 2008 bis 2009 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin. Przemyslaw Marciniak ist seit 2014 Leiter des Lehrstuhls für klassische Philologie an der Schlesischen Universität.

Ziel der Netzwerkinitiative Humboldt Astroinformatics Networking des Astronomen und Informatikers Milcho Kirilov Tsvetkov ist die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus seinem Heimatland und den benachbarten Balkanstaaten sowie aus Armenien, Deutschland und der Ukraine, die im Bereich Astroinformatik forschen. Die Mitglieder des Netzwerks sollen Forschungsinstrumente entwickeln und sich über Innovationen in der Informationstechnologie austauschen. Außerdem sollen internationale wissenschaftliche Kooperationen initiiert und ein Webportal für den Austausch und die Vernetzung – auch des wissenschaftlichen Nachwuchs – eingerichtet werden.

Prof. Dr. Milcho Kirilov Tsvetkov
hat seine Promotion 1976 an der Yerevan State University, Armenien, in den Fächern Physik und Mathematik abgeschlossen. Von 1988 bis 1990 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Münster. Milcho Tsvetkov ist seit 2013 Leiter des Sofia Sky Archive Data Center sowie außerordentliches Mitglied am Institute of Mathematics and Informatics der Bulgarian Academy of Sciences in Sofia, Bulgarien.

Im Jahr 2014 wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Polen, Kuba und Kamerun ausgewählt:

Interdisziplinäres Netzwerk für die Rezeption der Antike in der Kinder- und Jugendkultur

Die polnische Philologin Katarzyna Marciniak möchte ein grenzüberschreitendes Netzwerk aufbauen und die Rezeption der Antike in der Kinder- und Jugendkultur interdisziplinär erforschen, von Büchern, Comics, Filmen, bis zu Computerspielen. Für ihre Initiative „Auf der Spur mythischer Bestien. Die Rezeption von Kreaturen aus der griechisch-römischen Mythologie in der Kinder- und Jugendkultur als Transformationsmarker“ möchte Marciniak unterschiedlichste Gruppen zusammenbringen: Neben Geförderten der Humboldt-Stiftung, Forschenden aus Deutschland und internationalen Experten der Fachbereiche Klassische Philologie, moderne Philologie, Psychologie, Philosophie und Animal Studies, will sie auch den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Kunstschaffende beteiligen. Das Projekt soll sowohl Seminare und Publikationen als auch innovative komparatistische Einzelstudien aus regionalen Perspektiven (Europa, Afrika, Amerika, Asien, Australien) umfassen.

Prof. Dr. Katarzyna Marciniak
hat ihre Promotion im Jahr 2004 bei Prof. Dr. Jerzy Axer an der Universität Warschau im Fachbereich Literaturwissenschaften abgeschlossen. Von 2006 bis 2007 forschte sie als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin am Institut für Griechische und Lateinische Philologie bei Prof. Dr. Bernd Seidensticker. Seit 2013 bekleidet Marciniak das Amt der Direktorin des Centre for Studies on the Classical Tradition (OBTA) an der Fakultät „Artes Liberales” der Universität Warschau.

Lateinamerikanisches Netzwerk für den Fachbereich Neuroethologie

Mit seiner Netzwerkinitiative „Latin American Network for Neuroethology“ möchte der kubanische Biologe Emanuel C. Mora die Qualität von Bildung und Forschung auf dem Gebiet der neuronalen Basis von Verhalten und sensorischer Wahrnehmung verbessern. Mora strebt an, mit einer lateinamerikanisch-deutschen Kooperation bessere Voraussetzungen für Lehre und Forschung in dem Fachgebiet an Universitäten in Lateinamerika zu schaffen. In diesem Zusammenhang sollen beispielsweise Schulungen und Online-Kurse durchgeführt und Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt soll sowohl Humboldtianer sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs und Experten des Fachgebiets aus Deutschland, Ländern Lateinamerikas und den USA einbinden.

