Alexander von Humboldt-Professur – Die Preisträger 2014

Giuseppe Caire

Nachrichtentechnik

Giuseppe Caire ist einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Grundlagen der Nachrichtentechnik und der Informationstheorie. Seine bahnbrechenden Arbeiten zur kodierten Modulation und viele weitere Publikationen und Anwendungen haben die Praxis und Standards in der modernen drahtlosen Kommunikation nachhaltig beeinflusst. Sie stecken hinter vielen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenkenden Techniken der digitalen Kommunikation wie W-Lan-Verbindungen oder Mobilfunkübertragungen. Durch die Verbindung von theoretischer Forschung an der Universität auf höchstem Niveau mit praktischen Anwendungen am Heinrich-Hertz-Institut soll er weiterhin produktive Forschung und konkrete Umsetzung miteinander verbinden und die internationale Spitzenstellung der Technischen Universität Berlin auf dem Gebiet festigen.

Nominierende Universität: Technische Universität Berlin gemeinsam mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, Berlin

  • Guiseppe Caire
    Foto: University of
    Southern California

    Prof. Dr. Giuseppe Caire,
    geb. 1965, ist derzeit Professor an der University of Southern California, Los Angeles, USA. Im Anschluss an die Promotion 1994 am Politecnico di Torino war der gebürtige Italiener Forschungsmitarbeiter bei der European Space Agency ESTEC in den Niederlanden, bis er 1995 als Assistant Professor zurück nach Turin ging. 1997-1998 war er Associate Professor an der Universität Parma und war 1997 Forschungsstipendiat an der Princeton University, USA. Von 1998 bis 2005 war er Full Professor am Institut Eurécom in Sophia Antipolis, Frankreich, 2000 verbrachte er mehrere Monate an der University of Sydney. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, insbesondere durch den IEEE, wo er auch als Präsident einer Fachgesellschaft (Information Theory Society ITS) tätig war.

Emmanuelle Marie Charpentier

Molekularbiologie

Emmanuelle Charpentier gilt als eine der innovativsten Forscherinnen auf dem Gebiet der RNA-Regulation und der molekularbiologischen Infektionsforschung. Zu ihren vielbeachteten Arbeiten gehört beispielsweise die Erforschung bakterieller Krankheitserreger sowie die Fähigkeit von Bakterien, sich ihrerseits gegen Krankheitserreger zu verteidigen. An der Medizinischen Hochschule Hannover sowie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung soll sie Grundlagenforschung zu den molekularen Mechanismen mit der Umsetzung in klinische Therapien verbinden und die in Deutschland zuletzt vernachlässigte klinische Infektiologie stärken.

Nominierende Universität: Medizinische Hochschule Hannover zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig

nicht mehr in Förderung

  • Emmanuelle Marie Charpentier
    Foto: privat

    Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier,
    geb. 1968, ist seit 2009 Associate Professor an der Umeå University in Schweden, wo sie eine Forschungsgruppe am Laboratory for Molecular Infection Medicine Sweden leitet. Nach der Promotion in Frankreich ging die Französin 1996 als Postdoktorandin an die RockefeIler University, USA, und war Forschungsassistentin in New York und Memphis. Seit 2002 verfolgte sie ihre Karriere in Wien, nach der Habilitation 2006 ging sie nach Umeå. Das "Laboratory for Molecular Infection Medicine Sweden" ist Teil der Nordischen EMBL-Partnerschaft für Molekulare Medizin, wo Emmaunelle Charpentier eine weitere Arbeitsgruppe aufbaut. Auszeichnungen erhielt sie durch die Schwedische Fernström Stiftung 2011 und die Stadt Wien 2009.
     

Stefanie Engel

Umweltökonomie

Stefanie Engel ist eine der weltweit führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Umweltökonomie. Sie untersucht, wie Individuen und Gruppen mit ihrer Umwelt und natürlichen Ressourcen umgehen und wie ihr Verhalten beeinflusst wird sowie gesteuert werden kann. Hierzu nutzt sie ein breites Spektrum von Methoden, etwa aus der Verhaltensökonomie oder der Spieltheorie. An der Universität Osnabrück könnte Stefanie Engel das interdisziplinäre Institut für Umweltsystemforschung mit ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Expertise verstärken und helfen, den Profilbereich "Governance von nachhaltigen sozio-ökologischen Systemen" zur internationalen Spitze zu führen.

