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Alexander von Humboldt-Professur

Internationaler Preis für Forschung in Deutschland

Weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachgebiete aus dem Ausland, von denen erwartet wird, dass ihre mit Hilfe des Preises ermöglichten wissenschaftlichen Leistungen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschland nachhaltig beitragen, können für eine Alexander von Humboldt-Professur nominiert werden.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Internationalen Forschungsfonds für Deutschland finanzierte Alexander von Humboldt-Professur ermöglicht die Durchführung langfristiger zukunftsweisender Forschungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Das Preisgeld in Höhe von in der Regel 5 Millionen Euro für experimentell arbeitende bzw. 3,5 Millionen Euro für theoretisch arbeitende Wissenschaftler wird über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung gestellt.

Die Nominierung erfolgt durch deutsche Hochschulen; außeruniversitäre Forschungseinrichtungen können Nominierungen gemeinsam mit deutschen Hochschulen einreichen.

Weitere wichtige Hinweise

Weitere Informationen

  1. Weltweit führende Position des Kandidaten bzw. der Kandidatin in seinem bzw. ihrem Fachgebiet;
  2. Wissenschaftliche Etablierung im Ausland;
  3. Nominierung durch eine nominierungsberechtigte Forschungseinrichtung;
  4. Ausführliche Stellungnahme der nominierenden Forschungseinrichtung in Deutschland zur wissenschaftlichen Qualifikation und zur Passfähigkeit der Nominierten in die Entwicklungsplanung der Einrichtung;
  5. Strategische Entwicklungsplanung der nominierenden Forschungseinrichtung, z. B. hinsichtlich einer Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Institution im Fachgebiet des bzw. der Nominierten sowie hinsichtlich deren Katalysatorfunktion bei den geplanten strukturbildenden Veränderungen;
  6. Sicherstellung der dauerhaften Einbindung der Nominierten in die Strukturen der Forschungseinrichtung auch über die Dauer der Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung hinaus;
  7. Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.
Erläuterungen zu diesen Punkten sowie Hinweise, wie nominierende Institutionen das Programm optimal für sich nutzen können, enthalten die Auswahlbestimmungen.
Nominierungen können jederzeit unter folgender Adresse eingereicht werden:

Alexander von Humboldt-Stiftung, Auswahlabteilung,
Jean-Paul-Str. 12, 53173 Bonn, Deutschland

Die Begutachtung nimmt fünf bis sechs Monate in Anspruch. Nominierungen sollten daher rechtzeitig vor der angestrebten Auswahlsitzung eingereicht werden.
Die Fristen zur Einreichung von Anträgen enden am 15. April und 15. Oktober. Es finden zwei Auswahlsitzungen pro Jahr statt.

Es ist die Aufgabe der Nominierenden, für die Vollständigkeit der Unterlagen zu sorgen. Falls Anträge nicht komplett übersandt werden, ist mit einer längeren Bearbeitungszeit zu rechnen. Die Anträge werden von unabhängigen Fachgutachterinnen und Fachgutachtern im In- und Ausland beurteilt.

Ein unabhängiger Auswahlausschuss, der aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Fachrichtungen zusammengesetzt ist, entscheidet abschließend über die vorliegenden Anträge. Hierbei stehen die Nominierungen in einem internationalen Wettbewerb, bei dem es keine Quoten für Länder oder Fachgebiete gibt. Der Ausschuss trifft seine Entscheidung auf Basis der wissenschaftlichen Exzellenz der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und der Überzeugungskraft des Konzepts der nominierenden Einrichtung zu deren Einbindung und deren Bedeutung für die Erreichung ihrer strategischen Ziele (s. Auswahlbestimmungen).

Die Benachrichtigung der Nominierenden über die Auswahlentscheidung erfolgt unmittelbar nach der Auswahlsitzung.

Im Einzelnen

 Neu: Referenzgutachten werden nicht mehr erbeten.

Weitere Informationen

Eines unserer Markenzeichen ist die möglichst individuelle Betreuung der Gastwissenschaftler. Daher bieten wir Ihnen neben dem Preisgeld zusätzliche Leistungen an, von der Einladung zu Veranstaltungen bis hin zur Teilnahme an Sprachkursen.

Weitere Informationen

Einmal Humboldtianer, immer Humboldtianer: Auch nach dem ersten Forschungsaufenthalt halten wir mit Ihnen eine enge Verbindung. Mit unseren Alumni-Fördermaßnahmen unterstützen wir flexibel die individuellen Lebenswege und Entwicklungen aller Humboldtianer und ihre Kooperationen untereinander.

Weitere Informationen

Dieses Programm wird finanziert vom:

Beratung

Wie bekomme ich Antworten auf Fragen, die in diesen FAQs nicht aufgegriffen werden?

Viele wichtige Informationen zur Antragstellung finden sich in den Auswahlbestimmungen. Diese sollten Sie bei der Vorbereitung eines Antrags unbedingt gründlich zu Rate ziehen. Weitere Fragen oder Anregungen zum Programm, können Sie jederzeit an die Geschäftsstelle der Alexander von Humboldt-Stiftung richten. Sie haben die Möglichkeit, uns entweder eine E-Mail zu schreiben (avh-professur(at)avh.de) oder anzurufen (+49-(0)228-833-0).

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen einer Alexander von Humboldt-Professur und vielen Stiftungsprofessuren?

