13. Juli 2016, Nr. 12/2016

Förderprogramm für verfolgte Wissenschaftler startet in die zweite Runde

Mit Unterstützung der Philipp Schwartz-Initiative sollen ab Januar 2017 bis zu 24 weitere gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen forschen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung startet heute mit Unterstützung des Auswärtigen Amts die zweite Runde der Philipp Schwartz-Initiative. Mit dem Programm unterstützt sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Schutz in Deutschland suchen, weil ihnen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen.

Die Philipp Schwartz-Initiative versetzt deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen in die Lage, gefährdete ausländische Forscher für zwei Jahre bei sich aufzunehmen.

Die neue Ausschreibung für das Programm beginnt heute. Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gefährdete Wissenschaftler bei sich aufnehmen möchten, können sich bis 14. Oktober 2016 bei der Humboldt-Stiftung bewerben. Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier: „Mit der Fortsetzung der Philipp Schwartz-Initiative setzen wir ein deutliches Zeichen, dass der Schutz verfolgter Wissenschaftler in einer konfliktbeladenen Welt eine Aufgabe von Dauer ist. Die Wissenschaftler, die jetzt an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen Solidarität und Aufnahme finden, sind für eine bessere Zukunft ihrer Länder unverzichtbar. Wir wollen mit der Philipp Schwartz-Initiative unseren Beitrag dazu leisten, dass die Stipendiatinnen und Stipendiaten bei einer künftigen Rückkehr in ihre Heimat mithelfen können, dort bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen.“

„Die ersten Stipendiaten der Initiative haben uns bereits gezeigt, wie dringend diese Wissenschaftler Unterstützung brauchen“, sagt der Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung Enno Aufderheide. „Viele kommen aus einer zerstörten Heimat zu uns, manche haben ständige Verhöre, Haft oder ein Leben in Flüchtlingslagern hinter sich. Durch die Initiative haben diese hochqualifizierten Wissenschaftler einen Ort gefunden, an dem sie mit ihren Familien sicher sind und arbeiten können.“ Bisher haben 23 Wissenschaftler aus Syrien, der Türkei, Libyen, Pakistan und Usbekistan durch die Philipp Schwartz-Initiative die Möglichkeit, an den ausgezeichneten Institutionen in Deutschland zu forschen.

Ab Januar 2017 sollen bis zu 24 weitere gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mittels Stipendien an Hochschulen und Forschungseinrichtungen gefördert werden, damit sie ihre Arbeit dort fortsetzen können.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung kooperiert bei der Philipp Schwartz-Initiative mit erfahrenen Partnerorganisationen wie dem Scholars at Risk Network, dem Scholar Rescue Fund des Institute of International Education sowie dem Council for At-Risk Academics.

Im Zuge des Programms entsteht eine Plattform für den Austausch zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur spezifischen Situation gefährdeter Forschender. Am 20. September 2016 wird in Bonn interessierten Universitäten und Forschungseinrichtungen die geplante deutsche Sektion des internationalen Scholars at Risk Network vorgestellt.

Die Zuwendungen des Auswärtigen Amts zur Finanzierung der Philipp Schwartz-Initiative werden durch private Zuwendungen ergänzt. Aktuell haben die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Stiftung Mercator Mittel in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro zugesagt.

Die Initiative ist nach dem Pathologen jüdischer Abstammung Philipp Schwartz benannt, der 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen musste und die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ gründete.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 27.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 52 Nobelpreisträger.

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