Erstes Japanese-American-German Frontiers of Science Symposium

Mit Audio- und Videodaten von Patienten den Schweregrad von Depressionen und Demenz prognostizieren oder Batterien aus der Spraydose zur Speicherung von Solarenergie nutzen. Themen wie diese wurden bei der trilateralen Tagung diskutiert.

Wie können Audio- und Videodaten von Patienten in der Medizin genutzt werden, um den Schweregrad von Depressionen und Demenz zu prognostizieren? Werden wir in Zukunft organische polymere Batterien auf Zeltwände oder Fahrzeugteile sprühen und damit Solarenergie flexibel speichern können? Lassen sich Voraussagen über zukünftige Klimaveränderungen auf der Grundlage von Erkenntnissen zu Klimavariablen in den vergangenen 400.000 Jahren treffen? Diese und viele andere Fragen diskutierten 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim ersten Japanese-American-German Frontiers of Science Symposium vom 21. bis 24. September 2017 in Bad Neuenahr. Dort waren bei einem Frontiers of Research Symposium erstmals Nachwuchsforschende aus drei verschiedenen Ländern – Japan, den USA und Deutschland – zusammengekommen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Japanese-American-German Frontiers of Science Symposium in Bad Neuenahr
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Japanese-American-German Frontiers of Science Symposiums in Bad Neuenahr (Foto: Humboldt-Stiftung/Anke Teubner)

Unterschiedliche Ansätze führen zu neuen Ideen

Gemeinsam unternahmen sie eine ungewöhnliche Reise quer durch verschiedene Fachbereiche der Natur- und Sozialwissenschaften. Forscherinnen und Forscher der Informatik, Biologie, Chemie und Physik sowie den Geo- und Sozialwissenschaften beleuchteten aus verschiedenen fachlichen Perspektiven methodische Ansätze und aktuelle Forschungsfragen, welche in den jeweiligen Disziplinen selbstverständlich erscheinen – bei Fachfremden aber durchaus Fragen aufwerfen. Damit alle in den interdisziplinären Dialog eintauchen konnten, haben die Vortragenden zunächst ihre Themen so vorgestellt, dass diese auch fachfremden Kolleginnen und Kollegen verständlich waren. Danach begannen bereits intensive Diskussionen. Dabei wurde deutlich, welche Anknüpfungspunkte und Synergieeffekte sich ergeben, wenn die Expertise von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachbereiche ins Spiel kommt. Bei dieser Konferenz konnten die Teilnehmenden bekannte Wege der eigenen Forschungsarbeit verlassen, um neue Idee zu entwickeln.

Die Postersession gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre aktuelle Forschung im Rahmen der Tagung vorzustellen.
Die Postersession ermöglichte den Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre aktuelle Forschung im Rahmen der Tagung vorzustellen. (Foto: Humboldt-Stiftung/Anke Teubner)

Erstmals Partner aus drei Ländern

Seit mehr als 15 Jahren organisiert die Alexander von Humboldt-Stiftung bilateral ausgerichtete Frontiers of Research Symposien, um Wissenschaftler aus Deutschland und den jeweiligen Partnerländern zu einem fachübergreifenden Dialog einzuladen. Für dieses Symposium hatten sich gleich zwei Partner gefunden, die Japan Society for the Promotion of Science und die US-amerikanische National Academy of Sciences, um eine gemeinsame Konferenz durchzuführen. Ob dies der erfolgreiche Auftakt zu einer neuen trilateralen Konferenzreihe der drei Organisationen sein wird, wird sich im Laufe des Jahres entscheiden. 

Damit die Teilnehmenden aus Japan, den USA und Deutschland ihre neu geknüpften Kontakte weiter vertiefen können, stellt die Humboldt-Stiftung mit dem Nachkontaktprogramm Connect ein Förderinstrument zur Verfügung, welches deutsch-amerikanische und deutsch-japanische Arbeitsbesuche von bis zu 30 Tagen finanziell unterstützt. 

Kontakt

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