Initial Training Networks (ITN) 

Ziel der Maßnahme

"Initial Training Networks" unterstützen die strukturierte Forschungsausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden, durch grenzüberschreitende Netzwerke von Einrichtungen im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsausbildungsprogramms in einem bestimmten wissenschaftlichen Bereich oder Thema. 

Teilnehmende Einrichtungen

Multi-partner ITN: Netzwerke müssen aus mindestens drei Einrichtungen in drei verschiedenen Mitglied- oder Assoziierten Staaten bestehen, enthalten häufig aber mehr Partner. Über diese Mindestanzahl europäischer Partner hinaus können weitere Einrichtungen, auch in Drittländern, eingebunden werden. Netzwerke sollten Einrichtungen aus verschiedenen Sektoren involvieren, insbesondere auch aus dem privaten Sektor. Die Beteiligung von kommerziellen Unternehmen inklusive kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) kann, auch in Abhängigkeit von Inhalten und wissenschaftlichem Bereich, auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Die Unternehmen sollten jedoch so stark wie möglich, d.h. als vollwertige Partner im Netzwerk, involviert sein. Ist eine solche aktive Einbindung nicht möglich, sollen die privatwirtschaftlichen Netzwerkpartner zumindest spezielle Trainingsangebote im Rahmen des Ausbildungsprogramms anbieten sowie in die Erstellung und Begleitung des Forschungsausbildungsprogramms eingebunden sein. 

European Industrial Doctorates (EID): Zusammenschluss ("Twinning") von einer Einrichtung aus dem akademischen Bereich und einer Einrichtung aus der Industrie aus zwei verschiedenen Mitglieds- oder Assoziierten Staaten. Die Doktoranden sind in ein Doktorandenprogramm des akademischen Partners eingebunden und müssen mindestens 50 % der Zeit im privaten Sektor verbringen. Die Betreuung erfolgt durch beide Einrichtungen gemeinsam. EID wird in einem gesonderten Panel evaluiert, in dem 30 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Innovative Doctoral Programmes (IDP): Eine einzelne europäische Einrichtung ("Mono-site"), typischerweise eine Hochschule oder eine Forschungseinrichtung, die eine innovative Doktorandenausbildung anbietet. Darüber hinaus können weitere Einrichtungen als Assoziierte Partner teilnehmen.

Teilnehmende Forscherinnen und Forscher

Ausgebildet werden sollen in einem "Initial Training Network" Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden, in den ersten fünf Jahren Forschungserfahrung (Vollzeit-Äquivalent) nach der Graduierung.

Dies beinhaltet als Hauptzielgruppe die so genannten "early stage researchers", die für Zeiträume von drei Monaten bis maximal drei Jahren in einem Netzwerk eingestellt werden können.

Darüber hinaus ist in geringem Umfang in Multi-partner ITN und bevorzugt bei Partnern aus dem privaten Sektor auch die Ausbildung von Forschenden mit erster Forschungserfahrung ("experienced researcher") möglich. Diese dürfen bereits promoviert sein, aber nicht mehr als fünf Jahre Forschungserfahrung nach ihrer Graduierung besitzen. Sie können für maximal zwei Jahre in einem ITN ausgebildet werden.

Einzelne Forschende können jedoch nicht zunächst als "early stage researcher" und anschließend als "experienced researcher" in demselben Netzwerk beschäftigt werden.

Zusätzlich zu den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern können zur Stärkung der Ausbildungs- und Forschungskompetenzen auch ausgewiesene erfahrene Forscherinnen und Forscher, so genannte "visiting researchers", in ein Netzwerk eingebunden werden. "Visiting Researchers" werden nicht im Netzwerk eingestellt, sondern nehmen auf Einladung der Netzwerkpartner an Ausbildungsveranstaltungen des ITN teil.

Mobilitätsregeln

Die in einem Netzwerk ausgebildeten Forscherinnen und Forscher können aus einem beliebigen Land kommen, d.h. sowohl aus einem Mitglied- oder Assoziierten Staat wie auch aus einem Drittstaat. Eine maximale Quote für die Beteiligung von Forscherinnen und Forschern aus Drittstaaten besteht nicht. Es gilt die grundsätzliche Mobilitätsregel der Marie Curie-Maßnahmen: Aufenthalte können nicht an einer Einrichtung in einem Land, in dem die Forscherin/der Forscher bereits mehr als zwölf Monate in den letzten drei Jahren ansässig oder tätig war, erfolgen. 

