Alexander von Humboldt-Professur – Die Preisträger 2013

Gregory Ralph Crane

Klassische Philologie
Gregory Ralph Crane kombiniert in einem innovativen Ansatz Altphilologie und Informatik. So wendet er Methoden der Informatik zur Systematisierung der kulturellen Entwicklung des Menschen an. Seine Reputation als Pionier der Digital Humanities, der digitalen Geisteswissenschaften, verdankt er der Entwicklung der Perseus Digital Library, einer umfangreichen und frei zugänglichen Online-Bibliothek für antike Quellen. Mit seinem Ruf an die Universität Leipzig soll das Institut für Informatik zu einem international sichtbaren Zentrum der Digital Humanities ausgebaut werden.

Nominierende Universität: Universität Leipzig
  • Prof. Dr. Gregory Ralph Crane,
    geb. 1957, derzeit Lehrstuhlinhaber am Department of Computer Science der TUFTS University, Medford, USA. Promotion im Bereich klassische Altertumswissenschaften an der Harvard University 1985, danach dort Assistant Professor. Seit 1985 als Co-Director an den Planungen zum Perseus-Projekt beteiligt, seit 1992 als Assistant Professor, dann als Associate Professor an der TUFTS University. Seit 1998 Inhaber des Winnick Family Chair of Technology and Entrepreneurship. Für seine Leistungen wurde er unter anderem mit dem Google Digital Humanities Award 2010 ausgezeichnet.

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Frank Fehrenbach

Kunstgeschichte
Frank Fehrenbach ist einer der international herausragenden Wissenschaftler, die die Kunstgeschichte erneuert und als übergreifende Bildwissenschaft etabliert haben. Weltweite Anerkennung haben seine Arbeiten zum Werk Leonardo da Vincis gefunden, wobei er kunstgeschichtliche Aspekte in neue interdisziplinäre Zusammenhänge stellte, etwa zur Mathematik, Optik, Physik, Geowissenschaften oder Psychologie. Fehrenbach überschreitet damit die Grenzen seiner Disziplin und setzt neue methodische Maßstäbe einer Kunstgeschichte als innovativer Geisteswissenschaft. In Hamburg soll Fehrenbach im Zentrum einer Neuausrichtung des traditionsreichen Kunstwissenschaftlichen Seminars stehen und eine fächerübergreifende „Forschungsstelle Naturbilder“ aufbauen und leiten, die international eine kunsthistorische Vorreiterrolle übernehmen soll.

Nominierende Universität: Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Frank Fehrenbach,
    geb. 1963, derzeit Senior Professor am Department of History of Art and Architecture der Harvard University, Cambridge, USA. Promotion 1995 in Tübingen, Habilitation in Basel 2003 mit längerer Assistentenzeit am kunsthistorischen Max-Planck-Institut in Florenz. Seit 2004 in Harvard mit Gastprofessuren unter anderem in Berlin und Jena. Erhielt 1996 den Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und war 2004 Wissenschaftspreisträger der Aby-Warburg-Stiftung Hamburg.

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Michael Neil Forster

Philosophie
Seinen Ruf als Philosoph mit weltweit einzigartigem Profil verdankt Michael Neil Forster unter anderem seinen Arbeiten über den Zusammenhang zwischen moderner Sprachphilosophie und ihren romantischen Wurzeln bei Herder. Er vereint in seinen Arbeiten die Ansätze analytischer Philosophie des anglo-amerikanischen Raumes mit den europäischen Ansätzen und gilt damit als wichtiger Vertreter derer, die die historischen Zusammenhänge zwischen beiden Ausrichtungen herausarbeiten. Zu seinen Spezialgebieten zählen die Philosophie des deutschen Idealismus bei Kant und Hegel bis hin zur Hermeneutik Heideggers und Gadamers.
An der Universität Bonn soll Forster das neu gegründete Internationale Zentrum für Philosophie des Landes Nordrhein-Westfalen ausbauen helfen und somit die internationale Sichtbarkeit der Bonner Philosophie verstärken.

Nominierende Universität: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Prof. Dr. Michael Neil Forster,
    geb. 1957, derzeit Glen A. Lloyd Distinguished Service Professor am Department of Philosophy der University of Chicago,USA. 1984-1985 Forschungsaufenthalt an der Universität Heidelberg, Promotion 1987 in Princeton/USA. Assistant Professor von 1985-1990, danach Associate Professor, später Professor an der University of Chicago. Forster hat zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten.

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Stephan Hartmann

Wissenschaftstheorie
Stephan Hartmann ist einer der führenden Wissenschaftler in der formalen Erkenntnistheorie und der Wissenschaftstheorie. Bekanntheit erlangte er vor allem wegen seines transdisziplinären Ansatzes, beispielsweise in der Anwendung der wahrscheinlichkeitstheoretischen Theorie Bayesscher Netze, auf komplexe Fragestellungen aus verschiedenen Bereichen der Philosophie.
An der Ludwig-Maximilians-Universität München soll er an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft eine Professur im Bereich „Philosophy of Science“ antreten. Zusätzlich soll er gemeinsam mit Humboldt-Professor Hannes Leitgeb das ebenfalls dort angesiedelte Munich Center for Mathematical Philosophy leiten. Ziel der Fakultät ist es, einer der fünf wichtigsten Einrichtungen für Logik und Wissenschaftsphilosophie zu werden.

