17. Juli 2015

Klimaschutz als Motor für den Frieden im Nahen Osten

Ein Humboldt-Workshop in Berlin greift im Rahmen des 50. Jubiläumsjahrs der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel Fragen von Nachhaltigkeit und Friedensförderung auf.

Anlässlich des deutsch-israelischen Jubiläumsjahrs fand vom 13. bis 15. Juli ein interdisziplinärer Workshop zum Thema „Nachhaltigkeit und Friedensförderung“ an der Freien Universität Berlin (FU) statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Israel, Kanada und den palästinensischen Gebieten diskutierten die Frage, inwiefern der Umgang mit natürlichen Ressourcen den Friedensprozess im Nahen Osten fördert und was ihn blockiert. Die Workshop-Teilnehmer zeigten sich davon überzeugt, dass gemeinsame Klimaschutzprojekte und eine gerechte Ressourcenverteilung das Potenzial haben, den Prozess voran zu bringen.

Teilnehmer des deutsch-israelischen Workshops
Foto: Humboldt-Stiftung/Svea Pietschmann

Der wissenschaftliche Austausch zu Umweltfragen habe schon während des Kalten Krieges zum Dialog zwischen Ost und West beigetragen, hob die Direktorin des Forschungszentrums für Umweltpolitik der FU, Miranda Schreurs, hervor. Sie ist zugleich Gastgeberin des Organisators des Workshops, dem Humboldtianer und Professor für Soziologie an der Tel Aviv Universität Avraham Gottlieb. Go Woon Son von der Hankuk Universität in Seoul berichtete über den „Eco-Peace Park“, der in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea entsteht und zum Frieden zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten beitragen soll.

Yakov Hadas-Handelsman, israelischer Botschafter, beim Empfang

Der Botschafter Israels in Deutschland
Yakov Hadas-Handelsman

Foto: Humboldt-Stiftung/Svea Pietschmann

Wissenschaft als Wegbereiterin

Neben Experten zum Thema Umweltpolitik nahmen auch der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag Volker Beck an dem Workshop teil. Bei einem feierlichen Empfang am 14. Juli hob Hadas-Handelsman die wegbereitende Rolle hervor, die die Wissenschaft bei der Annäherung zwischen Israel und Deutschland nach dem Holocaust gespielt hat: Schon vor dem Wiedergutmachungsabkommen von 1952 habe es erste Kontakte zwischen deutschen und israelischen Wissenschaftlern gegeben. Bereits 1958, sieben Jahre vor der offiziellen Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern, kam mit Chava Schachor-Landau die erste Israelin als Stipendiatin der Humboldt-Stiftung nach Deutschland. Die Forscherin aus Jerusalem ging nach Frankfurt, um Internationales Recht zu studieren.

Volker Beck
Volker Beck, Vorsitzender der
deutsch-israelischen Parlamentariergruppe
im Bundestag

Foto: Humboldt-Stiftung/Svea Pietschmann

Volker Beck nannte das 50. Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen ein „Wunder“. Viele engagierte Menschen auf beiden Seiten hätten zur Annäherung der beiden Völker beigetragen: „Die wissenschaftliche Zusammenarbeit ist ein Weg, um eine hoffnungsvollere Zukunft für Deutschland und Israel sowie dessen Nachbarstaaten zu schaffen“, sagte Beck bei der abschließenden öffentlichen Gesprächsrunde.


Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 26.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 51 Nobelpreisträger.

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