Prof. Dr. Dr. Emanuel C. Mora
erhielt 2001 im Fach Biowissenschaften die Doktorwürde an der Universidad de La Habana und 2010 im Fachgebiet Neurowissenschaften und Verhaltensbiologie an der Universidad Pablo de Olavide de Sevilla. Von 2003 bis 2004 forschte er als Georg Forster-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am Zoologischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mora unterrichtet seit 2004 an der Biologischen Fakultät der Universidad de La Habana und ist seit 2007 Leiter der dortigen Forschungsgruppe für Bioakustik und Neuroethologie.

Afrikanisch-deutsche Mentoring-Plattform zur Unterstützung junger Geisteswissenschaftler

Nachwuchsforschende aus den Geisteswissenschaften möchte der kamerunische Linguist Daniel Ategwa Nkemleke mit seiner Netzwerkinitiative „Intra-African/German Network of Academic Writing Excellence in the Humanities: Mentoring Junior Scientists for Successful Humboldt Applications" erreichen. Ihnen sollen Informationen zu Fördermöglichkeiten für Forschungsaufenthalte in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Mit einer neuen Mentoring-Plattform möchte er den wissenschaftlichen Nachwuchs bei Veranstaltungen sowie im Internet bei der Stipendienbewerbung beraten. Zudem sollen Diskussionsforen den fachlichen Austausch verstärken. Die Initiative plant, Forschende aus den Fachbereichen Sprachen und Literatur, Geschichte, Jura, Philosophie, Germanistik sowie Darstellende und Bildende Künste aus fünf afrikanischen Staaten und Deutschland zu beteiligen. Zum Auftakt der Initiative wird ein internationales Kolloquium in Kamerun stattfinden.

Prof. Dr. Dr. Daniel Ategwa Nkemleke
erlangte im Jahr 2003 den Doktorgrad an der Universität Yaoundé I im Fachbereich Englische Sprache und Linguistik. Von 2006 bis 2008 forschte er im Rahmen eines Georg Forster-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz. Nkemleke lehrt seit 2000 englische Sprache und Linguistik an der Ecole Normale Supérieure der Universität Yaoundé I.

Im Jahr 2013 wurden drei Initiativen aus Ägypten, Australien und Brasilien sowie drei weitere aus Subsahara-Afrika im Rahmen der Neville Alexander Gedächtnisinitiative ausgewählt und mit jeweils bis zu 25.000 Euro gefördert.

Forum zum Studium der Populärkultur

Im Rahmen der Netzwerkinitiative „Forum for the Study of Popular Culture“ von Randa Abou-Bakr soll ein Forum zur Erforschung der Populärkultur errichtet werden, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dieses Fachgebiets Ressourcen und Expertise für ihre Arbeit zur Verfügung stellt. Das Netzwerk will einzelnen Forscherinnen und Forschern, Forschungsinitiativen und Kulturschaffenden aus der arabischen Region, Deutschland und weiteren Ländern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch bieten. Dem akademischen Nachwuchs in Ägypten und der arabischen Region wird im Rahmen der Initiative zudem die Möglichkeit angeboten, für kurze Forschungsaufenthalte nach Deutschland zu reisen. Ein langfristiges Ziel der Initiative ist der Aufbau eines unabhängigen Forschungszentrums mit eigener Fachbibliothek, an dem auch akademische Abschlüsse erlangt werden können.

Prof. Dr. Randa Abou-bakr
hat ihre Promotion 1998 an der Universität Kairo im Fach Vergleichende Literaturwissenschaften abgeschlossen. Von 2007 bis 2009 forschte sie als Stipendiatin der Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin und am Zentrum Moderner Orient in Berlin. Abou-Bakr lehrt seit 2009 englische und vergleichende Literaturwissenschaften an der Fakultät für Englische Sprache und Literatur der Universität Kairo.

Aufbau eines Humboldt-Netzwerks in Ghana

Mit der Netzwerkinitiative „Towards the Establishment of an Effective Humboldt Network in Ghana“ möchte der Agrarwissenschaftler Samuel G.K. Adiku Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Ghana beim Aufbau ihrer Forschungskarriere und bei Bewerbungen um Stipendien für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland unterstützen. Die Initiative steht vor der Herausforderung, dass die Bewerbungszahlen um ein Humboldt-Forschungsstipendium aus Ghana deutlich zurückgegangen sind und immer weniger Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Land promoviert werden. Ziel der Netzwerkinitiative es daher, langfristig die Qualität der Forschung und die Zahl qualifizierter Bewerbungen für ein Forschungsstipendium der Humboldt-Stiftung zu steigern. Zu diesem Zweck wird er Mentoren identifizieren, die den akademischen Nachwuchs hinsichtlich ihrer Forschungsarbeiten und Publikationen beraten. Monatlich stattfindende Seminare werden den Mitgliedern des Netzwerks die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch und zur besseren Vernetzung geben.

