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Alexander von Humboldt-Professur 2022

Jan Karlseder

In Köln soll mit dem Zellbiologen die bereits hervorragende Alterns- und Krebsforschung noch einmal verstärkt werden und ein Zentrum für Telomer-Biologie von Weltrang entstehen.

  • Nominierende Universität: Universität zu Köln
Porträt von Jan Karlseder
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

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Zellbiologie

Jan Karlseder ist ein weltweit führender Forscher im Bereich der Telomer-Biologie und Genomstabilität, der mit etlichen grundlegenden Erkenntnissen sein Fachgebiet nachhaltig beeinflusst hat. Anfang der 2000er-Jahre fand Karlseder heraus, dass ein bestimmtes Protein, das an Telomere bindet und sie offenbar vor dem weiteren Abbau schützt, das Altern einer Zelle verzögert. Telomere wirken wie Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die die Gene enthalten. Sie verkürzen sich allerdings bei jeder Zellteilung, bis sich die Zelle nicht mehr teilt. Der Alterungsprozess schreitet voran, typische Alterskrankheiten setzen ein.

Solche Erkenntnisse sind auch wichtig für die Krebsforschung, denn genetische Fehler bei der Zellteilung können zu Krebs führen. Diese treten mit zunehmendem Alter häufiger auf und können nicht immer vom körpereigenen Reparatursystem behoben werden. 2019 machten Karlseder und sein Team Schlagzeilen mit der Entdeckung eines Mechanismus, der Krebs stoppen kann, bevor er sich überhaupt entwickelt. Man nahm an, dass die Autophagie, der zelluläre Recyclingprozess, gesunden Zellen und Krebszellen das Überleben ermöglicht. Aber Karlseders Team zeigte, dass sie den Zelltod fördert und damit die Krebsentstehung verhindert.

Als Humboldt-Professor soll Jan Karlseder eine Professur am Institut für Genetik der Universität zu Köln übernehmen und Mitglied des CECAD werden. Im CECAD (Cologne Excellence Cluster on Aging and Aging-associated Diseases) erforschen mehr als 400 internationale Wissenschaftler*innen aus der Universität, Uniklinik, den in Köln ansässigen Max-Planck-Instituten für Stoffwechselforschung und für Biologie des Alterns sowie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen die molekularen Grundlagen des Alterungsprozesses und altersassoziierter Erkrankungen. Mit der Berufung von Jan Karlseder will die Universität zu Köln ihre bereits erfolgreich aufgebaute europäische Spitzenstellung in der Alternsforschung hochrangig erweitern und durch die Schließung der bestehende Lücke in der Telomer-Biologie zu einem Zentrum von Weltrang werden. Auch Synergien mit den bereits in Köln arbeitenden Humboldt-Professoren Christian Frezza, Henning Walczak und Bart Thomma sind möglich.

Jan Karlseder wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2022 verliehen.

Jan Karlseder am Salk Institute for Biological Studies 

Zur Person

Der gebürtige Österreicher Dr. Jan Karlseder ist seit 2011 Professor für Molekular- und Zellbiologie am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla sowie außerordentlicher Professor an der University of California, San Diego (UCSD), USA. Promoviert wurde er 1995 an der Universität Wien, von wo aus er als Postdoc an die Rockefeller University in New York ging. 2002 begann dann seine parallele Professoren-Laufbahn am Salk Institute und an der UCSD. Karlseder ist Mitglied der American Association of Cancer Research. Er erhielt 2009 den Glenn Award for Research in Biological Mechanisms of Aging und leitet auch das Glenn Center for Research on Aging am Salk Institute.