  1. Eine Humboldt-Professur kann in jeder wissenschaftlichen Disziplin beantragt werden. Die Humboldt-Stiftung macht hierzu keine Vorgaben.
  2. Die Humboldt-Professur ist auf Dauer angelegt, die aufnehmende Institution muss von Anfang an sicherstellen, dass spätestens nach Ablauf der fünfjährigen Förderperiode die Übernahme in eine unbefristete wissenschaftliche Leitungsposition erfolgt; in der Regel ist dies eine W3-Stelle.
  3. Mit der Verwaltungspauschale (siehe unter "Preisgeld") stellt die Humboldt-Stiftung der aufnehmenden Institution ein Instrument zur Verfügung, das diese auch beim Übergang aus der Finanzierung durch die Humboldt-Stiftung in die eigene Finanzierung unterstützen kann.

Vorbereitungen für eine Antragstellung

Was sind die wichtigsten Bewertungskriterien?

Die maßgeblichen Bewertungskriterien sind die wissenschaftliche Qualifikation der Kandidatin bzw. des Kandidaten und die Überzeugungskraft des strategischen Konzepts der Antrag stellenden Institution(en). Es gibt keinerlei Quoten, wie etwa für Länder oder Fachgebiete.

Wann ist eine Antragstellung sinnvoll?

Chancen auf Erfolg haben nur Anträge, die die volle Unterstützung der Hochschulleitung genießen.
Die Humboldt-Professur soll integrativer Bestandteil der gesamtuniversitären Entwicklungsstrategie sein. Wählen Sie daher einen Fachbereich, für dessen fachliche Ausrichtung und Struktur eine wesentliche Weiterentwicklung vorgesehen ist oder bereits begonnen wurde.

Gibt es Vorgaben, wie gemeinsame Anträge einer Hochschule und einer außeruniversitären Forschungseinrichtung konzipiert sein sollen?

Aus dem Antrag muss hervorgehen, welche Aufteilung sowohl der Arbeitskraft des Humboldt-Professors bzw. der Humboldt-Professorin als auch des Preisgeldes (Arbeitsgruppe, Sachinvestitionen) geplant ist. Genaue Zahlen sind nicht erforderlich.
Die Humboldt-Professur muss dazu eingesetzt werden, die Hochschule wesentlich zu stärken.
Es ist nicht möglich, dass der Nutzen der Humboldt-Professur nahezu vollständig der außeruniversitären Forschungseinrichtung zugute kommt, d.h. die Universität nur der Form halber den Antrag stellt.

Welche Absprachen sollte die antragstellende Institution in Deutschland mit ihrer Kandidatin bzw. ihrem Kandidaten vor der Antragstellung treffen?

Möglichst viele! Nominierte müssen zur Antragstellung zusichern, dass sie im Fall der Preisverleihung dauerhaft nach Deutschland an Ihre Institution wechseln würden.
Wir empfehlen zudem. so klar wie möglich das Berufungsangebot vorzubesprechen, und zwar sowohl die Bestandteile, die aus dem Preisgeld finanziert werden sollen, als auch die Bestandteile, die die Universität als Eigenleistung einzubringen plant. Darüber hinaus sollten bereits die Pläne für die Verstetigung nach Förderende besprochen werden – dies erleichtert auch die prägnante Darstellung in den Antragsunterlagen. Erfahrungsgemäß gestalten sich zudem die späteren Vertragsverhandlungen einfacher.
Einige Stichpunkte für diese Gespräche können sein:
  • Gehaltsstruktur in Bezug auf den Preisträger/die Preisträgerin sowie die Arbeitsgruppe
  • Lehrverpflichtungen
  • Dual Career Option
  • Personalressourcen, ggf. Arbeitsgruppenetat
  • Möglichkeiten und Grenzen der Personalgewinnung (Arbeitsverträge der Arbeitsgruppenmitglieder, Ausschreibungsregularien; Überraschungen ergeben sich durchaus bei den Verträgen von Know-how-Trägern, die ggf. mit nach Deutschland wechseln)
  • Fragen der Alterssicherung inkl. der bisher erworbenen Ansprüche
  • in Abhängigkeit vom Alter: mögliches Seniorprofessurkonzept
  • technische Ressourcen, Räumlichkeiten
  • Finanzielle und technische Herausforderungen des Laborumzugs, Dauer der Beschaffung von Laborequipment
  • derzeitige Strukturen am aufnehmenden Fachbereich
  • "Fahrplan" zur Arbeitsaufnahme in Deutschland und Abschluss der Forschung im Ausland
  • rechtliche Aspekte, die sich aus der Forschung in Deutschland ergeben, z. B. in Bezug auf Stammzellgesetz, Tierschutzgesetz, Arbeitsschutz und Baurecht, etc. Ggf. zeitliche Planung für die Einholung der Genehmigungen
  • gegenwärtige Verbindungen der Kandidatin/des Kandidaten zu Universitäten/ Forschungseinrichtungen in Deutschland (Durchführung von Promotionen / Habilitationen, Führen von (Teil-) Arbeitsgruppen o.ä.). Ggf. sollte mit der Humboldt-Stiftung vor Antragstellung besprochen werden, ob im konkreten Fall formale Hinderungsgründe für eine Nominierung bestehen (vgl. FAQ zur Zielgruppe für die Humboldt-Professur)

Wie weit sollten Berufungs- bzw. Stellenbesetzungsverfahren vor der Antragstellung gediehen sein?

Der Ruf darf zum Zeitpunkt des Antragseingangs erteilt sein, aber er darf noch nicht angenommen sein. Darüber hinaus ist eine Antragstellung unabhängig von Berufungs- oder Stellenbesetzungsverfahren; ggf. sind weitere Informationen nachzureichen (s. hierzu auch die Auswahlbestimmungen, Erläuterungen zu Anlage j).

Kann eine Hochschule mehrere Anträge gleichzeitig einreichen und können mehrere Humboldt-Professoren gleichzeitig dort tätig sein?

Ja.

