Schwerpunkt

Humboldt-Professor Burkhard Rost

Von Armin Himmelrath

Roboter, Keilschrift, Bioinformatik, Museen und Ästhetikforschung – bei der Humboldt-Professur zählen keine Fächergrenzen, sondern  spannende Ideen und Fragen. Zum zehnjährigen Jubiläum des höchstdotierten deutschen Forschungspreises sprach KOSMOS mit einigen Preisträgern über ihre Erfahrungen – hier der Bioinformatiker Burkhard Rost.

Burkhard Rost
Burkhard Rost (Foto: Astrid Eckert & Andreas Heddergott / TU München)

Die Neugier treibt ihn – „und die Faszination darüber, wie viel wir in der Biologie immer noch nicht wissen“. Burkhard Rost kam vor knapp zehn Jahren von der Columbia University in New York als Humboldt-Professor an die Technische Universität München. Sein Ziel: eine Brücke zwischen Medizin und Biowissenschaften schlagen. Die Strukturen, Funktionsweisen und die Interaktionen von Proteinen in der menschlichen DNA faszinieren ihn. Und sie bieten für seine Neugier noch ausreichend Stoff. Rund 25 000 Proteine soll es im menschlichen Körper geben, nahezu die Hälfte davon ist noch unbekannt und nicht entschlüsselt. „Je mehr wir von ihnen kennen und ihre Funktionsweisen verstehen, desto besser können wir die großen Fragen etwa in der Medizin beantworten“, sagt Burkhard Rost, der den interdisziplinären Ansatz der Bioinformatik entscheidend mitgeprägt hat.

Kein Wunder, möchte man bei seinem Werdegang sagen. Er studierte Physik, Philosophie, Geschichte und Psychologie, bevor er im Fach Physik promoviert wurde. Auch nach dem Ende der Förderung durch die Humboldt-Stiftung forscht Rost weiterhin in München. Seine aktuellen Arbeiten verfolgen das Ziel, Krankheiten früher zu erkennen und effektiver zu behandeln. Und dafür gehen Rost und seine Arbeitsgruppe einen ganz besonderen Weg: Sie suchen nach der Verbindung von künstlicher Intelligenz und Maschinenlernen mit evolutionärer Entwicklung.

aus Humboldt Kosmos 108/2018