Prof. Dr. Samuel G.K. Adiku
promovierte 1996 an der Griffith University, Brisbane, Australien im Fachbereich Umweltwissenschaften. Im Zeitraum 1997 bis 1998 forschte er als Stipendiat der Humboldt-Stiftung an der Technischen Universität Berlin. Samuel G.K. Adiku lehrt seit 2005 im Fachbereich Bodenkunde am College of Agriculture and Consumer Sciences der University of Ghana in Legon, Accra und ist zudem als Direktor der Abteilung für wissenschaftliche Qualitätssicherung tätig. Seit 2010 engagiert er sich ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Humboldt-Stiftung in Ghana.

Aufbau eines ost-afrikanischen Netzwerks im Fachbereich Molekularbiologie und Bioinformatik

Mit der Initiative „A Network for Capacity Building in Molecular Biology and Bioinformatics in Eastern Africa“ möchte Hamadi I. Boga ein deutsch-afrikanisches Netzwerk im Fachbereich Biologie aufbauen. Das Netzwerk wird dazu beitragen, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Subsahara-Afrika Kenntnisse über neueste Forschungsmethoden zu vermitteln und sie international konkurrenzfähig zu machen. Darüber hinaus möchte Hamadi I. Boga dem akademischen Nachwuchs die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in Deutschland eröffnen.
Dafür wollen die Mitglieder der Projektinitiative Kooperationen mit regionalen Wissenschaftsorganisationen, Expertenverbünden und Regierungsorganisationen in Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda, Burundi und Äthiopien aufbauen und die Zusammenarbeit durch eine intensive Kontaktpflege in sozialen Medien konsolidieren.

Prof. Dr. Hamadi I. Boga
erlangte im Jahr 2000 seine Promotion an der Universität Konstanz. Von 2005 bis 2006 hat er als Georg Forster-Forschungsstipendiat der Humboldt-Stiftung am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg geforscht. Seit 2012 bekleidet er das Amt des Direktors des Taita Taveta University College der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology in Voi, Kenia. Hamadi I. Boga ist seit 2010 ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Humboldt-Stiftung in Kenia tätig.

„Dignitas Humboldt“ – Menschenwürde in Deutschland und Brasilien: Fachnetzwerk für Philosophie und Rechtswissenschaften

Ziel der Netzwerkinitiative „Dignitas Humboldt“ ist der Ausbau der deutsch-brasilianisch-argentinischen Kooperationen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften. Draiton Gonzaga De Souza gründet hierfür ein Netzwerk zum Thema "Menschenwürde" mit Beteiligten aus den Fachbereichen Philosophie und Rechtswissenschaften. Um das Netzwerk sichtbar zu machen, wird eine internationale, interdisziplinäre Fachtagung zum Thema Menschenwürde durchgeführt.
Im Rahmen des Projekts werden eine Website „Dignitas Humboldt“ eingerichtet sowie deutschlandbezogene Sprach- und Landeskundekurse angeboten. De Souza plant zudem den Aufbau einer Beratungsstelle für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber um Stipendien, Vorträge zu Fördermöglichkeiten in Deutschland sowie die Einrichtung eines Seminar- und Arbeitsraums für Gast-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen.

Prof. Dr. Draiton G. De Souza
promovierte 1998 an der Universität Kassel im Fach Philosophie. Von 2003 bis 2005 forschte er als Stipendiat der Humboldt-Stiftung am Hegel-Archiv der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2005 ist er Dekan der Philosophischen Fakultät der Pontificia Universidade Catolica do Rio Grande do Sul in Porto Alegre, Brasilien. De Souza engagierte sich von 2005 bis 2008 als Präsident des Humboldt-Clubs Porto Alegre, Brasilien. Seit 2008 ist er ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Humboldt-Stiftung in Brasilien tätig.

