21. November 2019, aktualisiert am 13. Dezember 2019

Sofja Kovalevskaja-Preise am 20. November in Berlin verliehen

Sieben internationale Forschertalente bauen neue Arbeitsgruppen in Deutschland auf.

Sieben Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher aus dem Ausland erhielten die mit jeweils bis zu 1,65 Millionen Euro dotierten Sofja Kovalevskaja-Preise der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung Michael Meister und Hans-Christian Pape, Präsident der Humboldt-Stiftung, haben die Preise am 20. November bei einem Festakt in Berlin verliehen. Mit dem Preisgeld werden die zwei Wissenschaftlerinnen und fünf Wissenschaftler fünf Jahre lang ohne administrative Zwänge an einer selbst gewählten Hochschule oder Forschungseinrichtung in Deutschland arbeiten und eigene Arbeitsgruppen aufbauen. Die Auszeichnung ist einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise Deutschlands und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Sofja Kovalevskaja-Preisverleihung 2019
vlnr: Michael Meister (BMBF), Tonni Grube Andersen, Doris Hellerschmied, Jan De Graaf, Paola Pinilla (Preisträgerin 2018), Joshua P. Barham, Hans-Christian Pape (Humboldt-Stiftung), Angelo Di Bernardo, Ottaviano Ruesch (Foto: Humboldt-Stiftung/Peter Himsel)

Vertrauen durch gute Wissenschaft

Stiftungspräsident Hans-Christian Pape sagte an die Preisträgerinnen und Preisträger gerichtet: „Wir wollen, dass Sie die Freiheit haben, ihren Ideen und Instinkten zu folgen, kühne Hypothesen zu wagen und sich nicht vom Risiko des Scheiterns schrecken zu lassen. Wir wollen, dass Sie die Freiheit haben, sich ganz auf ihre Forschung zu konzentrieren. Hierfür schenken wir Ihnen gerne und mit gutem Gewissen unser Vertrauen.“
Er betonte aber auch die damit einhergehende gesellschaftliche Verantwortung der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Wissenschaft ist in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft für die Bereitstellung des jeweils besten verfügbaren Wissens verantwortlich“, so Pape. „Dabei dürfen wir allerdings nicht so tun, als hätten wir endgültige Lösungen parat. Wir müssen transparent kommunizieren und Ungewissheiten offen benennen.“ Bei hohem Publikationsdruck, überhitzten Begutachtungsverfahren und Nachrichten über wissenschaftliches Fehlverhalten sei Einsicht und Selbstkritik nötig, um Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft zu erhalten oder wiederherzustellen. „Aber ich glaube fest, dass Sie als die neue Generation helfen werden, Dinge zu verändern, neue Wege zu gehen und Fehlentwicklungen zu hinterfragen. Sie haben es selbst in der Hand und können mit guter Wissenschaft dazu beitragen, dass wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, versicherte Pape.

Gemeinsam Herausforderungen meistern

Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung Michael Meister hob hervor, dass von einer international vernetzten Wissenschaft die ganze Gesellschaft profitiere und die hochkompetenten Kovalevskaja-Preisträger entscheidende Beiträge leisten könnten: „Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung sind gemeinsame Herausforderungen, denen niemand im Alleingang wirksam begegnen kann. Ohne internationale Zusammenarbeit und Vernetzung, ohne die Ideen weltgewandter Köpfe, die in der Lage sind, verschiedene Perspektiven zusammenzudenken und miteinander zu verbinden, sind innovative und tragfähige Lösungen kaum denkbar.“

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