Alexander von Humboldt-Professur 2021

Ive Hermans

Als Spezialist für heterogene Katalysatoren forscht der Chemiker Ive Hermans an der Entwicklung nachhaltiger Technologien für die Herstellung wichtiger chemischer Bausteine. Das Ziel: mit alternativen Kohlenstoffquellen unabhängig werden von fossilen Rohstoffen.

  • Nominierende Universität: RWTH Aachen
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Technische Chemie

Katalyse kann als Schlüsseltechnologie der chemischen Industrie bezeichnet werden: Mehr als die Hälfte aller chemischen Prozesse basieren auf katalytischen Prozessen, das Gros der Produkte der chemischen Industrie werden durch sie gewonnen. Bei der heterogenen Katalyse, auf die Ive Hermans spezialisiert ist, liegen der Katalysator und die reagierenden Stoffe in unterschiedlichen Phasen vor, etwa als Feststoff und Gas. Für das langfristige Ziel einer Kreislaufwirtschaft – der Abkehr von der heutigen Wegwerfwirtschaft – und beim Wechsel von fossilen auf erneuerbare Rohstoffe spielen heterogene Katalysatoren eine wichtige Rolle.

Ive Hermans ist bekannt für seine Arbeiten über die selektive Oxidation von Kohlenwasserstoffen und Biomasse, aber auch für seine Fähigkeit, industriell relevante Probleme für die Forschung zu identifizieren. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung nachhaltiger Technologien für die Herstellung wichtiger chemischer Bausteine, die in vielen Industriezweigen wie der Pharmazie, dem verarbeitenden Gewerbe und der Landwirtschaft verwendet werden.

Am Exzellenzcluster „The Fuel Science Center“ an der RWTH Aachen wird nach Wegen gesucht, um erneuerbare Energie mit biomassebasierten Rohstoffen und CO2 in alternative Kraftstoffe, die Bio-hybrid Fuels, umzuwandeln. Hermans kann als Humboldt-Professor hier eine Lücke schließen: Er verbindet grundlegende Katalyse mit praktischen Anwendungen und soll die Interaktion zwischen Chemiker*innen und Chemieingenieur*innen intensivieren, um eine tragfähige Basis für die chemische Zukunft zu schaffen. Sein Fachwissen über die Veredelung von Kohlenwasserstoffen soll in Aachen auch dazu beitragen, neue Initiativen zum Kunststoffrecycling erfolgreich umzusetzen.

Ive Hermans wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2021 verliehen.

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Ive Hermans an der University of Wisconsin-Madison

Zur Person

Prof. Dr. Ive Hermans wurde in Belgien geboren. Er ist Professor für Chemie sowie für Chemie- und Biotechnik an der University of Wisconsin-Madison, USA. 2006 wurde er an der KU Leuven in Belgien promoviert, wechselte als Postdoc an die ETH Zürich in der Schweiz und wurde dort 2008 Assistant Professor für heterogene Katalyse. 2014 ging er als Associate Professor an die University of Wisconsin-Madison, USA, wo er 2017 die John and Dorothy Vozza Professur übernahm. Er ist unter anderem Mitglied der American Chemical Society und der Royal Society of Chemistry sowie zahlreicher Advisory Boards. Seine Arbeit wurde bereits vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2019 mit dem Ipatieff Prize der American Chemical Society, der herausragende experimentelle Arbeiten von Forscher*innen unter 40 Jahren auf dem Gebiet der Katalyse oder der Hochdruckchemie würdigt.