3. Nationales Mentorenprogramm zur Unterstützung junger australischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Die Initiative „Research Ambassadors and Mentoring Program (RAMP): A National Mentoring Scheme to Support Young Australian Researchers“ von Kay L. Double zielt auf die Weiterentwicklung eines nationalen Mentoren-Programms, um australische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Fachrichtungen beim Erreichen ihrer Karriereziele zu unterstützen sowie Informationen über den Forschungsstandort Deutschland zu verbreiten.
Das Mentorenprogramm wurde 2010 als Kooperation der Alexander von Humboldt Alumni-Vereinigung Australien und der Zweigstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Sydney ins Leben gerufen. Es verfügt bereits über eine wachsende Datenbank, mit deren Hilfe geeignete Mentoren und Mentees zusammengebracht werden sollen. Kay L. Double baut das Programm zu einem nachhaltigen, effektiven Werkzeug für den akademischen Nachwuchs in Australien und zur Werbung für den Forschungsstandort Deutschland aus.

Prof. Dr. Kay L. Double
erlangte im Jahr 1993 den Doktorgrad an der Flinders University of South Australia. Von 1996 bis 1997 war sie als Forschungsstipendiatin der Humboldt-Stiftung an der Universität Würzburg. Seit 2012 ist die Alumna Associate Professor im Fachbereich Biomedical Sciences an der Sydney Medical School der University of Sydney. Kay L. Double unterstützt die Humboldt-Stiftung seit 2010 ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftlerin in Australien.

Länderübergreifendes Netzwerk zur Biodiversitätsforschung in Südafrika, Namibia und Deutschland

Die Netzwerkinitiative „Tri-Nations Network to Promote Modern Approaches to the Study of Biological Diversity: South Africa, Namibia, Germany“ der Zoologin Heather G. Marco aus Südafrika hat zum Ziel, die Forschungszusammenarbeit zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Südafrika, Namibia und Deutschland zu beleben und den länderübergreifenden wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen jungen Akademikerinnen und Akademikern aus Südafrika und Namibia zu erweitern. Dafür werden moderne, interdisziplinäre Forschungsmethoden im Bereich der Biodiversitätsforschung vermittelt und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch durch Workshops, Seminare sowie gegenseitige Institutsbesuche geboten.
Ferner will Heather G. Marco Informationen zu Fördermöglichkeiten in Deutschland innerhalb des Netzwerks verbreiten, welche die Beteiligten später in ihren eigenen persönlichen und professionellen Netzwerken weitergeben können. Hierdurch hofft sie, viele Synergie-Effekte zu erzielen.

Dr. Heather G. Marco
hat ihre Promotion im Jahr 2000 im Fachbereich Zoologie an der University of Cape Town abgeschlossen. Von 2002 bis 2003 forschte sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität Hamburg. Heather G. Marco lehrt seit 2001 am Department of Biological Sciences der University of Cape Town. Sie unterstützt die Humboldt-Stiftung seit 2011 ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftlerin in Südafrika. Seit 2012 bekleidet sie zudem das Amt der Generalsekretärin der Alexander von Humboldt Association of Southern Africa.

Gender und Agrarwissenschaften in Nigeria

Mit ihrer Netzwerkinitiative "Gendered Agriculture in Humboldt (GAH) Network for Sustainable Food Security and Development in Nigeria" möchte Olanike Deji dazu beitragen, das Potenzial nigerianischer Wissenschaftlerinnen und ihre Genderperspektive auf Probleme wie Nahrungsmittelsicherheit und Linderung der Armut besser zu nutzen.

Die Initiative möchte nigerianische Agrarwissenschaftlerinnen darin unterstützen, ihre wissenschaftliche Laufbahn voranzutreiben und sich auch international besser zu vernetzen. So soll das Preisgeld die Herausgabe eines Fachjournals ermöglichen, in dem der wissenschaftliche Nachwuchs Forschungsergebnisse veröffentlichen kann. Um zu erreichen, dass mehr nigerianische Wissenschaftlerinnen am Förder- und Vernetzungsangebot der Humboldt-Stiftung teilhaben können, sollen Seminare zum Schreiben von Stipendienanträgen angeboten werden, ebenso eine Online-Beratung zum Thema Forschungsanträge sowie Online-Deutschkurse.

