6. November 2019

Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis: Erstmals zwei Spitzenwissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften geehrt

Der Wirtschaftswissenschaftler Ufuk Akcigit von der Universität Chicago wurde für seine Leistungen auf dem Gebiet der Makroökonomik mit dem Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Mit der Max-Planck-Humboldt-Medaille wurde der Entwicklungspsychologe Elliot Tucker-Drob, Professor an der Universität in Texas (Austin), geehrt.

V.l.n.r: Michael Meister (Parlamentarischer Staatssekretär, BMBF), Ufuk Akcigit, Elliot M. Tucker-Drob, Martin Stratmann (Präsident der Max-Planck-Gesellschaft), Hans-Christian Pape (Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung), Foto: David Ausserhofer; MPG

„Wir freuen uns sehr, erstmals zwei Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften auszuzeichnen. Sie werden wichtige Perspektiven aufzeigen für unsere Gesellschaft, die durch Modernität und Komplexität auf der einen Seite und durch isolierte Meinungsbildung und Populismus auf der anderen Seite, zunehmend unter zentrifugalen Druck gerät“, sagte  Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung zum Auftakt der Preisverleihung im Rahmen der Berliner Science Week. Exzellente Wissenschaft brauche den Austausch und die Diskussion mit anderen, fuhr Pape fort. „Erfolgreiche und inspirierende Wissenschaft entsteht deshalb in der Zusammenarbeit – zwischen den Forschern und Forscherinnen, zwischen Institutionen, im Dialog mit der Gesellschaft und im Dialog mit ihren Förderern. Eine Zusammenarbeit, so wie sie in vorbildlicher Weise der Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis möglich macht“, so der Präsident der Stiftung. Max-Planck-Präsident Martin Stratmann ergänzte: „Mit Ufuk Akcigit und Elliot Tucker-Drob würdigen wir zwei Spitzenwissenschaftler, deren innovative und zukunftsweisende Ideen die Welt von morgen mitgestalten werden.“

Ufuk Akcigit wird sich während seines mit dem Preis verbundenen Forschungsaufenthalts in Deutschland mit den Ursachen der wirtschaftlichen Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland beschäftigen. „Das Preisgeld von 1,5 Millionen Euro ermöglicht es mir, die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zu intensivieren. In drei gemeinsamen Projekten begeben wir uns auf die Suche nach den Ursachen für das unterschiedliche Produktivitätswachstum und die verschiedenen Lebensverhältnisse in Ost und West“, erklärte der Preisträger.

Für seine Verdienste im Bereich der Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie wurde Elliot Tucker-Drob von der Universität in Texas (Austin) mit der Max-Planck-Humboldt-Medaille geehrt. Tucker-Drob untersucht, wie soziale und biologische Prozesse die psychologische Entwicklung von Menschen über ihre gesamte Lebensspanne hinweg prägen.

Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis

Die Max-Planck-Gesellschaft und die Alexander von Humboldt-Stiftung verleihen den 2018 neu ausgerichteten und mit 1,5 Millionen Euro dotierten Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis an eine Forscherin oder einen Forscher aus dem Ausland. Die Auszeichnung wird durch 80.000 Euro als persönliches Preisgeld ergänzt. Im Fokus stehen Persönlichkeiten, deren Arbeiten sich durch herausragendes Zukunftspotenzial auszeichnen. So werden mit dem Preis besonders innovative im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für zeitlich begrenzte Aufenthalte an einer deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung gewonnen. Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Preis löst den Max-Planck-Forschungspreis ab, den die Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft bisher jährlich an zwei Forscherinnen oder Forscher verliehen haben. Der Preis wird jährlich abwechselnd auf den Gebieten der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften und der Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Zudem können bis zu zwei weitere Personen nominiert und jeweils mit einer Max-Planck-Humboldt-Medaille ausgezeichnet werden. Diese ist mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro dotiert.

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