Schwerpunkt

Humboldt-Professor Oliver Brock

Von Armin Himmelrath

Roboter, Keilschrift, Bioinformatik, Museen und Ästhetikforschung – bei der Humboldt-Professur zählen keine Fächergrenzen, sondern  spannende Ideen und Fragen. Zum zehnjährigen Jubiläum des höchstdotierten deutschen Forschungspreises sprach KOSMOS mit einigen Preisträgern über ihre Erfahrungen – hier der Informatiker Oliver Brock.

Oliver Brock
Oliver Brock (Foto: TU-Pressestelle / Dahl)

Roboter zu schaffen, die in alltäglichen Situationen zurechtkommen und Aufgaben genauso gut und effizient lösen können wie Menschen – das ist das Ziel von Oliver Brock. Ihn reizt dabei weniger die Routine bestimmter Tätigkeiten für den Roboter als vielmehr das Zurechtkommen der Maschinen in dynamischen Situationen und unstrukturierten Umgebungen. Dabei sind Wahrnehmungsvermögen und Urteilsfähigkeit, Mobilität und Geschicklichkeit die entscheidenden Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. 

Der Informatiker, der als Humboldt-Professor der ersten Stunde aus den USA an die Technische Universität Berlin (TU Berlin) wechselte, versteht sich als Brückenbauer zwischen der Computerwissenschaft und der Biologie. Er forscht an biologischen Algorithmen und setzt seine Expertise auch ein, um in der Molekularbiologie die Struktur und das Verhalten von Proteinen zu erklären und vorherzusagen. Die Entwicklung autonomer Roboter könnte dazu beitragen, bisher ungelöste Probleme in der Molekularbiologie zu lösen. Und Brock, der auch nach dem Auslaufen der Humboldt-Förderung das Robotics and Biology Laboratory an der TU Berlin leitet, will dieses Wissen über Proteine und ihr Verhalten in konkret nutzbare Anwendungen übersetzen. Der Kontakt zur Industrie gehört für Oliver Brock mit zum Arbeitsalltag.

aus Humboldt Kosmos 108/2018