Dr. Olanike Deji
erlangte im Jahr 2002 den Doktorgrad von der Obafemi Awolowo University in Ile Ife, Nigeria, im Fachbereich landwirtschaftliche Beratung und Land- und Agrarsoziologie. Von 2009 bis 2011 hat sie als Georg Forster-Forschungsstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Humboldt-Universität in Berlin geforscht. Seit 1995 lehrt die Alumna als Associate Professor an der Obafemi Awolowo University.

Mathematik-Netzwerk in Kamerun

Die Mathematik bildet den Unterbau für große Teile unseres Lebens – aus dieser Überzeugung plant Mama Foupouagnigni den Aufbau des "African-German Network in Mathematical Sciences and Applications". Bei einem internationalen Mathematik-Symposium, das 2013 in Kamerun stattfinden wird, soll das Netzwerk breiter bekannt gemacht werden. Um die Vernetzung zu fördern, wird an der Universität von Yaoundé einen Seminarraum für Lehre und Forschung sowie als Arbeitsplatz für Gäste eingerichtet. Für die Initiative soll eine eigene Webseite entstehen sowie eine online gestützte Datenbank mit Lehrmaterial und Prüfungsaufgaben aus der Mathematik zusammengestellt werden, die von Lehrkräften an den Universitäten genutzt werden kann. Neben afrikanischen Humboldtianern und Humboldtianerinnen werden auch deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Initiative eingebunden sein.

Prof. Dr Mama Foupouagnigni
lehrt seit 2006 als Associate Professor am Department of Mathematics der University of Yaoundé I in Yaoundé, Kamerun. Im Jahr 2006 habilitierte er sich an der Universität Kassel in Deutschland. Im Zeitraum 2001-2002 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung ebenfalls an der Universität Kassel. Seit 2008 engagiert sich erhrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Alexander von Humboldt-Stiftung und als Präsident des Humboldt-Club Cameroon.

Transatlantische Nachwuchsförderung im Bereich elektronische Materialien

Matthew Allen Grayson möchte das transatlantische Netzwerk "Electronic Materials Gateway Network" im Fachbereich Ingenieurwissenschaften aufbauen. Ziel seiner Initiative ist, in den USA und Deutschland junge Talente und den Nachwuchs in diesen Fächern für eine wissenschaftliche Karriere zu begeistern. Mit dem Preisgeld sollen gegenseitige Besuche von Forscherinnen und Forschern aus den USA und Deutschland ermöglicht werden; ihre Vorträge sollen live an alle beteiligten Forschungsinstitute übertragen werden. Darüber hinaus werden insgesamt drei Studierende im Bachelor- oder Masterstudiengang aus den USA und Deutschland die Möglichkeit erhalten, im jeweils anderen Land acht Wochen für ihre Abschlussarbeiten zu forschen.

Dr. Matthew Grayson
erlangte 1998 den Doktorgrad im Fach Elektrotechnik an der Princeton University in den USA und lehrt seit 2007 an der Northwestern University in Illinois, USA, im Fachbereich für Elektrotechnik und Informatik. Von 2000 bis 2002 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Technischen Universität München.

Deutschlandinformationen für japanische Nachwuchswissenschaftler

Ziel der gemeinsamen Netzwerkinitiative von Seigo Hirowatari und den Humboldt-Vereinigungen Japan-Ost und Japan-West ist der Aufbau eines Informations- und Beratungsnetzwerks für japanische Nachwuchswissenschaftler, die sich für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland interessieren. So soll ihnen der Zugang zu den Angeboten der Humboldt-Stiftung erleichtert werden. Hauptmedien des geplanten Netzwerks sollen eine Webseite und eine umfangreiche Datenbank sein, die Informationen zu Forschungsstandorten in Deutschland, Beratungs- und Kontaktmöglichkeiten bieten. Die Webseite wird in japanischer und deutscher Sprache verfügbar sein.