Antragstellende Universität/Forschungseinrichtung

Welche Einrichtungen sind antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind alle Hochschulen in Deutschland. Sie können gemeinsame Anträge mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland einreichen. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn beide Partner von einer solchen Professur in hohem Maße profitieren würden. Dies müsste im gemeinsamen Hochschulkonzept überzeugend dargestellt werden. Die Förderung muss in großem Umfang der Universität zugutekommen.

Können zwei Hochschulen gemeinsam einen Vorschlag einreichen?

Ja, es ist möglich, dass zwei Hochschulen gemeinsam einen Vorschlag einreichen. Die Hochschulen müssen im Antrag darlegen, in welcher Form sie bei der Gewinnung des bzw. der Nominierten zusammenarbeiten und in welche Hochschule er bzw. sie in welcher Weise eingebunden werden soll.

Zielgruppe für die Humboldt-Professur

Dürfen sich Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler selbst bewerben?

Nein. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.

Wer kommt als Kandidatin oder Kandidat in Frage?

Das Programm zielt auf die Gewinnung von "Forschungsstars" aller Disziplinen aus dem Ausland. Wählen Sie Ihre Kandidatin oder Ihren Kandidaten sorgfältig aus im Hinblick auf wissenschaftliche Exzellenz und optimale Passfähigkeit ihres oder seines Forschungsprofils mit Ihrer Entwicklungsplanung.

Welche Qualifikationen werden erwartet?

Es wird erwartet, dass die Wissenschaftlerin bzw. der Wissenschaftler im Fachgebiet weltweit eine führende Position einnimmt und das Potenzial hat, den aufnehmenden Fachbereich in Deutschland in eine internationale Spitzenstellung zu führen. Die wissenschaftliche Qualifikation sollte der von Leibniz-Preisträgern vergleichbar sein.

Werden die Alexander von Humboldt-Professuren bevorzugt in bestimmten Fachrichtungen vergeben?

Nein.

Gibt es eine formale Altersgrenze?

Nein, die Kandidatinnen und Kandidaten müssen aber in Deutschland grundsätzlich auf eine Professur berufbar sein.
Zudem ist der Aspekt der Nachhaltigkeit zu beachten: Die Planung wird in der Regel dann als nachhaltig wahrgenommen, wenn ab dem Förderbeginn noch mindestens 10 Jahre aktives wissenschaftliches Wirken der Humboldt-Professorin oder des Humboldt-Professors angenommen wird – sollte in dieser Phase üblicherweise die Emeritierung erfolgen, stellen Sie bitte dar, wie Sie stattdessen verfahren werden, um die Nachhaltigkeit der Förderung zu belegen (Seniorprofessurkonzeption, o.ä.).

Kann jemand ausgezeichnet werden, der bereits einen Ruf nach Deutschland angenommen hat?

Nein, mit einer Ausnahme: Eine Rufannahme bei der nominierenden Institution nach Eingang der Antragsunterlagen bei der Humboldt-Stiftung ist formal unschädlich und führt nicht zum Ausschluss aus dem Auswahlverfahren.

Ist ein Pendeln zwischen Deutschland und dem früheren Tätigkeitsort ("split appointment") zulässig?

Auf Dauer: nein. Es ist jedoch vorstellbar, dass für eine Übergangszeit laufende Forschungsarbeiten oder die Betreuung von Studierenden und Promovierenden im Ausland zum Abschluss geführt werden.

Dürfen Kandidaten unmittelbar vor ihrer Nominierung wissenschaftliche Tätigkeiten in Deutschland ausgeübt haben?

Ob eine Nominierung möglich ist, hängt von der Art und Dauer der Tätigkeit in Deutschland ab: Unschädlich ist in der Regel, wenn der Aufenthalt in Deutschland befristet war, z. B. im Rahmen einer Gastprofessur. Nicht nominiert werden können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zwar im Ausland wissenschaftlich etabliert sind, gleichzeitig aber auch eine regelrechte Position in Deutschland innehaben (z. B. Professur, Direktorenposition oder andere arbeits- oder dienstvertraglich geregelte Tätigkeiten).
Die Geschäftsstelle der Humboldt-Stiftung bittet darum, mit ihr vorab Kontakt aufzunehmen und die wissenschaftlichen Aktivitäten in Deutschland konkret zu benennen.

Kann jemand nominiert werden, der keine feste Anbindung an eine Forschungseinrichtung hat?

Ja, dies stellt keinen Hinderungsgrund dar, sofern er oder sie dauerhaft im Ausland forscht. In Zweifelsfällen nehmen Sie bitte die Beratung der Humboldt-Stiftung in Anspruch.

Kann jemand nominiert werden, der bereits von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert wurde?

Ja.

Kann ein Wissenschaftler nach einer erfolglosen Nominierung nochmals nominiert werden?

Ja, dies ist im Prinzip möglich. Sie sollten sich aber in jedem Fall vor dem Einreichen einer erneuten Nominierung von der Auswahlabteilung der Humboldt-Stiftung beraten lassen (avh-professur(at)avh.de).

Preisgeld

Was muss bei der Festsetzung des persönlichen Einkommens des Humboldt-Professors bzw. der Humboldt-Professorin beachtet werden?

Wir empfehlen, die Frage der Gehaltshöhe möglichst frühzeitig mit dem Kandidaten oder der Kandidatin zu diskutieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte darauf geachtet werden, dass es auch nach Ablauf der Förderperiode zu keiner Einkommenseinbuße kommt. Insgesamt sollten auch steuerrechtliche und ggf. sozialversicherungsrechtliche Fragen geklärt werden. Das persönliche Einkommen dürfte regelmäßig der deutschen Einkommenssteuerpflicht unterliegen.
Das persönliche Einkommen des Humboldt-Professors bzw. der Humboldt-Professorin kann aus den mit der Humboldt-Professur verbundenen Fördermitteln oder aus anderen Mitteln der aufnehmenden Institution finanziert werden. Auch Mischfinanzierungen oder Aufstockungen sind möglich.

