Wissenschaftler aus Schwellen- und Entwicklungsländern ausgezeichnet

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt ihre mit jeweils 60.000 Euro dotierten Georg Forster-Forschungspreise.

Vier Wissenschaftler erhalten die diesjährigen Georg Forster-Forschungspreise der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Preis richtet sich an Forscher aus Schwellen- und Entwicklungsländern, die international anerkannt sind und an entwicklungsrelevanten Themen arbeiten. Die Preisträger werden nach Deutschland eingeladen, um Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen zu etablieren und auszubauen.

Der mit je 60.000 Euro dotierte Forschungspreis wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Die Preisträger sowie ihre deutschen Gastinstitutionen im Überblick:

Der Pflanzenforscher Carlos Ballare (58) ist Professor an der Universidad de Buenos Aires in Argentinien. Sein Forschungsgebiet ist die Evolutionsökologie der Pflanzen und ihre Anpassung an verschiedene Ökosysteme und Faktoren wie Licht, chemische Stoffe oder Krankheitserreger. Diese Grundlagenforschung ist für zahlreiche Anwendungen, etwa in der Landwirtschaft, relevant. 
Ballare plant die Zusammenarbeit mit Forschungspartnern am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena. 

Der Materialwissenschaftler Mirabbos Hojamberdiev (39) aus Usbekistan forscht an der Turin Polytechnic University in Tashkent. Er arbeitet an Methoden und Materialien zur effizienten Wasserspaltung durch Sonnenlicht, die für Gewinnung erneuerbarer Energien und Anwendungen in der Umwelttechnik wichtig sind. Seine Grundlagenforschung könnte wichtige Beiträge zum Betrieb der in den nächsten Jahren in Usbekistan geplanten großen Solaranlagen leisten. 
In Deutschland arbeitet Hojamberdiev mit Kollegen der Technischen Universität Berlin zusammen.

Fernando Daniel Stefani (41) ist Professor für Physik an der Universidad de Buenos Aires in Argentinien. Er ist ein Experte auf dem Gebiet der optischen Einzelmoleküldetektion und Plasmonik zur Kontrolle des Anregungszustandes einzelner Moleküle. Seine Arbeit ermöglicht Einblicke in die Funktion verschiedenster Molekülsysteme und die Kontrolle ihrer chemischen Wechselwirkungen, etwa für die Quanteninformationsverarbeitung, die optische Mikroskopie oder die Sensorik. 
Stefani wird mit Kollegen am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen zusammenarbeiten.

Hermanus Jacobus Wasserman (48) ist Medienwissenschaftler und Professor an der University of Cape Town in Rondebosch, Südafrika. Er erforscht den Journalismus und die Medienpolitik in Südafrika seit dem Ende der Apartheid und untersucht dabei etwa die Rolle der Boulevardmedien und die Erosion journalistischer Standards oder die Einflussnahme chinesischer Medien in Südafrika. 
Wasserman wird als Gastforscher mit Kollegen an der Ludwig-Maximilians-Universität München kooperieren.

Für die laufende Ausschreibungsrunde nimmt die Humboldt-Stiftung Nominierungen bis zum 31. Oktober 2017 entgegen

Der Forschungspreis ist nach dem Naturforscher, Reiseschriftsteller und Journalisten Georg Forster (1754–1794) benannt, einem Freund Alexander von Humboldts.

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