Anneliese Maier-Forschungspreis 2013 - Die Preisträger

Michal Biran

Geschichte Asiens

Die Historikerin Michal Biran ist eine international renommierte Spezialistin auf dem Gebiet der Geschichte Eurasiens des 10. bis 14. Jahrhunderts. Mit ihrer transkulturellen historischen Forschung des mongolischen Weltreichs gelang ihr ein Brückenschlag zwischen der Sinologie, Mongolistik und Islamwissenschaften. Ihre Publikationen wurden zu Standardwerken über die Mongolen- und Vormongolenzeit. Die Israelin beherrscht neben ihrer Muttersprache Hebräisch auch Englisch, Französisch und Deutsch, sowie Arabisch, Persisch, Chinesisch und das klassische Mongolisch. Dies ermöglicht ihr, Textdokumente, die für die Regionen Zentral- und Innerasien relevant sind, im Original zu lesen, und die Geschichte der nomadischen Völker in ihrem eurasischen Kontext zu erforschen. Die Forschungskooperation mit der Universität Bonn soll den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland, Israel und der Mongolei fördern und helfen, die Geschichte Eurasiens als Forschungsthema zu stärken.

Gastinstitut: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für früh- und vorgeschichtliche Archäologie
Gastgeber: Prof. Dr. Jan Bemmann

  • Michal Biran
    Foto: Hebrew University,
    Jerusalem

    Prof. Dr. Michal Biran,
    geb. 1965, ist Professorin und Direktorin des Louis Friedberg Center für Ost-Asien-Studien am Institut für Asien- und Afrikastudien der Hebrew University of Jerusalem in Israel, wo sie auch studierte und promovierte (2000). Sie forschte auch an der Shandong Universität (China) und in Harvard (USA), und war als Fellow an der School of Historical Studies in Princeton, USA. Zuletzt erhielt sie ein Stipendium des European Research Council. Zusammen mit Hodong Kim editiert sie die Cambridge History of the Mongol Empire für die Cambridge University Press. Sie ist Mitglied in zahlreichen Gremien und Ausschüssen, darunter die World History Association und die Association of Asian Studies, und wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

Eva Illouz

Kultursoziologie

Eva Illouz ist eine der international führenden Soziologinnen auf dem Gebiet der Kultursoziologie. Sie erforscht den Einfluss, den Kapitalismus und die Kultur der Moderne auf emotionales Beziehungsverhalten haben. Ihre Studien zu Emotionen, Konsumgesellschaft und Medienkultur gelten dabei als Meilenstein. Außerdem leistet Eva Illouz einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung klassischer soziologischer Theorien. Am Institut für Sozialforschung der Universität Frankfurt hielt sie bereits 2004 die „Adorno-Vorlesungen“, aus denen das Buch „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“ hervorging. Die Kooperation mit der Universität Frankfurt wird auch für ihr neues Projekt, das sich mit philosophischen und soziologischen Aspekten der Authentizität in der gegenwärtigen Kultur befasst, eine Rolle spielen.

Gastinstitut: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Sozialforschung
Gastgeber: Prof. Dr. Axel Honneth

  • Eva Illouz
    Foto: Susanne Shleyer
    Prof. Dr. Eva Illouz,
    geb. 1961, ist seit 2006 Professorin für Soziologie an der Hebrew University in Jerusalem, Israel. Nach der Promotion 1991 in den USA war sie u.a. an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris und an der Princeton University in New Jersey, USA, tätig. Zuvor lehrte sie in New York, Philadelphia und Tel-Aviv. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Outstanding Researcher Award der Hebrew University und den Best Book Award der American Sociological Association. 2009 wurde sie von der ZEIT in eine Reihe von 12 Intellektuellen gewählt, die wahrscheinlich das Denken der Zukunft verändern werden.