Ist es möglich, das Preisgeld für reine Forschungszwecke (d. h. ohne Gehaltszahlungen) zu verwenden?

Ja, dies ist möglich, wobei 15 Prozent des Preisgeldes als Verwaltungspauschale vorgesehen sind.

Muss im Antrag erläutert werden, wie das Preisgeld verwendet werden soll?

Ja, jedoch ist dies nur in groben Zügen nötig; eine zahlenmäßige Aufschlüsselung der geplanten Verwendung nach Ausgabearten ist erst erforderlich, wenn der Auswahlausschuss eine positive Entscheidung getroffen hat.

Sollen konkrete Angaben zur Verwendung der Verwaltungspauschale gemacht werden?

Nein, es sind keine konkreten Angaben notwendig. Es empfiehlt sich jedoch, im Zusammenhang mit der geplanten Einbindung des Humboldt-Professors in die aufnehmende Institution einige Erläuterungen zur Verwendung der Verwaltungspauschale zu machen.

Wofür ist die Verwaltungspauschale gedacht?

Die so genannte Verwaltungspauschale in Höhe von 15 Prozent der beantragten Fördersumme ist derjenige Teil des Preisgeldes, über den allein die aufnehmende Institution entscheidet. Die Mittel sind sehr flexibel einsetzbar. Mit ihnen können all jene Maßnahmen finanziert werden, die darauf abzielen, den Humboldt-Professor für die neue Institution zu gewinnen und ihn dauerhaft an sie zu binden. Darunter fallen zum Beispiel Integrations- oder Dual Career-Maßnahmen. Die Hochschule kann aus der Verwaltungspauschale aber auch Rücklagen bilden, um der Humboldt-Professorin bzw. dem Humboldt-Professor nach den ersten fünf Jahren Gehaltszulagen zu zahlen oder um einen Ausgleich für im Ausland erworbene und ggf. wegfallende Alterssicherungsansprüche zu leisten. Weitere Informationen hierzu könnten Sie über die jeweiligen Landesministerien oder Versorgungsämter erhalten.
Allgemein gilt: Mit der Verwaltungspauschale möchte die Humboldt-Stiftung die aufnehmende Institution dabei unterstützen, künftigen Humboldt-Professoren ein sehr attraktives Angebot zu unterbreiten. Es empfiehlt sich daher, die Kandidatin oder den Kandidaten im Vorfeld nach ihren oder seinen ganz speziellen Wünschen und Bedürfnissen zu fragen und ein darauf abgestimmtes Maßnahmen-Paket zu schnüren.

Gibt es eine Obergrenze für die Rücklagenbildung für spätere Gehaltszulagen?

Nein, die Verwaltungspauschale kann komplett für Rücklagen benutzt werden. Weitere Rücklagen aus dem Preisgeld sind indes nicht möglich.

Antragsunterlagen

Welche Unterlagen müssen mit der Nominierung eingereicht werden?

Die Liste der einzureichenden Unterlagen finden Sie auf Seite 3 der Auswahlbestimmungen. Diese enthalten zahlreiche Hinweise zu Inhalt und Form der Unterlagen.

Können die Antragsunterlagen elektronisch eingereicht werden?

Nein. Bitte senden Sie die Antragsunterlagen per Post.

Welchen Umfang sollen die Unterlagen haben?

Angaben zum gewünschten Umfang der einzelnen Texte finden Sie in den Auswahlbestimmungen. Die Angaben dienen als Richtschnur. Der gesamte Umfang der Texte zu d), e), f) und g) sollte das angegebene Maximum von 11 Seiten nicht übersteigen.

Erhöhen Referenzgutachten oder Unterstützungsschreiben die Erfolgschancen eines Antrags?

Nein. Referenzgutachten sind nicht mehr erforderlich (vgl. Auswahlbestimmungen).
Unterstützungsschreiben haben in der Regel keinen entscheidenden Einfluss auf die Beurteilung eines Antrags. Sie können im Einzelfall sinnvoll sein, wenn das Konzept intensive Kooperationen mit Einrichtungen vorsieht, die nicht antragstellende Partner sind. Es sollte vermieden werden, Unterstützungsschreiben mit redundantem Inhalt einzureichen.

Können einzelne Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler benannt werden, die von der unabhängigen Begutachtung ausgeschlossen werden sollen?

Dies ist möglich, sollte aber nur in Ausnahmefällen geschehen. Sinnvoll kann dies z. B. in Bezug auf Mitbewerber und Mitbewerberinnen in Berufungsverfahren sein.
Es ist nicht möglich, ganze "Schulen" von der Begutachtung ausschließen zu lassen. Wir wählen allerdings die jeweils passendsten Gutachterinnen und Gutachter mit großer Sorgfalt aus.

Ablauf des Auswahlverfahrens

Bestätigt die Humboldt-Stiftung den Eingang des Antrags?

Ja, in der Regel einige Tage nach Antragseingang, sobald feststeht, wer die Antragsbearbeitung übernimmt.

Informiert die Humboldt-Stiftung über die Vollständigkeit des Antrags?

Ja. Wir setzen wir uns mit dem Ansprechpartner bzw. der Ansprechpartnerin auch in Verbindung, falls Unterlagen fehlen oder nachgebessert werden sollten. Dies erfolgt in der Regel einige Wochen nach Antragseingang.

Wer begutachtet die Nominierung?

Die Begutachtung des Antrags erfolgt durch unabhängige Fachgutachterinnen und Fachgutachter aus dem In- und Ausland (Peer-Review-Verfahren).

Wer entscheidet über die Bewilligung der Anträge?