Prof. Dr. Seigo Hirowatari
lehrt deutsches Recht und vergleichende Rechtssoziologie an der School of Law der Senshu University in Tokyo. Er ist als Vorsitzender der Abteilung für Geistes- und Sozialwissenschaften im Science Council of Japan tätig. Von 1980 bis 1982 war er Humboldt-Forschungsstipendiat an der Universität Gießen und erhielt 2009 die Heisenberg-Medaille der Humboldt-Stiftung. Während seiner Laufbahn hatte er das Amt des Vizerektors der Tokyo University inne, wo er als Emeritus lehrt. Seit 2007 ist Hirowatari Präsident der Humboldt-Vereinigung Japan-Ost. Außerdem war er Präsident der Japanischen Gesellschaft für Rechtssoziologie und der Japanischen Gesellschaft für Deutschstudien.

Wissenschaftliche Humboldt-Zeitschrift in Russland

Tatjana Ilarionova möchte mithilfe des Humboldt-Alumni-Preises eine Zeitschrift mit dem Titel "Russland und Deutschland. Eine wissenschaftliche Humboldt-Zeitschrift" verlegen. Durch die Zeitschrift soll eine Verbindung zwischen Humboldtianern in Russland und in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Zeitschrift als Plattform für den Austausch zwischen russischen Wissenschaftlern und der deutschen Wirtschaft dienen. Der thematische Schwerpunkt soll hierbei auf der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland liegen. Publizieren können in der Zeitschrift russische Humboldtianer aller Disziplinen, ebenso wie Doktoranden, Vertreter deutsch-russischer Belange und russischsprachige Humboldtianer aus den GUS-Ländern.

Prof. Dr. Tatjana Ilarionova
begann ihre Karriere als Journalistin bei der Zeitung "Neues Leben". Seit 1989 arbeitet sie an der State Academy of Management in Moskau und wurde dort 2001 zur Professorin am Lehrstuhl für Staatsdienst und Personalpolitik berufen. Sowohl in ihrer Doktorarbeit als auch in der Habilitationsschrift thematisierte sie die Geschichte der deutschen Minderheit in Russland. Von 1995 bis 1996 war sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität Bonn und ist seitdem mehrmals zu erneuten Forschungsaufenthalten nach Deutschland gereist.

Geisteswissenschaftler in der Umweltforschung

Sabine Wilke möchte mit dem Humboldt-Alumni-Preis ein transatlantisches Forschernetzwerk zu den geisteswissenschaftlichen Aspekten der Umweltforschung aufbauen. Dieses fachübergreifende Netzwerk soll Wissenschaftler einschließen, die auf den Gebieten Literatur, Kultur, Geschichte und Philosophie mit Bezug zu Umweltfragen forschen. Mithilfe von Tagungen, Austausch, Forschungskollaborationen und einer virtuellen Plattform soll erforscht werden, wie ein produktiver Beitrag der Geisteswissenschaften zur Debatte über die Veränderungen in der Umwelt aussehen kann.

Prof. Dr. Sabine Wilke
lehrt seit 1989 Neuere deutsche Literaturwissenschaft am Department of Germanics der University of Washington, zuvor lehrte sie von 1986 bis 1989 in Stanford. Von 1996 bis 1997 war sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Freien Universität Berlin und der Universität Mainz. Im Herbst 2000 arbeitete sie als Visiting Professor an der Harvard University.

Deutsch-asiatische Kooperation zur Alternsforschung

Makoto Arai plant die Gründung eines deutsch-asiatischen Netzwerkes im Bereich der Alternsforschung, das einen menschlicheren Umgang mit Demenzkranken und ihre bessere soziale Integration zum Ziel hat. Mit Hilfe des Humboldt-Alumni-Preises möchte Arai Workshops und ein Seminar organisieren, in welchen deutsche und asiatische Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen wie Recht und Medizin sowie Regierungsbeamte, Praktiker und andere relevante Personengruppen gemeinsam Konzepte zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung an Demenz Erkrankter entwickeln.