Laufzeit der Förderung

Die Laufzeit eines "Initial Training Networks" beträgt vier Jahre, innerhalb derer einzelne Forscherinnen und Forscher im Rahmen der zur Verfügung stehenden Positionen bzw. Forschermonate ausgebildet sowie weitere Aktivitäten des Netzwerks durchgeführt werden können. 

Finanzieller Rahmen

Die Förderung umfasst die Personalkosten für die Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, die in dem ITN ausgebildet werden. Darüber hinaus bekommen die Einrichtungen jeweils Zuwendungen für die Projektkosten und das Management sowie einen Zuschuss zu den Gemeinkosten. Die genauen Beträge und Prozentsätze sind in Anhang 3 des Arbeitsprogramms Menschen aufgelistet.

Mit dem Arbeitsprogramm 2012 wurden Maximalbudgets eingeführt. Für Multi-partner ITN und IDP beträgt dieses 500 Personenmonate, für EID 180 Personenmonate.

Bewerbungen

Vorschläge für "Initial Training Networks" werden durch Netzwerke von Einrichtungen eingereicht, wobei eine Einrichtung als Koordinator fungiert.

Bewerbungen einzelner Forscherinnen und Forscher erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt direkt bei den durchführenden Einrichtungen auf die von diesen ausgeschriebenen Positionen. Freie Stellen für Marie Curie-Maßnahmen in laufenden Projekten des 7.FRP stehen auf EURAXESS Jobs zur Verfügung.

Bewerbungsaufruf

Der Bewerbungsaufruf 2013 für "Initial Training Networks" wurde am 10. Juli 2012 veröffentlicht. Bewerbungsschluss war der 22. November 2012.

Erfolgsquoten früherer Bewerbungsaufrufe

Im Bewerbungsaufruf ITN 2013 (Budget 470,72 Mio. €) wurden 1.165 zulässige Anträge eingereicht, davon 126 für IDP und 145 für EID. Insgesamt sind 150 Anträge zur Förderung vorgesehen (105 Multi-ITN, 15 IDP, 30 EID). Dies bedeutet eine Erfolgsquote von 12,9% (Multi-ITN: 11,7%, IDP: 11,9%, EID: 20,7%).

Im Bewerbungsaufruf ITN 2012 (Budget 423,23 Mio. €) wurden 1015 zulässige Anträge eingereicht, davon 104 für IDP und 123 für EID. Insgesamt sind 128 Anträge zur Förderung vorgesehen (101 Multi-ITN, 6 IDP, 21 EID). Dies bedeutet eine Erfolgsquote von 12,6% (Multi-ITN: 13%, IDP: 6%, EID: 17%).

Im Bewerbungsaufruf ITN 2011 (Budget 318,41 Mio. €) wurden 909 zulässige Anträge eingereicht, von denen 93 gefördert wurden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 10,2%.

Im Bewerbungsaufruf ITN 2010 (Budget 243,79 Mio. €) wurden 857 zulässige Anträge eingereicht, von denen 70 gefördert wurden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 8,2%.

Im Jahr 2008 (Budget 330 Mio. €) wurden 886 zulässige Anträge eingereicht, von denen 105 gefördert wurden. Dies ergibt insgesamt eine Erfolgsquote von 11,9%.

Im Jahr 2007 (Budget 240 Mio. €) wurden 902 zulässige Anträge in Stufe 1 eingereicht, von denen 196 Anträge in die zweite Stufe eingeladen wurden. Gefördert wurden 75 Vorhaben, wodurch sich insgesamt eine Erfolgsquote von 8,3% ergibt.

Die Erfolgsquoten können von einem Bewerbungsaufruf zum nächsten teilweise erheblich abweichen. Daher sind die genannten Zahlen nur unter Vorbehalt zu bewerten.

Ab dem 1. April 2015 werden die Funktionen und Serviceleistungen der Nationalen Kontaktstelle Mobilität vom Projektträger DLR übernommen. Diese Webseite bleibt noch für eine Übergangsphase zugänglich, die Inhalte werden jedoch nicht mehr aktualisiert. Informationen zu den MSC-Maßnahmen sind demnächst auf der neuen Webseite www.nks-msc.de zu finden.