Die abschließende Entscheidung über die Vergabe der Humboldt-Professuren trifft ein eigens hierfür eingesetzter Auswahlausschuss mit Zweidrittelmehrheit. Er setzt sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Fachrichtungen und ex officio-Mitgliedern zusammen. Die Geschäftsstelle der Humboldt-Stiftung hat keine Stimme im Auswahlausschuss. Die Mitgliedsliste finden Sie auf der Website.

Wann erfolgt die Nachricht über die Auswahlentscheidung und wer erhält die Nachricht?

Die Benachrichtigung der Rektorinnen und Rektoren bzw. Präsidentinnen und Präsidenten sowie der Direktorate bzw. Vorstände außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, erfolgt in der Regel am ersten Arbeitstag nach der Auswahlsitzung. Abgelehnte Kandidatinnen und Kandidaten erhalten von der Humboldt-Stiftung keine Auswahlnachricht; die Humboldt-Professorinnen und Humboldt-Professoren werden in der Regel ein bis zwei Arbeitstage nach der Auswahlsitzung über die Verleihung informiert.

Auswahl

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten von Anträgen?

Nur solche Anträge, die hinsichtlich der wissenschaftlichen Exzellenz des Kandidaten und der Überzeugungskraft des Hochschulkonzepts über jeden Zweifel erhaben sind, werden letztlich auch bewilligt. In der Vergangenheit war das im Durchschnitt bei etwa jedem vierten Antrag der Fall.

Inwiefern sollten Antragsteller und Kandidaten auch auf eine negative Auswahlentscheidung vorbereitet sein?

Antragsteller und Kandidaten sollten die Möglichkeit einer negativen Auswahlentscheidung in ihre Planung einbeziehen. Wir empfehlen, für diesen Fall vorab auszuloten, unter welchen Bedingungen die Kandidatin oder der Kandidat gegebenenfalls auch ohne Förderung durch die Humboldt-Stiftung an die wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland wechseln würde.

Informiert die Alexander von Humboldt-Stiftung im Fall einer Ablehnung über deren Gründe?

Eine detaillierte schriftliche Begründung einer Ablehnung erfolgt nicht. Nach jeder Auswahlsitzung stehen wir telefonisch zur Verfügung, um Hinweise zur Konkurrenzsituation und zu den Auswahlkriterien für die Humboldt-Professuren zu geben. Wir beraten auch zu möglichen weiteren Nominierungen.

Zweckbestimmung, Verwendung und Bereitstellung des Preisgeldes

Sind Preisgelder in das jeweils folgende Haushaltsjahr übertragbar?

Ja, im Rahmen des Förderzeitraums von 5 Jahren.

Wie genau müssen die Angaben auf dem Formular "Preisgeldabruf" sein?

Möglichst genau, um der Alexander von Humboldt-Stiftung die Haushaltsplanung zu erleichtern.

Bis wann muss das gesamte Preisgeld ausgegeben werden?

Bis zum Ende des Förderzeitraums. Restmittel müssen an die Alexander von Humboldt-Stiftung zurückgezahlt werden.

Können die anfallenden Kosten für ein dienstliches Mobiltelefon aus dem Preisgeld gedeckt werden?

Ein dienstliches Mobiltelefon kann aus dem Preisgeld finanziert werden ("Verbrauchsmaterial/Sonstiges").

Bezieht sich die Verwaltungspauschale auf die Höhe des ursprünglich gewährten Preisgeldes oder dürfen Zinsgewinne bei der Berechnung des Betrages ebenfalls zu Grunde gelegt werden?

Zur Berechnung der Verwaltungspauschale ist das ursprünglich gewährte Preisgeld (ohne Zinsgewinne) heranzuziehen.

Ich würde gerne mit meiner Gruppe einen kulturellen/wissenschaftlichen Betriebsausflug, z. B. nach Hamburg, durchführen. Kann ich die Reisekosten aus dem Preisgeld bestreiten?

Ja, das Preisgeld kann zur Deckung der Reisekosten eingesetzt werden, da der Betriebsausflug dem Beschäftigungsverhältnis entspringt, das neben dem Gehalt auch sonstige Sozialleistungen (dazu kann auch ein Betriebsausflug gezählt werden) einschließt.

Können Deutschkurse für Arbeitsgruppenmitglieder aus dem Preisgeld finanziert werden?

Wenn der Besuch dieser Sprachkurse Voraussetzung für eine erfolgreiche Mitarbeit am Projekt ist und nicht aus anderen Mitteln finanziert werden kann - ja.

Können Kosten für die Bewirtung von (wissenschaftlichen) Gästen aus der Verwaltungspauschale getragen werden?

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat keine Einwände, wenn Bewirtungskosten im Zusammenhang mit der Einladung von Gästen aus dem Preisgeld getragen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, hierzu die Verwaltungspauschale in Anspruch zu nehmen. In Kap. III der Verwendungsbestimmungen wird allgemein erläutert, welche Aufwände diese Pauschale abdecken soll.

Wie sollen Reisekosten abgerechnet werden?

Nach den für die aufnehmende Institution maßgebenden Vorschriften (z.B. Landesreisekostengesetz).

Ist es möglich, aus dem Preisgeld einen Pauschalbetrag für die Verrechnung bestimmter Kleinstbeträge (Handy, Verpflegung auf Reisen, öffentliche Verkehrsmittel) zu entnehmen?

Prinzipiell ist dies möglich, die Verwendungsbestimmungen untersagen dies nicht. Die konkrete Umsetzung eines solchen "Handvorschusses" sollte mit der Verwaltung der aufnehmenden Institution abgestimmt werden.

Leistet die Alexander von Humboldt-Stiftung Umzugsbeihilfe bzw. können private Umzugskosten aus dem Preisgeld finanziert werden?

