Humboldtianer gedenken Heinrich Pfeiffer beim Humboldt-Kolleg „Limits of Knowledge“

Heinrich Pfeiffer, den langjährigen Generalsekretär der Humboldt-Stiftung, verband eine besondere Freundschaft mit Polen. In Krakau haben sich nun über 200 Wissenschaftler aus mehr als zwei Dutzend Ländern versammelt, um sein Lebenswerk zu würdigen. 

Eigentlich hatte das Humboldt-Kolleg in Krakau einen schöneren Anlass haben sollen: den 90. Geburtstag Heinrich Pfeiffers, der 38 Jahre lang die Entwicklung und das Wirken der Alexander von Humboldt-Stiftung entscheidend prägte. Als der ehemalige Generalsekretär dann kurz vor Weihnachten unerwartet verstarb, hielt die Humboldt-Familie inne.

Weggefährten erinnern sich an „Mr. Humboldt“

Auf den Tag ein halbes Jahr nach dem Tod Pfeiffers kamen jetzt Humboldtianerinnen und Humboldtianer aus aller Welt nach Krakau, um dem unvergessenen „Mr. Humboldt“ die letzte Ehre zu erweisen und gemeinsam die Grenzen des Wissens – „Limits of Knowledge“ – zu erforschen. Organisatorin war unter der Leitung Marian Jaskułas und Henryk Figiels die Societas Humboldtiana Polonorum Krakau-Kattowitz. Das Gedenken an den langjährigen Lenker der Humboldt-Stiftung nahm neben zahlreichen Fachvorträgen und Nachwuchs-Sessions einen zentralen Platz ein. Für schöne und einprägsame Momente sorgte ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, maßgeblich gefördert durch die Stadt Krakau, das Internationale Kulturzentrum und das Deutsche Generalkonsulat in Krakau unter der Leitung von Generalkonsul Michael Groß, der selbst als Feodor Lynen-Stipendiat in den USA forschte. 

Heinrich Pfeiffer setzte sich unermüdlich für den deutsch-polnischen Wissenschaftsaustausch ein. Für sein Engagement erhielt er am 13. April 1989 eine Ehrendoktorwürde in Breslau, Polen.
Heinrich Pfeiffer setzte sich unermüdlich für den deutsch-polnischen Wissenschaftsaustausch ein. Am 13. April 1989 erhielt er eine Ehrendoktorwürde in Breslau, Polen.
Foto: Humboldt-Stiftung/Jerzy Katarzynski

Ganz persönlich wurde es in einer Diskussionsrunde, die Gisela Janetzke, vormals stellvertretende Generalsekretärin der Alexander von Humboldt-Stiftung und langjährige Weggefährtin Heinrich Pfeiffers, leitete. Humboldtianerinnen und Humboldtianer berichteten von ihren ersten und einprägsamsten Begegnungen mit Pfeiffer. Auch der ehemalige Vorstand der Fritz Thyssen Stiftung, Jürgen Regge, erzählte von seinem Weg mit Heinrich Pfeiffer, der durch seine Ideen Maßstäbe und Impulse nicht nur für die Arbeit der Humboldt-Stiftung setzte. So wurde die Idee der Humboldt-Familie auch für diejenigen jüngeren Humboldtianer und Nachwuchswissenschaftler greifbar, die Pfeiffer nicht mehr persönlich kennenlernen durften.

Unermüdlich für den deutsch-polnischen Wissenschaftsaustausch

Insbesondere für den deutsch-polnischen Wissenschaftsaustausch war Heinrich Pfeiffers Engagement prägend. Unermüdlich setzte er sich bereits während der Zeit des Kalten Krieges dafür ein, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Volksrepublik Polen Forschungsaufenthalte in der Bundesrepublik Deutschland absolvieren konnten. Diesen Einsatz für die Wissenschaftsfreiheit und die große Verbundenheit mit Polen teilte Pfeiffer mit Alexander von Humboldt. Humboldt selbst war zeit seines Lebens ein großer Freund und Förderer Polens. Dass das hohe Gut der Wissenschaftsfreiheit heute wieder beschützt und gegen einen aufkeimenden Nationalismus verteidigt werden müsse, thematisierte Helmut Schwarz, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung in seiner Begrüßungsrede und richtete sich mit einem Appell an die Anwesenden: Insbesondere international mobile Wissenschaftler seien nun in der Pflicht, sich einzumischen – ganz im Geiste Heinrich Pfeiffers.

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