Anneliese Maier-Forschungspreis 2015 - Die Preisträger

Hans Beck

Lokale Welten und globaler Wandel in der Antike

Der Althistoriker Hans Beck beschreitet mit seinen Forschungen unentdeckte Pfade. In seinen Arbeiten zu den politischen und sozialen Strukturen der römischen Republik steht die Elitenforschung im Mittelpunkt. Durch die Analyse von kollektiven Biographien des Senatsadels zeigt Beck dabei auch neue Wege zur Erforschung der Regeln zur Ämtervergabe der römischen Führungsschicht auf. In seinen Studien zur griechischen Antike richtet er den Blick auf die föderalen Bündnisse dieser Zeit, statt – wie sonst verbreitet – auf die einzelne Polis. Seine Veröffentlichungen auf diesem Feld avancieren regelmäßig zu Standardwerken seines Faches. In Zusammenarbeit mit Kollegen an der Universität Münster erforscht der gebürtige Deutsche gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen lokalen Lebenswelten und globalem Wandel im antiken Griechenland.

Gastinstitut: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Seminar für Alte Geschichte
Gastgeber: Prof. Dr. Peter Funke

  • Foto: Ryan Blau

    Prof. Dr. Hans Beck
    1969 geboren, ist Professor of Ancient History und Classics an der McGill University in Montreal, Kanada. Hans Beck studierte und promovierte an der Universität Erlangen-Nürnberg in Deutschland mit Gastaufenthalten an der University of Cambridge, Großbritannien. Nach Stationen an der Universität Köln, an der Harvard University in den USA und als Heisenberg-Stipendiat an der Universität Frankfurt wechselte er 2005 nach Kanada. Er leitet heute die altertumswissenschaftlichen Studien an der McGill University.

Robert B. Brandom

Sprache als soziale Praxis

Der Amerikaner Robert B. Brandom zählt zu den meistdiskutierten Philosophen und einflussreichsten Theoretikern unserer Zeit. Brandom forscht nach den Regeln, die unser Handeln und unsere Sprache leiten. Seine Arbeiten gehen vor allem von der Frage aus, wie die Bedeutung von Sprache aus ihrem Gebrauch heraus entsteht. Die Beiträge des Sprachphilosophen wirken weit über die Philosophie hinaus bis in die Anthropologie und die Sozialwissenschaften hinein. An der Universität Leipzig soll Brandom die Vernetzung zwischen der zeitgenössischen deutschen und amerikanischen Philosophie stärken. Daneben ist eine Zusammenarbeit mit dem in Leipzig ansässigen Max-Planck-Forschungspreisträger und Entwicklungspsychologen Michael Tomasello geplant.

Gastinstitut: Universität Leipzig, Institut für Philosophie, Lehrstuhl Theoretische Philosophie
Gastgeber: Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer

  • Foto: Jörg Aberger /
    Universität Leipzig
    Prof. Dr. Robert B. Brandom
    wurde 1950 in den USA geboren und ist Distinguished Professor für Philosophie an der University of Pittsburgh. Brandom studierte Mathematik, Kunstwissenschaften und Philosophie und wurde 1975 an der Princeton University, USA, promoviert. Anschließend wechselte er zunächst als Assistant Professor nach Pittsburgh. 2002 war er als Fellow an der Stanford University, USA, und 2006 am All Souls College, Oxford in Großbritannien. Seit 2000 ist Robert B. Brandom Fellow der American Academy of Arts and Sciences.

Angelos Chaniotis

Antike Inschriften als Quelle

Angelos Chaniotis gilt international als einer der Vordenker der Alten Geschichte. Der Grieche hat sich insbesondere auf die hellenistische Geschichte und die griechische Epigraphik spezialisiert. Dabei nutzt Chaniotis epigraphische Zeugnisse wie Inschriften als Quellen für eine antike Sozial-, Religions- und Mentalitätsgeschichte. So hat er sich mit Fragen wie der Rolle von Inschriften für die Erinnerungskultur im antiken Griechenland beschäftigt. Daneben hat er sich mit der Bedeutung von Emotionen in der Kultpraxis des römischen Ostens befasst und erstmals eine Kulturgeschichte des Krieges in der hellenistischen Epoche vorgelegt. An der Ludwig-Maximilians-Universität München soll Chaniotis neue Impulse für die Alte Geschichte in Deutschland geben und insbesondere an der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses mitwirken.