Die Alexander von Humboldt-Stiftung leistet keine Umzugsbeihilfe. Es sind die für den öffentlichen Dienst am Anstellungsort geltenden Bestimmungen des Reisekostenrechts (einschließlich Umzugskostenvergütung) anzuwenden.

Welcher Stelle innerhalb der aufnehmenden Institution steht die Verwaltungspauschale zu? Geht sie direkt ans Institut, wo der tatsächliche Verwaltungsaufwand entsteht, oder könnte die Zentrale Verwaltung/Rektoramt o. ä. auch Ansprüche geltend machen?

Die Frage muss innerhalb der aufnehmenden Institution geklärt werden. In der Vereinbarung zwischen Preisträger und aufnehmender Institution sowie in den Verwendungsbestimmungen ist pauschal die "aufnehmende Institution" als Empfängerin dieser Pauschale genannt.

Kann die Einladung von aus- und inländischen Wissenschaftlern zu Gastvorträgen etc. an der aufnehmenden Institution des Preisträgers aus dem Preisgeld finanziert werden (Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Honorar)?

Ja; dabei sollen die an der aufnehmenden Institution geltenden Richtlinien und Kostensätze zu Grunde gelegt werden.

Können Ausgaben (Auslagen) im Zusammenhang mit Bewerbungsgesprächen mit potenziellen Arbeitsgruppenmitgliedern aus dem Preisgeld getragen werden?

Für den Auslagenersatz im Zusammenhang mit Bewerbungsgesprächen sind die an der aufnehmenden Institution einschlägigen Regelungen zu Grunde zu legen.

Für die Verpflegung der Mitarbeiter und zur Bewirtung von Gästen möchten wir eine Teeküche mit Kaffeemaschine, Kühlschrank etc einrichten. Können diese Anschaffungen aus dem Preisgeld finanziert werden?

Ja, vorzugsweise aus dem Anteil des Preisgeldes, der als Verwaltungspauschale an die Verwaltung der aufnehmenden Institution fließt. Unmittelbar nach Erwerb gehen die angeschafften Geräte und Utensilien in den Besitz der aufnehmenden Institution über.

Können neben dem Preisgeld weitere Forschungsmittel aus anderen Quellen (z.B. Drittmittel der DFG, EU etc.) beantragt werden?

Ja. Bitte beachten Sie dabei die Verpflichtung zur Information der Alexander von Humboldt-Stiftung, über die Beantragung oder den Erhalt weiterer Fördergelder für dasselbe Forschungsvorhaben. Ihre Ansprechpartner in der Verwaltung werden Sie beraten. Unter keinen Umständen darf dasselbe Forschungsvorhaben doppelt finanziert werden (Doppelförderung). Wenn zusätzliche Mittel für ein thematisch verwandtes Teilprojekt eingeworben werden (Parallelförderung), so ist auf strikte buchhalterische Trennung – insbesondere bei der Erstellung von Verwendungsnachweisen – zu achten. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen behält sich die Alexander von Humboldt-Stiftung vor, das Preisgeld teilweise oder ganz zurückzufordern.

Personal, Sachmittel

In welchem geographischen Raum sollen die Stellen ausgeschrieben werden? Nur in Deutschland, in Europa oder sollen Wissenschaftler aus der ganzen Welt angesprochen werden?

Je nach Bedarf und Zielgruppe, gegebenenfalls auch in Publikationsorganen mit weltweiter Verbreitung.

Gerne weist die Alexander von Humboldt-Stiftung in diesem Zusammenhang auf die Seite EURAXESS Jobs des Portals EURAXESS - Researchers in Motion hin: Euraxess Jobs ist eine europaweite Jobbörse für Forscherinnen und Forscher. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industrie können in diesem Portal offene Stellen einstellen.

Wie flexibel bin ich im Hinblick auf die Höhe der monatlichen Stipendienzahlung und der Zusatzleistungen? Kann ich von den Sätzen, die bei Humboldt-Forschungsstipendien und DAAD-Stipendien vorgesehen sind, abweichen?

Abweichungen sind möglich, müssen allerdings überzeugend und stichhaltig begründet sein und sollten in einem Aktenvermerk den zahlungsbegründenden Unterlagen hinzugefügt werden. Eventuelle steuerliche Implikationen sind im Vorfeld zu prüfen.

Gibt es von der Humboldt-Stiftung verwandte Formblätter für das Stipendienmanagement (z. B. Muster-Verleihungsschreiben, Muster-Annahmeerklärung)?

Ja, sie können auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden.

Ich bin Doktorand in der Arbeitsgruppe eines Preisträgers und erhalte ein Stipendium der Australian National University, das ich auch während der Zeit beziehe, in der ich mich hier in Deutschland aufhalte. Da die Lebenshaltungskosten in Australien im Vergleich zu Deutschland niedriger sind, wurde mir eine Angleichung meines Stipendiums an die deutsche Doktorandenvergütung TVöD EG 13/2 (BAT IIa/2) zugesagt. Ist die Zahlung eines solchen Teilstipendiums aus dem Preisgeld möglich?

Von Seiten der Humboldt-Stiftung gibt es keine Einwände gegen die geplante Aufstockung des Stipendiums bis zur Höhe der Vergütung eines deutschen Doktoranden (TVöD EG 13/2 bzw. BAT IIa/2). Die Vergabe von Stipendien aus dem Preisgeld ist in den "Verwendungsbestimmungen" unter Kap. IV (Personal) geregelt. Die dortigen Ausführungen gelten auch für die Vergabe von Teilstipendien.

In welcher Form soll/kann ich meine Mitarbeiter einstellen?

