7. September 2017

Humboldt-Professor Tschöp wird mit Carus-Medaille ausgezeichnet

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina würdigt hervorragende Forschung zu Diabetes und Adipositas

Der Mediziner Matthias Tschöp zählt weltweit zu den herausragenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Diabetes- und Adipositasforschung. 2012 wurde er als erster Mediziner mit einer Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet. Nun verleiht ihm die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine der beiden diesjährigen Carus-Medaillen.

Bahnbrechende Entdeckungen zum Hungergefühl

Tschöp ist Inhaber des Lehrstuhls für Diabetesforschung / Insulinresistenz an der Technischen Universität München (TUM), wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Zentrums und des Helmholtz Pionier Campus sowie Adjunct Professor an der Yale University.

Der Mediziner machte eine Reihe von bahnbrechenden Entdeckungen zu Stoffwechselerkrankungen und entwickelte verschiedene Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit, die bereits klinisch erprobt werden. Er erkannte, dass das Peptid Ghrelin als „Hungerhormon“ fungiert, indem es bestimmte Bereiche des Gehirns über die Verfügbarkeit von Nährstoffen informiert. Basierend auf diesen Erkenntnissen entdeckte Matthias Tschöp eine Reihe weiterer Mechanismen, die an der Kommunikation zwischen Bauch und Gehirn, an der Regulierung von Nahrungsaufnahme, Energie- und Glucose-Metabolismus sowie an der Kontrolle von Körpergewicht und -fettmasse beteiligt ist.

Verleihung der Carus-Medaille am 22. September in Halle

Neben Tschöp wird in diesem Jahr auch die Neurowissenschaftlerin Elisabeth Binder, Direktorin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, mit einer Carus-Medaille ausgezeichnet. Elisabeth Binder ist der Alexander von Humboldt-Stiftung als mehrfache Gastgeberin von Stipendiaten verbunden. Die Auszeichnungen werden im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am Freitag, 22. September 2017, in Halle (Saale) überreicht.

Die Carus-Medaille wurde anlässlich des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), gestiftet und erstmals im Jahr 1896 vergeben. Sie würdigt bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen jüngerer Wissenschaftler auf einem in der Leopoldina vertretenen Gebiet. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Jacques Monod (1965), der im gleichen Jahr mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geehrt wurde. Christiane Nüsslein-Volhard (1989), die 1995 den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie erhielt, und Stefan Hell (2013), der im Folgejahr mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt – Gründungsort der Leopoldina – gestifteten und mit 5000 Euro dotierten Carus-Preis verbunden.

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