05. Oktober 2005, Nr. 21/2005

Chemie-Nobelpreis an zwei Humboldtianer

Der Nobelpreis für Chemie ging heute an den ehemaligen Humboldt-Forschungsstipendiaten Robert H. Grubbs und den Humboldt-Forschungspreisträger Richard R. Schrock sowie an ihren Kollegen Yves Chauvin. Bereits gestern waren drei Humboldt-Forschungspreisträger mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden. Damit gehören insgesamt 40 Nobelpreisträger zum weltweiten Netz der Forschungsstipendiaten und Forschungspreisträger der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung gratuliert Professor Robert H. Grubbs und Professor Richard R. Schrock zum Gewinn des Chemie-Nobelpreises, den sie gemeinsam zu gleichen Teilen mit dem französischen Forscher Professor Yves Chauvin für die Entwicklung von Methoden auf dem Gebiet der organischen Syntheseverfahren erhalten.

Robert Grubbs, geboren 1942, hatte 1975 als Humboldt-Forschungsstipendiat in Deutschland gearbeitet. Der damals 33-Jährige forschte ein halbes Jahr am Max-Planck-Institut (MPI) für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Er etablierte sich schon zu dieser Zeit als einer der führenden amerikanischen Wissenschaftler in der organometallischen Chemie. Heute forscht er am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, California, USA.

Richard Schrock, Jahrgang 1945, hatte 1994 den Humboldt-Forschungspreis erhalten und im Anschluss mit Mitteln des Preises in Deutschland geforscht. Hierzu war er bis 2004 zu wiederholten Forschungsaufenthalten Gast am Anorganisch-Chemischen Institut der TU München in Garching und hatte, wie sein Kollege Grubbs, am MPI für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr gearbeitet. In den 90er Jahren wurde er zum Namensgeber der Forschung zu Übergangsmetallen, der "Schrock Chemistry". Schrock arbeitet am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, Massachusetts, USA.

"Wir freuen uns sehr, dass in den vergangen zwei Tagen gleich fünf Humboldtianer den Nobelpreis erhalten haben", sagte der Generalsekretär der Humboldt-Stiftung, Dr. Georg Schütte. Die Verbindungen Robert Grubbs und Richard Schrocks zur Humboldt-Stiftung seien exemplarisch für die Förderphilosphie der Stiftung: "Als Robert Grubbs Humboldt-Stipendiat wurde, kam er als Forschertalent nach Deutschland, lange bevor er sich etablierte und eines Tages als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt werden sollte. Richard Schrock erhielt den Humboldt-Forschungspreis und wurde für die enge Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen gewonnen, als er bereits weltweit anerkannt war. Dass die Förderung von Humboldtianern, seien sie junge Stipendiaten oder bereits vielfach anerkannten Preisträger, immer auch Investionen in die Zukunft sind, beweisen die Nobelpreise für Robert Grubbs und Richard Schrock stellvertretend für viele Humboldtianer weltweit", sagte Schütte.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 1.800 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit rund 23.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in 130 Ländern - unter ihnen 40 Nobelpreisträger.

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