24. Mai 2017

Informationsplattform zum Thema gefährdete Forschende geht online

Humboldt-Stiftung gibt als Sekretariat der deutschen Sektion des weltweiten Scholars at Risk Netzwerks einen ersten Überblick über Förder- und Vernetzungsmöglichkeiten

Welche Aufenthaltstitel stehen gefährdeten Forschenden zur Verfügung? Welche Fördermöglichkeiten gibt es auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene? Wie sind die Erfahrungen damit, den Gastforschenden eine angemessene Öffentlichkeit und Stimme zu verschaffen? Und wo finde ich andere Einrichtungen in Deutschland und international, die sich für das Thema engagieren? Rund um die Aufnahme von gefährdeten Forschenden an Hochschulen und Forschungseinrichtungen ergeben sich viele Fragen. Als Sekretariat der deutschen Sektion des Scholars at Risk Netzwerks hat die Alexander von Humboldt-Stiftung häufig adressierte Themen sowie Erfahrungsberichte gesammelt und stellt entsprechend gebündelte Informationen als erste Orientierung im Internet zur Verfügung unter: www.humboldt-foundation.de/web/sar-germany-section.html.

Seit Dezember 2015 führt die Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt die Philipp Schwartz-Initiative durch. Die Initiative vergibt Fördermittel an deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen, mit denen diese gefährdeten ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Stipendien für zwei Jahre finanzieren können. 2016 übernahm die Stiftung daneben die Rolle eines Sekretariats der neu gegründeten deutschen Sektion des globalen Scholars at Risk Netzwerks (SAR) und bildet damit eine Plattform für Informationsaustausch und Vernetzung. SAR ist ein Zusammenschluss von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen weltweit, die sich für die Unterstützung und den Schutz gefährdeter Forschender und die Freiheit der Wissenschaft einsetzen. Mehr als 30 wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland sind inzwischen Mitglied der deutschen Sektion.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung kooperiert bei der Philipp Schwartz-Initiative mit erfahrenen Partnerorganisationen wie dem Scholars at Risk Network, dem Scholar Rescue Fund des Institute of International Education sowie dem Council for At-Risk Academics.

Die Zuwendungen des Auswärtigen Amts zur Finanzierung der Philipp Schwartz-Initiative werden durch private Zuwendungen ergänzt. Bisher haben die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, der Stifterverband und die Stiftung Mercator die Initiative mit Mitteln in Höhe von über 2,1 Millionen Euro unterstützt. Die Initiative ist nach dem Pathologen jüdischer Abstammung Philipp Schwartz benannt, der 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen musste und die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ gründete.

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