Marie-Louise Bech Nosch

Alte Geschichte

Marie-Louise Bech Nosch ist eine international renommierte Althistorikerin und eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Textilforschung. Die Dänin hat wegweisende Arbeiten zur Textilwirtschaft in mykenischer Zeit vorgelegt. Neben ihrer Professur an der Universität Kopenhagen ist sie Direktorin am dort angegliederten Centre for Textile Research, das sich seit seiner Gründung 2005 zu einem international führenden Zentrum in der Erforschung von Textilien entwickelt hat. Dort führt sie experimentelle Forschungen zur antiken Spinn- und Webtechnik durch. In ihren innovativen Forschungsansätzen kombiniert sie natur- und geisteswissenschaftliche Methoden. Die weltweit angesehene Historikerin und gut vernetzte Managerin soll am Historischen Seminar der Universität Hannover zur Internationalisierung sowie zur Einbeziehung von Nachwuchsgruppen beitragen und kollaboriert mit Kollegen in Mainz, Kiel, Köln und Marburg sowie mit der Stiftung Preussischer Kulturbesitz und dem Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie.

Gastinstitut: Leibniz-Universität Hannover, Historisches Seminar
Gastgeber: Prof. Dr. Beate Wagner-Hasel

  • Marie-Louise Bech Nosch
    Foto: Suste Bonnen

    Prof. Dr. Marie-Louise Bech Nosch,
    geb. 1970, ist seit 2009 Professorin an der Universität Kopenhagen. Sie promovierte 2000 in Salzburg, Österreich, und lehrt seit 2003 an der Universität Kopenhagen. Sie publizierte mehr als 70 Artikel und 10 Anthologien über Textilforschung. Außerdem ist sie Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Ausschüssen, darunter dem dänischen Council for Research Policy. 2009 wurde sie als erste Frau vom Ministerium für Forschung und Innovation mit dem Danish Elite Researcher Prize ausgezeichnet.

Francis Jeffry Pelletier

Sprachwissenschaften

Francis Jeffry Pelletier gehört zu den wichtigsten Vertretern der formalen Semantik. In seinen interdisziplinären Forschungen an der University of Alberta vereint er Elemente der Linguistik, Philosophie, künstlichen Intelligenz und Kognitionswissenschaft. Neben einflussreichen Publikationen zu Kompositionalität, Vagheit und Quantifikation hat der gebürtige US-Amerikaner bedeutende Arbeiten zur Frage der Interpretation generischer Nominalphrasen veröffentlicht. In seiner neuesten Forschung, die er an der Universität Bochum weiterverfolgt, vereint er theoretische Ansätze der Semantik mit empirischen und quantitativen Ansätzen der Computerlinguistik.

Gastinstitut: Ruhr-Universität Bochum, Sprachwissenschaftliches Institut
Gastgeber: Prof. Dr. Tibor Kiss

  • Francis Jeffry Pelletier
    Foto: Privat

    Prof. Dr. Francis Jeffry Pelletier,
    geb. 1944, ist seit 2009 Professor für Philosophie an der University of Alberta in Edmonton, Kanada. Dort war er bereits von 1983 bis 2003 Professor für Informatik und Philosophie; von 2004-2009 hatte er den Canada Research Chair in Cognitive Science, einer Doppelprofessur in Philosophie und Linguistik, an der Simon Fraser University in Vancouver inne. Er ist Mitglied der American Philosophical Association und der Society for Exact Philosophy (Präsident von 1992-1994) und ist seit 2009 Fellow der Royal Society of Canada.

Jean J. du Plessis

Gesellschaftsrecht

Jean J. du Plessis ist ein international herausragender Wissenschaftler in den Bereichen Gesellschaftsrecht und Corporate Governance. Zum Experten für deutsches Gesellschaftsrecht und das deutsche Corporate Governance-Modell wurde der gebürtige Südafrikaner als früherer Humboldt-Stipendiat, der im Anschluss engen Kontakt zu deutschen Forschungseinrichtungen hielt. Auch pflegt er enge wissenschaftliche Beziehungen mit Neuseeland, Südafrika, Großbritannien und den USA, durch die er das deutsche Gesellschaftsrecht bereichert und bei der Entwicklung von Richtlinien unterstützt. In zahlreichen Artikeln widmete er sich der deutschen Corporate Governance im internationalen und europäischen Kontext. In seiner Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Münster will Jean J. du Plessis sich auf praktische Fragen sowie auf die weitere Internationalisierung dieser Forschungsgebiete in Deutschland konzentrieren.