Gastinstitut: Ludwig-Maximilians-Universität München, Historisches Seminar, Abteilung Alte Geschichte
Gastgeber: Prof. Dr. Jens-Uwe Krause

  • Foto: Cliff Moore

    Prof. Dr. Angelos Chaniotis
    wurde 1959 in Griechenland geboren, wo er zunächst in Athen studierte und dann an die Universität Heidelberg nach Deutschland wechselte. Dort wurde er promoviert und ging 1994 an die New York University, USA. Anschließend war er von 1998 bis 2006 Professor an der Universität Heidelberg. 2006 wechselte Chaniotis an die University of Oxford, Großbritannien, und von dort 2010 an das Institute for Advanced Study in Princeton, USA. Chaniotis erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Literaturpreis des Griechischen Kultusministeriums und den Landesforschungspreis Baden-Württemberg.

Kristian S. Gleditsch

Krisenherde im Fokus

Was sind die Ursachen für gewalttätige Konflikte und wie lassen sie sich vorhersagen? Fragen wie diese zählen zu den großen Herausforderungen der Friedens- und Konfliktforschung. Kristian S. Gleditsch ist auf diesem Gebiet einer der international führenden Sozialwissenschaftler. Sein Fokus liegt auf der Bürgerkriegsforschung und der Forschung zu Demokratisierungsprozessen. Dabei bedient sich der Norweger auch der Mathematik: Gemeinsam mit Kollegen untersuchte er erst jüngst mithilfe der Potenzgesetze, wie sich Ungleichheiten zwischen ethnischen Gruppen beim Einkommen oder bei politischer Diskriminierung auf das Risiko bewaffneter Konflikte auswirken können. In Konstanz soll mit Gleditschs Unterstützung die Prognose politischer Gewalt und die Forschung zum so genannten Arabischen Frühling vorangetrieben werden.

Gastinstitut: Universität Konstanz, Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaft
Gastgeber: Prof. Dr. Gerald Schneider

  • Foto: privat

    Prof. Dr. Kristian S. Gleditsch
    1971 in Norwegen geboren, ist Professor an der University of Essex, Großbritannien, und Mitglied des Instituts für Friedensforschung Oslo, kurz PRIO. Gleditsch wechselte nach dem Bachelorstudium an der Universität Oslo an die University of Colorado in die USA, wo er 1999 promoviert wurde. Nach Stationen an der University of Glasgow, Schottland, der Harvard University und der University of California in den USA, ging er 2005 nach Großbritannien. Gleditsch ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Organisationen wie der American Political Science Association.

Jeffrey F. Hamburger

Neue Einblicke ins Mittelalter

Der amerikanische Kunsthistoriker Jeffrey F. Hamburger zählt zu den international profiliertesten Kennern der sakralen Kunst des Mittelalters und mittelalterlicher Buchmalereien. Hamburger wendet sich bevorzugt bislang wenig beachteten Gruppen von Kunstproduzenten sowie unveröffentlichten Materialien zu und erschließt damit stets neue Forschungsfelder. Seine Arbeiten zur Buchmalerei in Frauenkonventen des Mittelalters etwa geben gänzlich neue Einblicke in die mittelalterliche Gesellschaft, Religion und Kirche aus weiblicher Perspektive. Er widmet sich zudem Bild-Text-Beziehungen, der Einstellung zu Bildern im Laufe der Geschichte, Visionen und visionären Erlebnissen sowie dem Mystizismus des Mittelalters und der monastischen Kunstförderung. Als Gastautor, unter anderem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bringt er sich immer wieder in aktuelle wissenschaftspolitische Debatten ein. Daneben öffnet er seine Forschungen als Kurator von Ausstellungen für ein breiteres Publikum. In Düsseldorf soll Hamburger die deutsche Grundlagenforschung in der kunsthistorischen Mediävistik stärken und zur mittelalterlichen Wissensordnung forschen.