Nominierende Universität: Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. Stephan Hartmann,
    geb. 1968, derzeit Professor am Department of Philosophy und Gründungsdirektor des Tilburg Center for Logic and Philosophy of Science (TiLPS) an der Tilburg University, Niederlande. 1995 Promotion an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Forschungsaufenthalte an der University of Washington und an der University of Pittsburgh. Von 2002 bis 2005 Leiter der Forschungsgruppe Philosophy, Probability and Modeling an der Universität Konstanz, 2004 bis 2006 Leiter des Centre for Philosophy of Natural and Social Science (CPNSS) an der London School of Economics and Political Science und von 2006 bis 2007 Professor (zuvor Lecturer und anschließend Reader) am Department of Philosophy, Logic and Scientific Method ebendort. Gastprofessuren an der University of California, Irvine, und an der Lund University.

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Michael Köhl

Atom- und Molekülphysik
Michael Köhl gehört zu den Top-Forschern auf dem Gebiet der experimentellen Atomphysik und der Quantenoptik. Sein Arbeitsgebiet sind ultrakalte Teilchen und deren Wechselwirkungen untereinander. So entwickelte er beispielsweise Methoden zur Untersuchung von atomaren Fermi-Quantengasen, die weltweit von anderen Forschergruppen übernommen wurden. Von praktischer Bedeutung ist seine Forschung unter anderem für den widerstandslosen Stromfluss in Supraleitern. Eng zusammengearbeitet hat Köhl mit den Humboldtianern und Nobelpreisträgern für Physik Wolfgang Ketterle und Theodor Hänsch.
Die Fortsetzung seiner Forschungen an der Universität Bonn soll den Grundstein für ein herausragendes Forschungszentrum an der Schnittstelle von Quantenoptik und kondensierter Materie legen.

Nominierende Universität: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Prof. Dr. Michael Köhl,
    geb. 1975, derzeit am Department of Physics der University of Cambridge, Großbritannien. 2001 Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München, danach wissenschaftlicher Assistent an der ETH Zürich, 2006 dort Habilitation. Von 2007 bis 2011 University Reader in Cambridge, seit 2011 dort auch Professor. 2007 erhielt Köhl den Röntgen-Preis der Universität Gießen, 2009 den ERC Starting Grant des European Research Council und das Leadership Fellowship des Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC).

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Oskar Painter

Quantenoptik
Oskar Painter ist ein Pionier auf dem Gebiet der Entwicklung und physikalischen Beschreibung von optischen Systemen auf der Nanoskala. Sein momentaner Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf das quantenmechanische Verhalten von mechanischen Festkörperstrukturen und deren Wechselwirkung mit Licht. Seine Forschungsarbeit nutzt den typischerweise sehr schwachen Strahlungsdruck von Licht, um mechanische Resonatoren in einem Quantenzustand zu präparieren und zu studieren. Anwendungsmöglichkeiten liegen unter anderem in der Entwicklung von quantenoptischen Kommunikationsnetzwerken und quantenlimitierten Präzisionssensoren. Oskar Painter soll zugleich an der Universität Erlangen am Institut für Physik und am MPI für die Physik des Lichts arbeiten und die Kooperation zwischen beiden Einrichtungen intensivieren. An der Universität soll er unter anderem den bereits in der Exzellenzinitiative geförderten Schwerpunkt der Optical Sciences verstärken.

nicht mehr in Förderung

Nominierende Universität: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut (MPI) für die Physik des Lichts, Erlangen
  • Prof. Dr. Oskar Painter,
    geb. 1972, derzeit Professor am Laboratory of Applied Physics des California Institute of Technology (Caltech), Pasadena, USA. Dort promovierte er 2001, wurde 2002 Assistant Professor und 2008 Associate Professor, seit 2011 ist er Co-Director des Kavli Nanoscience Institute am Caltech. Erhielt unter anderem 2005 den Caltech Graduate Student Council Mentoring Award und war 2011 IQEC/CLEO Pacific Rim Plenary Speaker. Mitbegründer des Unternehmens Xponent Photonics, Mitglied am Institute of Electronic and Electrical Engineers (IEEE), der Optical Society of America und der American Physical Society.

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Wolfram Ruf

Medizin
Wolfram Ruf ist einer der international am besten ausgewiesenen Wissenschaftler im Bereich der Gerinnungsphysiologie. Sein Schwerpunkt liegt in der Erforschung des Proteins Thromboplastin, das eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielt. Die vermehrte Produktion von Thromboplastin bei beispielsweise Krebserkrankungen kann negative Auswirkungen haben – neben der Entstehung von Thrombosen kann das Protein auch ein verstärktes Tumorwachstum bewirken. Ruf hat gezeigt, dass diese durch das Thromboplastin ausgelösten Zellvorgänge beeinflusst werden können, ohne die Blutgerinnung negativ zu beeinflussen.
Seine Berufung an das University Medical Center (UMC) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz soll das dort angesiedelte und neu gegründete Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) verstärken.

Nominierende Universität: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Prof. Dr. Wolfram Ruf,
    geb. 1958, zurzeit am Scripps Research Institute/Department of Immunology and Microbial Science, La Jolla, USA tätig. 1984 bis 1988 Doktorand und Research Associate bei der Klinischen Forschungsgruppe Blutgerinnung und Thrombose der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 1988 am Scripps Research Institute, seit 1996 dort auch Professor. 2005 erhielt er den Special Recognition Award in Thrombosis der American Heart Association.

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