Von Wahlkampf bis Wattenmeer: Mehr als 200 Humboldtianer auf Deutschlandreise 

Neben der Jahrestagung bleibt den Humboldtianern vor allem die Studienreise in Erinnerung: Knapp zwei Wochen lang sind sie in Deutschland unterwegs, um ihre vorübergehende Heimat genauer kennenzulernen.

Mitte August begannen mehr als 200 Humboldtianerinnen und Humboldtianer, einige in Begleitung ihrer Partner, ein besonderes Forschungsprojekt: In zwölf Gruppen erkundeten sie im Rahmen einer 13-tägigen Rundreise durch Deutschland ihre zweite Heimat und erhielten dabei umfassende Einblicke in politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Verhältnisse der Bundesrepublik.

Deutschland in allen Facetten kennenlernen

Unterwegs bei Ebbe im Nationalpark Wattenmeer
Unterwegs bei Ebbe im Nationalpark Wattenmeer (Foto: Qi Zhang)

Neben klassischen Zielen wie dem Deutschen Bundestag in Berlin, dem Heidelberger Schloss oder der im Januar 2017 neu eröffneten Elbphilharmonie in Hamburg besuchten die Reisegruppen Wirtschaftsunternehmen wie BASF in Ludwigshafen oder die Meyer Werft in Papenburg. Daneben standen Besuche bei wissenschaftlichen Institutionen wie dem Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena oder dem European Space Operation Center in Darmstadt auf der Agenda.

Alternative Landwirtschaft und soziale Projekte

Die Reise führte die Humboldtianerinnen und Humboldtianer aber auch an Orte in Deutschland, die sie im Rahmen ihres Forschungsaufenthaltes üblicherweise nicht kennenlernen: Manche wagten sich in das Wattenmeer hinaus, andere diskutierten auf einem Biobauernhof über Potenziale und Herausforderungen der alternativen Landwirtschaft. Beim Verein „Die Tafel“, der Lebensmittel an Bedürftige verteilt, und dem gemeinnützigen Selbsthilfeprojekt „Hinz&Kunzt“, einem Obdach- und Wohnungslosenmagazin in Hamburg, das Menschen, die kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, unbürokratische Beschäftigung bietet, konnten die Humboldtianer erfahren, wie wichtig soziales und ehrenamtliches Engagement sind.

Zu Besuch bei der Berliner Tafel e.V.
Zu Besuch bei der Berliner Tafel e.V. (Foto: Berliner Tafel e.V.)

Humboldtianer treffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung

Im Wahljahr 2017 hatten die Humboldtianer außerdem Gelegenheit, mit Mitgliedern des Bundestages aus den Wahlkreisen ihrer Gasteinrichtungen zu diskutieren und den deutschen Straßenwahlkampf zu erleben. Weitere Besuchsstationen wie das Institut für deutsche Sprache in Mannheim oder ein Treffen mit dem Redaktionsstab im Deutschen Bundestag in Berlin boten zudem interessante Einblicke in die Arbeit von Institutionen mit Bezug zur deutschen Sprache und zum Spracherwerb. Den Höhepunkt der Studienreise bot schließlich der Empfang jeder Gruppe in der Geschäftsstelle der Humboldt-Stiftung in Bonn. Hier trafen die Gäste, manche von ihnen zum ersten Mal, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung. Bei einem Mittagsessen tauschten sie sich über ihre Erfahrungen in Deutschland ihre Erlebnisse während der Reise aus.

Im Rahmen der Studienreise erkunden jährlich bis zu 12 Reisegruppen mit Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung knapp zwei Wochen lang die Bundesrepublik. Hierbei lernen sie ihr Gastland in seiner Vielfalt kennen, gewinnen ein modernes Deutschlandbild über die akademische Perspektive hinaus und knüpfen Kontakte zu anderen Humboldtianern. Die Studienreise ist wichtiger Bestandteil einer gelebten Willkommenskultur gegenüber den Geförderten und ihren Familien während ihres Gastaufenthalts in Deutschland.

 

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