Internet Explorer wird nicht unterstützt

Bitte verwenden Sie einen alternativen Browser, um unsere Website vollständig nutzen zu können.

Alexander von Humboldt-Professur 2022

Matthias Doepke

Mit Matthias Doepke als Humboldt-Professor soll an der Universität Mannheim ein Kompetenzzentrum für die Forschung zu Familien- und Geschlechterfragen geschaffen werden, das Mannheim zum weltweit führenden Standort der Familienökonomie machen kann.

  • Nominierende Universität: Universität Mannheim
Porträt von Matthias Doepke
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Kontakt

Presse, Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 228 833-144
Fax: +49 228 833-441
presse[at]avh.de

Wirtschaftstheorie

Alles ist Wechselwirkung: Als Makroökonom denkt Matthias Doepke groß. Seine Forschung zu klassischen Wirtschaftsthemen wie Wirtschaftswachstum und -entwicklung, politische Ökonomie und Währungsökonomie bezieht immer gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge mit ein. Sein besonderes Interesse gilt Familien- und Genderthemen, die er als wichtigen Gegenstand der makroökomischen Forschung sichtbar gemacht hat. Denn vermeintlich private Familienentscheidungen, etwa wie viele Kinder ein Paar hat, beeinflussen die Ökonomie und umgekehrt unterliegen Familien in ihren Entscheidungen klar ökonomischen Zwängen.

Auf dem Gebiet der Familienökonomie gilt Matthias Doepke als Pionier und weltweit führender Wissenschaftler. Die wirtschaftliche Analyse von Familien ist sowohl für Gleichstellungsfragen und Rollenanalysen unserer Gesellschaft, als auch für die Entwicklung in Schwellen- und Entwicklungsländern relevant, wo zum Beispiel Aspekte wie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen von Kinderarbeit untersucht werden. Doepke konnte eine neue theoretische Verbindung zeigen zwischen Ungleichheit und Wirtschaftswachstum in einer Gesellschaft und welche Rolle Fertilitäts- und Bildungsentscheidungen von Familien dabei spielen. In einer anderen wichtigen Studie untersuchte er welche Anreize Männer haben, ihre Macht mit den Frauen zu teilen und belegte dies historisch anhand der Ausweitung der Frauenrechte in England und den Vereinigten Staaten. Außerdem fand er heraus, dass unterschiedliche Erziehungsstile durch das sozioökonomische Umfeld beeinflusst werden und sich wiederum auf das Wohlergehen und den wirtschaftlichen Erfolg der Kinder auswirken. In jüngster Zeit erforscht er die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Bildungschancen von Kindern und auf die Gleichstellung der Geschlechter.

Die Universität Mannheim ist in den Wirtschaftswissenschaften bereits sehr renommiert, mit Matthias Doepke soll sie zum weltweiten Kompetenzzentrum für Grundlagenforschung über Familien werden. Als Humboldt-Professor soll Matthias Doepke Direktor eines neuen Center for Families and Policy Research werden. Dies soll als interdisziplinäres Forschungsinstitut auch außerhalb der Wissenschaft präsent sein und beispielsweise in der Politikberatung aktuelle Gesetzgebungsdebatten mit wissenschaftlichen Positionen unterfüttern.

Matthias Doepke an der Northwestern University 

Zur Person

Professor Dr. Matthias Doepke stammt aus Deutschland, wo er auch zunächst Wirtschaftswissenschaften und Volkswirtschaftslehre studierte. 2000 wurde er an der University of Chicago, USA, promoviert. Im Anschluss wurde er Assistant, dann Associate Professor an der University of California, Los Angeles. 2005-07 hatte er ein Sloan Research Fellowship inne, das nur an junge Wissenschaftler*innen vergeben wird, bei denen das Potenzial gesehen wird, ihr Fachgebiet zu revolutionieren. 2008 wechselte er als Associate Professor an die Northwestern University in Evanston, USA, wo er seit 2012 Full Professor ist. 2008-11 war er zudem Außerordentlicher Professor an der LMU in München, Deutschland. Er ist immer wieder weltweit als Gastwissenschaftler gefragt, ist unter anderem Fellow der US-amerikanischen Econometric Society und Mitherausgeber verschiedener wissenschaftlicher Zeitschriften.