Nominierende Universität: Universität Osnabrück

  • Stefanie Engel
    Foto: ETH Zürich

    Prof. Dr. Stefanie Engel,
    geb.1968, ist seit 2006 Professorin für Umweltpolitik und Umweltökonomie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Ihre Promotion schloss sie 1999 an der University of Maryland (USA) ab, zuvor forschte und lehrte sie von 1997 bis 1999 an der Universidad de Los Andes sowie am Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut Fedesarrollo (Fundación para la Educación Superior y el Desarrollo), beide in Bogotá, Kolumbien. Anschließend forschte sie von 2000 bis 2005 am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. Dort leitete sie eine von der Robert-Bosch-Stiftung finanzierte Nachwuchsforschergruppe zum Thema „Institutionen für das Management natürlicher Ressourcen in Entwicklungsländern“ sowie ab 2002 die Arbeitsgruppe „Natürliche Ressourcen“. 2005 habilitierte sie an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Stefanie Engel ist Mitglied des umweltökonomischen und des -entwicklungsökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik, der größten Vereinigung von Wirtschaftswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum, und war Mitglied der Task Force on Environmental Economics innerhalb der vom Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz geleiteten Initiative for Policy Dialogue.

Stuart S. P. Parkin

Festkörperphysik

Stuart Parkin ist als herausragender und innovativer Festkörperphysiker weltweit angesehen, der theoretische Entwicklungen in der Materialwissenschaft in technologische Anwendungen umzusetzen versteht. So haben seine Arbeiten die magnetische Datenspeicherung weltweit revolutioniert. Zu seinen Pionierleistungen zählen die Entwicklung von Schichtsystemen für den in industriellen Verfahren hergestellten Riesenmagnetowiderstand sowie die Entdeckung und Nutzbarmachung des Tunnelmagnetowiderstands. Zurzeit erforscht er die Möglichkeit einer noch höheren Speicherdichte mit Hilfe eines dreidimensionalen Speichermediums. Stuart Parkin soll Professor am Institut für Physik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Mikrostrukturphysik werden und damit die Etablierung eines international herausragenden Wissenschaftsstandorts im Bereich angewandte Spintronic und Materialwissenschaften in Halle unterstützen.

Nominierende Universität: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut (MPI) für Mikrostrukturphysik, Halle

  • Stuart Parkin
    Foto: IBM Almaden
    Research Center

    Prof. Dr. Stuart Parkin,
    geb. 1955, leitet das IBM Almaden Research Center in San Jose, USA, und ist Direktor des 2004 gegründeten Spintronic Science and Applications Centers (SpinAps) in Stanford, USA. Zudem ist er Consulting Professor der Stanford University. Im Anschluss an seine Promotion an der University of Cambridge kam der gebürtige Engländer als Postdoktorand zu IBM, wo er 1999 zum Fellow ernannt wurde und damit die höchste technische Auszeichnung bei IBM erhielt. Zwischen 2004 und 2006 forschte er mit einem Humboldt-Forschungspreis an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. An der RWTH sowie an der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden ist er Ehrendoktor. Er ist Mitglied zahlreicher internationaler Akademien, wie der Royal Society und der American Academy of Arts and Sciences. Als Gastprofessor ist er zudem weltweit tätig. Zuletzt wurde er 2012 mit dem Von Hippel Award geehrt, der höchsten Auszeichnung der Materials Research Society.

Andreas S. Schulz

Angewandte Mathematik (Operations Research)

Andreas Schulz ist einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet Operations Research (OR) und eine treibende Kraft der neuen Forschungsdisziplin Algorithmische Spieltheorie. Interdisziplinär ausgerichtet gilt er als Experte dafür, mathematische OR-Forschung mit der originären Wirtschaftstheorie zusammenzubringen – ein Ansatz, der in Deutschland bislang wenig verfolgt wird. An der Technischen Universität München (TUM) soll Andreas Schulz eine Professur für Quantitative Methods in Management an der TUM School of Management bekommen und daneben der TUM School of Mathematics angehören. Ziel der interdisziplinären Forschungstätigkeit ist, die Zusammenarbeit zwischen beiden Fakultäten auf eine neue Grundlage zu stellen und damit die TUM in eine führende Position im Bereich der Grundlagenforschung in Deutschland zu bringen.

