Schwerpunkt

Humboldt-Professorin Karen Radner

Von Armin Himmelrath

Roboter, Keilschrift, Bioinformatik, Museen und Ästhetikforschung – bei der Humboldt-Professur zählen keine Fächergrenzen, sondern  spannende Ideen und Fragen. Zum zehnjährigen Jubiläum des höchstdotierten deutschen Forschungspreises sprach KOSMOS mit einigen Preisträgern über ihre Erfahrungen – hier die Altorientalistin Karen Radner.

Karen Radner
Karen Radner (Foto: Humboldt-Stiftung / Konrad Waldmann)

„Ich habe gerne das Gefühl, dass ich etwas herausfinde, was noch nie jemand vorher herausgefunden hat“, beschreibt Karen Radner ihren Antrieb als Forscherin. Sie ist eine der weltweit führenden Expertinnen für die Geschichte Mesopotamiens im zweiten und vor allem im ersten Jahrtausend vor Christus. Besonders interessiert sie sich für Keilschrift-Überlieferungen, mit denen sie die sozialen Verhältnisse im ersten Großreich der Weltgeschichte rekonstruieren kann. 

Althistoriker, sagt die Österreicherin, sollten bei ihren Forschungen auch die historischen Siedlungsgebiete „weiter im Osten“ berücksichtigen. Dazu will sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) beitragen, an die sie 2015 als Humboldt-Professorin aus London wechselte. Eines der Probleme bisher: Es gibt zu wenig Keilschrift-Kundige unter ihren Kolleginnen und Kollegen. „Ich fände es schon toll, wenn ich in diesem Bereich mehr Konkurrenz hätte“ – sowohl innerhalb wie auch außerhalb der LMU, sagt Radner.

aus Humboldt Kosmos 108/2018