Schwerpunkt

Humboldt-Professorin Elisabeth Décultot

Von Armin Himmelrath

Roboter, Keilschrift, Bioinformatik, Museen und Ästhetikforschung – bei der Humboldt-Professur zählen keine Fächergrenzen, sondern  spannende Ideen und Fragen. Zum zehnjährigen Jubiläum des höchstdotierten deutschen Forschungspreises sprach KOSMOS mit einigen Preisträgern über ihre Erfahrungen – hier die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Décultot.

Elisabeth Décultot
Elisabeth Décultot (Foto: Humboldt-Stiftung / Axel Scheppnat)

Wer sich wie Elisabeth Décultot auf die Spuren des Wissenstransfers in der Ästhetikgeschichte des 18. Jahrhunderts begibt, braucht alte Bücher – und die faszinieren die Literaturwissenschaftlerin ganz besonders. Am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung in Halle und in zahlreichen anderen Archiven und Bibliotheken der Stadt und der Region findet Décultot das Material für ihre Forschungen zur Verbreitung des Klassizismus in Europa. Hier taucht sie ein in die Arbeitsweise von Wissenschaftlern früherer Epochen. Sie erforscht beispielsweise, wie Gelehrte des 18. und 19. Jahrhunderts ihrerseits Werke anderer Wissenschaftler gelesen und exzerpiert haben und welche Ideen sie wie aufgegriffen, umgeformt und weiterverbreitet haben. 

„Die Fülle des Materials hier ist beeindruckend“, sagt die renommierte Ästhetikforscherin. 2015 wechselte sie als Humboldt-Professorin von Paris nach Halle-Wittenberg. Seitdem arbeitet sie daran, Halle als einen der wichtigsten Standorte für Aufklärungsforschung in Deutschland zu stärken, unter anderem durch die Organisation einer großen Ausstellung über den Begründer der modernen Kunstgeschichte und Archäologie Johann Joachim Winckelmann in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar.

 
aus Humboldt Kosmos 108/2018