Bei der Anstellung des Personals sollen die für die aufnehmende Institution maßgebenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu Grunde gelegt werden. Möglich sind alle vorgesehenen Regelungen, darunter Arbeitsverträge nach TVöD bzw. TV-L und Honorarvereinbarungen. Darüber hinaus wird in den Verwendungsbestimmungen ausdrücklich auf die Möglichkeit der Vergabe von Stipendien verwiesen.

Gibt es Vorgaben/Richtlinien für Stellenausschreibungen?

Die Ausschreibung soll nach den maßgebenden rechtlichen Rahmenbedingungen der jeweiligen aufnehmenden Institution erfolgen. Wie in allen öffentlichen Darstellungen ist auch hier an geeigneter Stelle auf die Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung und den Stifter, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, hinzuweisen.

Arbeitsgruppenmitglieder, die nicht an der aufnehmenden Institution angestellt sind, verfügen über keine Berufshaftpflichtversicherung. Wie ist das Problem zu lösen?

Über den Abschluss einer privaten Berufshaftpflichtversicherung.

Welche Richtlinien gelten für die Vergabe von Stipendien an PhD-Studenten im Vergleich zu Postdocs?

Der Preisträger kann der aufnehmenden Institution aus dem Preisgeld Mittel zur Vergabe von Stipendien zur Verfügung stellen, insbesondere für Gastwissenschaftler/innen aus dem Ausland. Die Stipendiensätze für nicht promovierte bzw. promovierte Stipendiaten/innen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes bzw. der Alexander von Humboldt-Stiftung sollen als Richtlinie für die Bemessung der Stipendienbeträge herangezogen werden (Verwendungsbestimmungen, Kap. IV: Personal).

Sind Vertreter der aufnehmenden Institution im Rahmen der Stipendienvergabe unterschriftsberechtigt?

Ja, zwangsläufig, da nur die aufnehmende Institution berechtigt ist, Stipendien – im Interesse des Preisträgers – zu vergeben. Vgl. "Verwendungsbestimmungen", Kap. IV: "Die aufnehmende Institution vertritt den Preisträger in der Funktion als Arbeitgeber. (...) Der Preisträger kann der aufnehmenden Institution aus dem Preisgeld Mittel zur Vergabe von Stipendien zur Verfügung stellen..."

Ist ein spezielles Verfahren seitens der aufnehmenden Institution erforderlich, um Stipendien auszahlen zu dürfen, oder kann ich einfach deklarieren, dass Personen mit einem Stipendium unterstützt werden sollen?

Die Alexander von Humboldt-Stiftung empfiehlt die Einsetzung eines Ad hoc-Ausschusses für die Stipendiatenauswahl, z. B. bestehend aus dem Preisträger, dem Institutsdirektor, einem weiteren wissenschaftlichen Mitglied der Fakultät und dem Dekan/Prodekan. Gegebenenfalls ist auch eine vom Preisträger vorgenommene "freihändige" Stipendiatenauswahl nicht ausgeschlossen. Die Stipendienvergabe selbst kann aber nur durch die aufnehmende Institution vorgenommen werden. In der Alexander von Humboldt-Stiftung gilt folgendes Procedere: Exzellenz-Auswahl nach fachlicher Qualifikation auf der Grundlage von Fachgutachten und Diskussion/Entscheidung im Auswahlausschuss.

Ist ein Stipendium, das im Rahmen der Alexander von Humboldt-Professur vergeben wird, steuerfrei? Ein deutsches Finanzamt hätte gerne einen Nachweis und bittet außerdem um die Angabe der Steuernummer der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Die Steuernummer der Alexander von Humboldt-Stiftung ist für das Finanzamt unerheblich, da es sich bei dem Stipendium nicht um ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung handelt, sondern um ein Stipendium im Rahmen der Alexander von Humboldt-Professur: Im Rahmen der Alexander von Humboldt-Professur hat die aufnehmende Institution ein Stipendium gewährt (Verwendungsbestimmungen, Kapitel IV: Personal). Diese Stipendien sollen aber entsprechend den Bestimmungen für Humboldt-Forschungsstipendien vergeben werden. Wir bestätigen dann gern, dass die Humboldt-Forschungsstipendien im Rahmen von § 3 Nr. 44 des Einkommensteuergesetzes in Deutschland steuerfrei sind. Wir gehen deshalb davon aus, dass auch Stipendien im Rahmen der Alexander von Humboldt-Professur in Deutschland steuerfrei sind, sofern sie im konkreten Fall auch tatsächlich den dafür maßgeblichen Kriterien der Steuerbefreiungs-Vorschrift genügen. Weitere Informationen dazu sollten Sie bei Ihrer aufnehmenden Institution einholen.

Wissenschaftliche Geräte

Können Geräte / wissenschaftliche Verbrauchsmittel für das Projekt auch im Ausland erworben und dann nach Deutschland überführt werden?

Ja, wenn dies für das Gelingen des Forschungsprojektes notwendig ist.

Die Anschaffung von wissenschaftlichen Geräten dauert an meiner aufnehmenden Institution aufgrund des komplizierten Ausschreibungsverfahrens bis zu einem halben Jahr. Dies würde den Fortgang meines Forschungsprojektes verzögern. Können Gerätschaften deshalb auch "unbürokratischer" angeschafft werden oder verstößt ein solches Procedere gegen die Verwendungsbestimmungen, die eine sparsame und wirtschaftliche Verwendung des Preisgeldes verlangen?