Nominierende Universität: Technische Universität München (TUM)

  • Andreas Schulz
    Foto: Sonja Čukić

    Prof. Dr. Andreas Schulz,
    geb. 1969, ist Professor of Mathematics of Operations Research und Lehrstuhlinhaber des Patrick J. McGovern Chair of Management am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA. Die Professur trat er 1998 bereits im Alter von 29 Jahren an. Für seine Dissertation an der Technischen Universität Berlin wurde er 1996 mit dem Carl- Ramsauer-Preis und mit dem Preis für herausragende Dissertationen der Gesellschaft für Mathematik, Ökonomie und Operations Research (GMÖOR) geehrt. Als Humboldt-Forschungspreisträger kehrte er zwischen 2011 und 2013 für einen Forschungs- und Lehraufenthalt an seine Alma Mater in Berlin zurück. Er hat bereits zahlreiche Gastprofessuren ausgeübt, wie an der University of British Columbia, der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und der Universität Maastricht. Er ist zudem Gründungsmitglied der Jungen Akademie in Berlin/Deutschland.

Jairo Sinova

Theoretische Physik

Jairo Sinova ist einer der angesehensten theoretischen Physiker der jüngeren Generation im Bereich der Halbleiter-Spintronik. Noch in seiner Postdoc-Zeit wurde er 2003 mit seiner Vorhersage des intrinsischen Spin-Hall-Effekts mit einem Schlag weltweit bekannt. Seither hat er als Theoretiker seine Arbeiten hierzu in zahlreichen Kooperationen mit experimentellen Kollegen weitergeführt. Er soll am Institute of Physics der Johannes Gutenberg-Universität Mainz den Bereich Spintronic/Spin Related Phenomena zur internationalen Spitze entwickeln helfen und bei der Gründung eines neuen Humboldt Center for Emergent Spin Phenomena (H-CESP) im Zentrum stehen. Mit Jairo Sinova an der Schnittstelle soll die bestehende experimentelle Expertise des Institute of Physics gestützt sowie die bisher nicht vorhandene theoretische Gruppe mit Schwerpunkt Spin-bezogene Phänomene aufgebaut werden.

Nominierende Universität: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

  • Jairo Sinova
    Foto: privat

    Prof. Dr. Jairo Sinova,
    geb. 1972, ist Professor of Physics an der Texas A&M University (TAMU) in College Station, USA. Für das Institute of Physics of the Academy of Sciences of the Czech Republic ist er zudem als unabhängiger Forscher tätig. Nach seiner Promotion 1999 an der Indiana University forschte er als Postdoktorand an der University of Tennessee und der University of Texas at Austin, bevor er 2003 an die TAMU wechselte. Er ist Mitglied der American Physical Society und der American Association of Physics Teachers. Jairo Sinova erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Career Award der National Science Foundation und den Cottrell Scholar Award der Research Corporation for Science Advancement (RCSA).

Hidenori Takagi

Festkörperforschung

Hidenori Takagi ist einer der weltweit herausragenden und international bestens vernetzten Forscher für die moderne Festkörperforschung und Materialwissenschaft. Seine Beiträge auf dem Gebiet der Hochtemperatursupraleitung, der korrelierten Materialien und der magnetischen oxidischen Verbindungen gelten als ebenso innovativ und hervorragend wie seine Fähigkeiten bei der Synthese von neuartigen Verbindungen. An der Universität Stuttgart sowie am dortigen Max-Planck-Institut für Festkörperforschung soll er den strategischen Schwerpunkt der Festkörperforschung verstärken und eine Neuausrichtung von der "klassischen" Halbleiter- und Metallforschung hin zu "Advanced Materials" vorantreiben und die interdisziplinäre Forschung ausbauen helfen.

Nominierende Universität: Universität Stuttgart gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart

 

  • Hidenori Takagi
    Foto: Universität Stuttgart

    Prof. Dr. Hidenori Takagi,
    geb. 1961, ist derzeit Professor an der University of Tokyo sowie seit 2002 Direktor des Magnetic Materials Laboratory am RIKEN Advanced Science Institute in Wako, Saitama, Japan. Während und nach der Promotion (1989) war er an der University of Tokyo nach der Promotion war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei AT&T Bell Laboratories in den USA tätig. 1994 kehrte er als Associate Professor nach Tokio zurück, seit 1999 ist er ebendort Professor. Unter den wichtigsten Auszeichnungen sind der IBM Science Prize (1988) und der Prize for Science and Technology des japanischen Bildungsministeriums (2010). 2010 war er zudem Fellow der American Physical Society. Hidenori Takagi hat mehrere Zeitschriften wie das Journal of the Physical Society of Japan herausgegeben. Er ist Mitherausgeber mehrerer internationaler Fachzeitschriften sowie Mitglied mehrerer internationaler Gremien, u.a. dem International Advisory Committee am Canadian Institute for Advanced Research (seit 2008).

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Leiter Referat
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