Schwerpunkt

Humboldt-Professorin Sharon Macdonald

Von Armin Himmelrath

Roboter, Keilschrift, Bioinformatik, Museen und Ästhetikforschung – bei der Humboldt-Professur zählen keine Fächergrenzen, sondern  spannende Ideen und Fragen. Zum zehnjährigen Jubiläum des höchstdotierten deutschen Forschungspreises sprach KOSMOS mit einigen Preisträgern über ihre Erfahrungen – hier die Ethnologin Sharon Macdonald.

Sharon Macdonald
Sharon Macdonald (Foto: Humboldt-Stiftung / Sven Müller)

„Museen sind in unseren Gesellschaften extrem wichtig, weil Menschen dort bestimmen, welche Dinge in Zukunft eine Rolle spielen werden“, sagt Sharon Macdonald, wenn man sie nach ihrem wissenschaftlichen Interesse fragt. Die britische Ethnologin untersucht, nach welchen Kriterien und in welchen Entscheidungsprozessen Objekte und Artefakte für Ausstellungen ausgewählt werden.  

„Berlin ist für mich in diesem Zusammenhang ein fantastisches Labor aufregender Dinge“, sagt Macdonald über ihre neue Heimat. Seit sie ihre Humboldt-Professur angetreten hat, ist sie unter anderem an der Entwicklung der Konzeption des zukünftigen Berliner Humboldt-Forums beteiligt. Und sie zeigt, wie gute wissenschaftliche Netzwerkarbeit aussieht: Mit ihr als Motor bauen die Humboldt-Universität zu Berlin, das Museum für Naturkunde und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin ein Zentrum für Kulturerbe und Museumsforschung auf. „Wissensvermittlung hat viel mit Emotionen und Gefühlen zu tun, gerade in Museen“, sagt Sharon Macdonald.

aus Humboldt Kosmos 108/2018