Die Forderung nach Wirtschaftlichkeit ist auch unter dem Gesichtspunkt der zur Verfügung stehenden Zeit zu sehen. Ohne die erforderlichen Geräte können die Forschungsarbeiten nicht durchgeführt, das intendierte Preisziel - internationale Spitzenforschung - nicht erreicht werden. Zu berücksichtigen ist auch der internationale Konkurrenzdruck auf dem jeweiligen Forschungsgebiet, der zu schnellen Anschaffungen zwingen kann. Diese Rahmenbedingungen und die durch die Verzögerung der Forschungsarbeiten entstehenden Aufwendungen für eine "Stand by-Phase" sollten im Sinne einer Gesamtbetrachtung bei den Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit der Beschaffung von Geräten berücksichtigt werden. Bei Berücksichtigung der vorgenannten Aspekte bleibt die mit der Verwaltung des Preisgeldes betraute Institution im Rahmen der üblichen vergaberechtlichen Bestimmungen, wenn sie die Beschaffung ohne Ausschreibung durchführt, weil die Beschaffung eilt [§ 3 Nr. 4 lit f) VOL/A].

Steuern

Unterliegt das Preisgeld der Steuerpflicht?

Die Preisträger sind für ihre steuerlichen Angelegenheiten selbst verantwortlich. Die Alexander von Humboldt-Stiftung geht davon aus, dass der Preis als Sachbeihilfe eines Forschungsprojektes in Deutschland steuerfrei ist. Bezüglich des zur Deckung des Lebensunterhaltes verwendeten Teils des Preisgeldes wird empfohlen, die Steuerpflicht im Einzelnen zu prüfen. Hierbei sind eventuelle Doppelbesteuerungsabkommen zu berücksichtigen. Die Gesetze in den (bisherigen) Heimat- oder Aufenthaltsländern der Preisträger können besondere Bestimmungen zur Versteuerung von Preisen enthalten. In Zweifelsfällen sollte ein Steuerberater im Heimatland konsultiert werden. Bei der Vergabe von Stipendien sind die besonderen steuerlichen Bestimmungen zu beachten.

Annahme des Preises / Verwendung und Bereitstellung des Preisgeldes

Welche Verpflichtung geht der Humboldt-Professor mit dem Unterzeichnen der Annahmeerklärung ein?

Mit der Unterzeichnung der Annahmeerklärung bekundet der Humboldt-Professor sein grundsätzliches Einverständnis, die Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung zu akzeptieren. Er geht zudem die Verpflichtung ein, die eigentlichen Berufungsverhandlungen mit der aufnehmenden deutschen Institution aufzunehmen.

Verwertung der Forschungsergebnisse - Veröffentlichungen, Patente und Lizenzen

Können im Zusammenhang mit der Anmeldung eines Patents entstehende Kosten aus dem Preisgeld getragen werden?

Sofern die Patentanmeldung im Rahmen der Bestimmung von Kap. VII der Verwendungsbestimmungen erfolgt, können die anfallenden Kosten aus dem Preisgeld bezahlt werden.

In den "Acknowledgements" von Publikationen, die im Rahmen der Förderung durch die Alexander von Humboldt-Professur entstehen, sollen die Humboldt-Stiftung und das BMBF explizit erwähnt werden.

Gibt es dafür eine Standardformulierung?

In Publikationen und allen sonstigen, insbesondere allen öffentlichen Darstellungen ist an geeigneter Stelle auf die Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung sowie den Stifter, das Bundesministerium für Bildung und Forschung hinzuweisen. Dabei ist die Alexander von Humboldt-Professur als Namensprofessur hervorzuheben, insbesondere als Zusatz im Lehrstuhl-Namen zu führen und in der dienstlichen Korrespondenz, insbesondere im Briefkopf, entsprechend zu verwenden. Darüber hinausgehende Eine verbindliche Standardformulierungen gibt es nicht.

Sofern eine Verwendung des Logos der Alexander von Humboldt-Stiftung geplant ist, ist Folgendes zu beachten:
  • Die Verwendung des Logos in Kommunikationsmitteln jeglicher Art unterliegt strengen Regeln. Das Logo und seine Bestandteile sind markenrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne ausdrückliche und vorherige schriftliche Genehmigung der Stiftung verwendet werden. Das Logo besteht aus drei Teilen: dem Kopf Alexander von Humboldts, dem Schriftzug und dem zweisprachigen Zusatz "Stiftung/ Foundation". Diese Elemente zusammen bilden die unzertrennliche Wort-Bild-Marke. Das Logo und seine Bestandteile dürfen nicht kopiert, verändert oder trunkiert oder in andere Logos integriert werden.
  • Die Genehmigung für die Verwendung des Logos mit dem Zusatz "Unterstützt von/Supported by" gilt als erteilt, wenn in Publikationen und allen sonstigen, insbesondere öffentlichen Darstellungen (z. B. Konferenzvorträgen) über Forschungsergebnisse berichtet wird, die in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung entstanden sind. Für diesen Zweck kann das Logo in einer den spezifischen drucktechnischen Anforderungen entsprechenden elektronischen Datei im passwortgeschützten Bereich des Netzwerk Online heruntergeladen werden, ergänzt um den Zusatz "Unterstützt von/Supported by": http://www.humboldt-foundation.de/web/serviceportal.html
  • Jede anderweitige Verwendung des Logos bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung der Alexander von Humboldt-Stiftung und ist unter Angabe des Verwendungszwecks schriftlich zu beantragen.

Ist im Falle einer Patentanmeldung im Rahmen der Förderung durch die Alexander von Humboldt-Professur die Alexander von Humboldt-Stiftung in irgendeiner Form zu beteiligen?

Verwendungsbestimmungen sehen eine Beteiligung der Alexander von Humboldt-Stiftung nicht vor. Entsprechend den "Vereinbarungen zwischen Preisträger/in und aufnehmender Institution" gelten die Regelungen des "Gesetzes über Arbeitnehmererfindungen" (ArbNErfindungsG). Im Falle einer Patentanmeldung ist die Alexander von Humboldt-Stiftung zu informieren (vgl. dazu auch die "Verwendungsbestimmungen", Kapitel VII).