Gastinstitut: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Gastgeber: Prof. Dr. Ingo Saenger

  • Jean J. du Plessis
    Foto: Deakin University

    Prof. Dr. Jean J. du Plessis,
    geb. 1959, ist seit 2000 Professor an der Deakin University in Geelong, Australien. Von 1991-1998 lehrte er an der Rand Afrikaans University (heute die University of Johannesburg) in Johannesburg, Südafrika, zuvor an der University of the Orange Free States (die heutige University of the Free States) in Bloemfontein, Südafrika. Von 2002-2004 leitete er die Deakin Law School, von 2007-2009 war er Präsident der australischen Corporate Law Teachers Association. Er ist Mitglied im verschiedenen Editorial Boards, unter anderem dem Journal of South African Law, Transactions of the Centre for Business Law (University of the Free State) und dem Deakin Law Review.

Himanshu Prabha Ray

Archäologie

Himanshu Prabha Ray ist eine herausragende indische Archäologin und Historikerin. Zu ihren Spezialgebieten gehören die frühen Perioden der Geschichte Indiens bis zum 6. und 7. Jahrhundert, der kulturelle und wirtschaftliche Austausch zwischen Südasien und seinen Nachbarregionen, die maritime Archäologie im südasiatischen Raum, der Einfluss kolonialer Haltungen in der südasiatischen Geschichtsschreibung sowie die Interpretation archäologischer Funde, die im Zusammenhang mit dem Buddhismus stehen. An der Universität München wird sie nicht nur mit Kollegen aus ihrer unmittelbaren Disziplin, sondern auch mit Historikern und Kunstwissenschaftlern zusammenarbeiten.

Gastinstitut: Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Indologie und Tibetologie
Gastgeber: Prof. Dr. Monika Zin

  • Himanshu Prabha Ray
    Foto: Privat

    Prof. Dr. Himanshu Prabha Ray,
    geb. 1947, leitet seit 2012 die neue indische National Monuments Authority im indischen Kulturministerium. Zuvor lehrte sie seit 2006 als Professorin am Centre for Historical Studies der Jawaharlal Nehru University, Dehli, Indien, wo sie bereits seit 1980 unterrichtete. Mit zahlreichen Stipendien forschte sie in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, England, Nordamerika und Singapur. Sie ist Herausgeberin der Indien-Serie von Routledge über Archäologie und Religion in Zusammenarbeit mit dem Oxford Centre für Hinduistische Studien in Oxford.

Jeffrey W. Sherman

Sozialpsychologie

Jeffrey Sherman ist ein international führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Social Cognition-Forschung. An der University of California, Davis, forscht er mit einem inhaltlich sowie methodisch innovativen Ansatz, wie Stereotype und Vorurteile das Verhalten und die Urteile von Menschen beeinflussen. Der Amerikaner entwickelt mathematisierte Modelle, darunter das sogenannte Quad-Modell, welches es möglich macht, Aspekte von Vorurteilen und Stereotypen zu messen, die Menschen nicht zeigen können oder wollen. An der Universität Freiburg wird er auch in Graduiertenschulen in die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern eingebunden.

Gastinstitut: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Psychologie
Gastgeber: Prof. Dr. Karl Christoph Klauer

  • Jeffrey W. Sherman
    Foto: Privat

    Prof. Dr. Jeffrey W. Sherman,
    geb. 1967, ist seit 2005 Professor für Sozialpsychologie an der University of California, Davis. Nach seiner Promotion 1994 an der University of California, Santa Barbara, lehrte er an der Northwestern University in Illinois, USA, bis er zurück nach Kalifornien ging. Er erhielt mehrfach Auszeichnungen und Preise, darunter der Theoretical Innovation Prize der Society for Personality and Social Psychology und ein Best Paper Award des International Social Cognition Network. Jeffrey Sherman ist Fellow in verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen wie zum Beispiel der Association for Psychological Science, der Society for Experimental Social Psychology und der Society for Personality and Social Psychology.

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