Prof. Dr. Makoto Arai
lehrt Jura und ist Dekan der Tsukuba University Law School in Tokio, Japan. Als Humboldt-Forschungsstipendiat war er von 1991 bis 1993 an der Universität München. Im Jahr 2006 erhielt er den Humboldt-Forschungspreis, der ihn für eine Kooperation an das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht in München führte. Arai ist Präsident der Japan Adult Guardianship Law Association. 
Kosmos-Artikel „Neue Regeln für die alternde Gesellschaft“

Forschernetzwerk zum Schutz vor Naturkatastrophen

Claudio Borri möchte mit dem Humboldt-Alumni-Preis ein transdisziplinäres Forschernetzwerk schaffen. Ausgehend von Italien sollen zahlreiche Länder des Mittelmeerraumes in ein fächerübergreifendes Netzwerk von Humboldtianern, Nachwuchswissenschaftlern und anderen Akademikern zu Themen rund um das Risikomanagement für den Schutz vor Naturkatastrophen eingebunden werden. Die Ergebnisse sollen beispielsweise in Konzepte zur Stadtplanung sowie den Hoch- und Tiefbau einfließen.

Prof. Dr.-Ing. Claudio Borri
lehrt Computer-Mechanik der Tragwerke und Baustatik an der Universita degli Studi di Firenze, Italien. Als Humboldt-Forschungsstipendiat war er von 1987 bis 1988 an der Universität Bochum und kam 1992 für einen erneuten Forschungsaufenthalt nach Deutschland. 1994 erhielt er den Max-Planck-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Max-Planck-Gesellschaft. Er ist Mitbegründer und seit 2004 Direktor des Forschungszentrums für Gebäude-Aerodynamik und Wind-Ingenieurwesen. 2001 erhielt er den Ehren-Doktortitel in Ingenieurwissenschaft von der UACEG Sofia, Bulgarien, und 2006 den Titel eines Ing-Paed. IGIP Honoris Causa der TU Tallinn, Estland. Von 2005 bis 2007 war er Präsident der Europäischen Gesellschaft für Ingenieur-Ausbildung und von 2006 bis 2008 Gründungspräsident der International Federation of Engineering Education Societies in Washington DC. Seit 2007 ist er Präsident der italienischen Humboldt-Vereinigung.

Forum für Bioethik in Lateinamerika

Victor Fernando Lolas Stepke möchte den Humboldt-Alumni-Preis nutzen, um eine internationale Kooperation zur Verbesserung der ethischen Grundlagen der biomedizinischen und psychosozialen Forschung in Lateinamerika aufzubauen. Im Rahmen eines Symposiums sollen Wissenschaftler zusammengebracht werden, die die Traditionen der deutschen Anthropologie mit denen der amerikanischen Bioethik in Verbindung setzen. Auf diese Weise soll ein permanentes Forum für die Erforschung und Begleitung ethischer Fragestellungen im medizinischen und biowissenschaftlichen Bereich aufgebaut werden. Vorgesehen sind Treffen, Publikationen, Internet-Foren und der Austausch von Studierenden zwischen lateinamerikanischen Ländern, den Vereinigten Staaten und Deutschland.

Prof. Dr. Victor Fernando Lolas Stepke
ist Experte für Psychosomatik und lehrt Physiologie und Psychiatrie an der Universidad de Chile. Er ist Direktor des Bioethik Programmes der Pan American Health Organization, Direktor des Zentrums für Bioethik an der Universidad de Chile sowie Mitglied des Internationalen Bioethischen Komitees der UNESCO. Im Jahr 1980 erhielt Lolas Stepke ein Humboldt-Forschungsstipendium, das ihn an die Universität Heidelberg führte. Seitdem ist er häufig zu erneuten Forschungsaufenthalten nach Deutschland gereist.

Anlässlich der Jahrestagung 2009 der Humboldt-Stiftung in Berlin wurden die ersten Humboldt-Alumni-Preise für innovative Netzwerkinitiativen vergeben.
Die ersten Preisträger sind der Literaturwissenschaftler Adjai Paulin Oloukpona-Yinnon aus Togo, der Ökologe Bakhtyjar Karimov aus Usbekistan und der Gartenbauwissenschaftler Odunayo Adebooye aus Nigeria.
Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der prämierten Initiativen.

