Ein Glücksfall für die Stiftung

Nach zehn Jahren und zwei Amtszeiten scheidet Helmut Schwarz Ende 2017 als Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung aus. Eine Würdigung der Ära Schwarz von Enno Aufderheide, Generalsekretär der Stiftung. 

Helmut Schwarz ist ein Glücksfall für die Humboldt-Stiftung und das Humboldt-Netzwerk – hierin sind sich wohl alle einig, die Herrn Schwarz in seiner Rolle als Präsident der Stiftung erlebt haben. 

Freiräume für die Wissenschaft

Helmut Schwarz verkörpert die Förderphilosophie der Humboldt-Stiftung in einzigartiger Weise: Forschung im Humboldt-Kontext bedeutet für ihn immer Spitzenforschung, und die Haltung und Motivation dazu fordert er rigoros ein. Vehement plädiert er für das individualistische Freiheitscredo von Wissenschaft, für die Freiräume, die eine neugier- und wissensgetriebene Forschung ermöglichen. Genauso vehement kämpft er für einen individuellen Vertrauensvorschuss für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Personenförderung, wie sie die Humboldt-Stiftung umsetzt, stellt für ihn die ideale Form der Forschungsförderung und auch die beste Art der Investition dar.

Helmut Schwarz im Kreise der Preisträger bei der ersten Verleihung der Humboldt-Professur.
Helmut Schwarz im Kreise der Preisträger bei der ersten Verleihung der Humboldt-Professur. Die Einführung von Deutschlands höchstdotiertem Forschungspreis, der 2008 erstmals ausgeschrieben wurde, zählt zu den Meilensteinen seiner Präsidentschaft. (Foto: Humboldt-Stiftung/David Ausserhofer)
Ehrendoktor der Universidad Nacional de Córdoba
Für das weltweite Humboldt-Netzwerk war Schwarz stark engagiert und unternahm zahlreiche Auslandsreisen. Dabei wurde er vielfach mit Ehrendoktorwürden und Preisen ausgezeichnet, so wie 2017 mit dem Ehrendoktor der Universidad Nacional de Córdoba, Argentinien. (Foto: Universidad Nacional de Córdoba)
Eine „Herzensangelegenheit“: Die deutsch-israelische Wissenschaftsbeziehungen.
Eine „Herzensangelegenheit“: die deutsch-israelischen Wissenschaftsbeziehungen. Für seine Verdienste hierum erhielt Schwarz 2012 das Bundesverdienstkreuz. Beim Kolloquium in Tel Aviv traf er 2016 die erste israelische Stipendiatin der Stiftung, Eve Chava Landau. (Foto: Humboldt-Stiftung/Felix Rettberg)
Helmut Schwarz mit den Anneliese Maier-Forschungspreisträgern 2013
Der Anneliese Maier-Forschungspreis für Geistes- und Sozialwissenschaftler aus dem Ausland: Der Kooperationspreis, 2011 erstmals ausgeschrieben, soll zur Internationalisierung der Disziplinen in Deutschland beitragen. Helmut Schwarz hier mit den Preisträgern 2013. (Foto: Humboldt-Stiftung/Tim Wegner)
Höhepunkt im Stiftungsjahr: Die Empfänge beim Bundespräsidenten in Schloss Bellevue
Ein regelmäßiger Höhepunkt im Stiftungsjahr: die Empfänge beim Bundespräsidenten in Schloss Bellevue in Berlin bei Jahrestagungen. Helmut Schwarz hier 2013 mit dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Humboldtianern. (Foto: Humboldt-Stiftung/David Ausserhofer)
Bundeskanzler-Stipendiaten 2016 mit Kanzlerin Angela Merkel
Das Bundeskanzler-Stipendienprogramm für Nachwuchsführungskräfte wurde in der Ära Schwarz ausgebaut: Seit 2013 können sich neben Kandidaten aus den USA, China und Russland auch Brasilianer und Inder bewerben. Hier der Jahrgang 2016 mit Kanzlerin Angela Merkel. (Foto: Bundesregierung/Sandra Steins)
Hilfe für gefährdete Forschende: Ende 2015 startete die Philipp Schwartz-Initiative
Hilfe für gefährdete Forschende: Ende 2015 startete die Philipp Schwartz-Initiative, die Hochschulen unterstützt, geflüchtete Forscher bei sich aufzunehmen. Teil des Programms sind auch Tagungen, wie hier eine Konferenz zur Wissenschaftsfreiheit 2017 in Berlin. (Foto: Humboldt-Stiftung/David Ausserhofer)

Ein Blick für das Ganze

Ihr Portfolio an Forschungsstipendien und -preisen für die Spitzenklasse der internationalen Forschungslandschaft entwickelte die Stiftung während der Amtszeit von Helmut Schwarz mit klarer Orientierung auf die Bedürfnisse der Wissenschaft weiter. Dabei reduzierte Helmut Schwarz die Stiftung nie auf kurzfristige Einzelziele, sondern nahm immer das Ganze in den Blick: „Die Humboldt-Stiftung ist ein Gesamtkunstwerk“, betont er oft – und meint ein Gesamtwerk, das die Welt ein Stückchen besser mache. Denn Schwarz ist überzeugt, dass Wissenschaft und Forschung und die Art und Weise, wie Wissenschaftler miteinander umgehen, eine Diplomatie des Vertrauens schaffen. Auch und gerade in weltpolitischen Krisen- und Konfliktzeiten werden durch den wissenschaftlichen Austausch Brücken der Verständigung gestärkt, die es uns möglich machen, miteinander zu sprechen anstatt übereinander zu reden.

Mit Wertschätzung und Begeisterung

Helmut Schwarz steht für eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung, er ermutigt und stärkt die Menschen, ihr Potenzial zu entfalten und ist gleichzeitig bereit, wo nötig, klar und konstruktiv zu kritisieren. Sein Engagement für die Humboldt-Familie mit über 28.000 Humboldtianerinnen und Humboldtianern weltweit ist legendär – unzählige Reisen führten ihn im Namen der Humboldt-Stiftung in alle Erdteile, wo er zum international hohen Ansehen der Stiftung beitrug. Dabei wird wohl jeder seine Warmherzigkeit im Umgang mit Menschen, das Strahlen in seinen Augen und seine Begeisterungsfähigkeit als das Charakteristische an ihm empfinden.

Zehn Jahre, die die Stiftung geprägt haben

Sein persönlicher Einsatz für die Lebendigkeit des Humboldt-Netzwerks, seine mitreißende Begeisterung und sein unermüdliches Eintreten für wissenschaftliche Exzellenz haben die Alexander von Humboldt-Stiftung entscheidend geprägt. Wir alle in der Stiftung – und ganz sicherlich auch weit darüber hinaus – blicken mit großer Dankbarkeit auf die zehn Jahre „Präsidentschaft Helmut Schwarz“ zurück und wünschen ihm von Herzen alles Gute für die Zukunft!

Hans-Christian Pape folgt Helmut Schwarz nach

Sein Nachfolger an der Spitze der Humboldt-Stiftung wird ab Januar 2018 der Hirnforscher Hans-Christian Pape, Professor an der Universität Münster. Herr Pape wird beim Neujahrsempfang der Stiftung am 18. Januar offiziell in das Amt eingeführt, wo wir ihn sehr herzlich als neuen Präsidenten begrüßen werden.

Kontakt

Alexander von Humboldt-Stiftung
Referat Presse, Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 228 833-144
Fax: +49 228 833-441
presse(at)avh.de

Weitere Informationen