Humboldt-Alumni-Preis 2009 Preisverleihung in Berlin

Netzwerk für Westafrikas Wissenschaftler

Adjai Paulin Oloukpona-Yinnon möchte mit Hilfe des Humboldt-Alumni-Preises in Westafrika ein grenzüberschreitendes Humboldt-Netzwerk zur nachhaltigen Wissenschaftskooperation innerhalb Afrikas aufbauen, das systematische Bezüge zu Deutschland bieten soll. Dabei sollen auch Länder einbezogen werden, in denen es bisher noch keine Humboldtianer gibt. Für das Jahr 2011 plant er in Lomé eine Tagung im Rahmen der "Deutschen Kulturwochen in Togo", zu der unter anderem Wissenschaftler sowie Vertreter von Universitäten, Forschungseinrichtungen und multilateralen Förderinstitutionen eingeladen werden. Bis 2012 sollen die 15 Länder der "Economic Community of West African States" ("ECOWAS-Länder") flächendeckend vernetzt sein.

Prof. Dr. Adjai Paulin Oloukpona-Yinnon
ist Professor für Deutsche Literaturkunde an der Université de Lomé. 1987 forschte er mit einem Humboldt-Forschungsstipen-
dium an der Universität Bayreuth und hält seitdem den Kontakt zu Wissenschaftlern in Deutschland aufrecht. Er ist Präsident des "Alexander von Humboldt Network in Africa" und vertritt den afrikanischen Kontinent in der Internationalen Vereinigung der Germanisten.

Kontakt zwischen den Forschern Zentralasiens beleben

Bakhtyjar Karimov hat sich zum Ziel gesetzt, den Kontakt zwischen den Humboldt-Alumni in Zentralasien zu erneuern und zu intensivieren. Er plant ein interdisziplinäres, überregionales Netzwerk für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Wirtschaft.
An diesem Projekt beteiligt er weitere Humboldt-Alumni aus Zentralasien sowie Humboldt-Gastgeber aus Deutschland. Eine Website und ein Web-Forum, in das weltweite Humboldt-Alumni-Vereinigungen, Universitäten, internationale Forschungsinstitute, Förderorganisationen sowie Entwicklungshilfeeinrichtungen einbezogen werden, sollen der engeren Vernetzung der Wissenschaftler dienen.

Prof. Dr. Bakhtyjar Karimov
ist Professor für Ökologie am Laboratory of Hydroecology der Uzbekistan Academy of Sciences in Tashkent. 1995 bis 1997 hat er mit einem Humboldt-Forschungsstipendium am Zoologischen Institut der Universität Hamburg geforscht und ist seitdem häufig zu weiteren Forschungsaufenthalten nach Deutschland gereist. Er ist Mitglied des Council for Scientific and Technical Development und seit 2003 Präsident der Humboldt-Vereinigung Usbekistan.

Bessere Chancen für Nigerias Nachwuchswissenschaftler

Odunayo C. Adebooye möchte ein Informations-Netzwerk "Scientific and Humanities Research Information Network" (SHRINET) in Nigeria aufbauen. Das Netzwerk hat zum Ziel, Informationsdefizite nigerianischer Nachwuchswissenschaftler abzubauen, die aus dem mangelnden Zugang zum Internet und zu internationalen Publikationen resultieren, und soll die damit verbundenen Nachteile für ihr wissenschaftliches Arbeiten verringern. Erfahrene Humboldt-Alumni sollen vielversprechende nigerianische Nachwuchswissenschaftler beraten und sie bei ihren Bewerbungen um Stipendien, z. B. des Deutschen Akademischen Austauschdienstes oder der Alexander von Humboldt-Stiftung, unterstützen.

Dr. Odunayo C. Adebooye
arbeitet auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung und -genetik am Department of Plant Science der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife. Er wurde 2006 mit einem Georg Forster-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet und steht seitdem in engem Kontakt mit seinem Gastgeber Prof. Dr. Georg Noga vom Institut für Gartenbauwissenschaft der Universität Bonn, wo er auch zurzeit durch die Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert wird. Beide haben gemeinsam mit anderen Humboldtianern ein Afrikanisch-deutsches Forschungs-Netzwerk aufgebaut.