Gastinstitut: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Geschichtswissenschaften
Gastgeber: Prof. Dr. Eva Schlotheuber

  • Foto: privat

    Prof. Dr. Jeffrey F. Hamburger
    wurde 1957 als amerikanischer Staatsbürger in Großbritannien geboren. Hamburger ist seit 2008 Kuno Francke Professor für deutsche Kunst- und Kulturgeschichte an der Harvard University, USA. Nach Studium und Promotion in Yale, Stationen in Ohio und Toronto wechselte er 2000 nach Harvard. Er hat als Gastprofessor in Paris, Oxford, Leuven, Hamburg, Freiburg i. Br. und Zürich gearbeitet und war Senior Visiting Fellow am Warburg Institute in London. 1996/97 arbeitete er in München als Humboldt-Forschungsstipendiat am Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Hamburger erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. den Ehrendoktortitel der Universität Bern (2013). Er ist Mitglied in wissenschaftlichen Organisationen wie der American Academy of Arts and Sciences und der American Philosophical Society.

Susan Irvine

Neue Maßstäbe in der Quellenarbeit

Susan Irvine gehört zu den weltweit führenden Expertinnen für ältere englische Sprache und Literatur. Sie ist hoch anerkannt für ihre Übersetzungen und Editionen altenglischer Texte, mit denen sie neue Standards setzt. Irvines umfangreiche Edition der „De Consolatione Philosophiae“ des spätantiken römischen Philosophen Boethius etwa löste eine Debatte über die Autorschaft der altenglischen Übersetzung aus dem 9. und 10. Jahrhunderts aus: Seit Irvines Edition wird in der Altanglistik die Rolle von König Alfred dem Großen, der bislang als Übersetzer des Boethius galt, neu diskutiert. An der Universität Göttingen soll sie zur Wiederbelebung der Altanglistik in Deutschland beitragen. Daneben soll Irvine in die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der elektronischen Textedition einbezogen werden, der sich Irvine zuletzt verstärkt zugewandt hat.

Gastinstitut: Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Englische Philologie
Gastgeber: Prof. Dr. Winfried Rudolf

  • Foto: privat

    Prof. Dr. Susan Irvine
    wurde 1960 in Neuseeland geboren. Sie hat seit 2013 die renommierte Quain Professur für English Language & Literature am University College London, Großbritannien, inne. Dort begann sie 1992 als Lecturer und erhielt 2004 eine Professur für Anglistik. Ihr Studium absolvierte Irvine an der University of Otago, Neuseeland, und der University of Oxford, Großbritannien, wo sie auch promoviert wurde. Susan Irvine ist Vize-Präsidentin der International Society of Anglo-Saxonists und Mitglied zahlreicher anderer wissenschaftlicher Organisationen.

Pamela Klassen

Religion und öffentliche Erinnerungspraxis in multikulturellen Gesellschaften

Die Religionswissenschaftlerin Pamela Klassen ist eine der derzeit führenden Expertinnen zu den modernen Religionen Nordamerikas. Die Kanadierin greift in ihren Forschungen Phänome gegenwärtiger Alltagsreligion auf und widmet sich Fragen von Religion und Medizin, Frauen und Religion sowie dem heutigen Christentum. Klassen untersucht mit den Methoden der Ethnologie beispielsweise den Einfluss religiöser Vorstellungen auf das Verständnis von Heilung und Gesundheit oder die religiöse Bedeutung von Hausgeburten. Grundlage ihrer Studien sind stets Fallbeispiele aus unterschiedlichsten Religionen wie christliche Missionare, orthodoxe Juden, traditionelle Katholiken oder Methodisten. In Tübingen soll Klassen zur Internationalisierung der deutschen Religionswissenschaften beitragen und dabei helfen, den Fokus verstärkt auf die Multireligiosität zu legen.

Gastinstitut: Eberhard Karls Universität Tübingen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Gastgeber: Prof. Dr. Monique Scheer

  • Foto: Johnny Guatto

    Prof. Dr. Pamela Klassen
    1967 geboren, ist Professorin für Religionswissenschaften an der University of Toronto, Kanada, wo sie seit 1997 tätig ist. Klassen erhielt für ihre Publikation „Spirits of Protestantism“ 2012 den American Academy of Religion Award of Excellence for Analytical-Descriptive Studies. Sie verbrachte als Humboldt-Forschungsstipendiatin mehrere Gastaufenthalte in Deutschland, unter anderem 2010/11 in Tübingen. Mit ihren neuesten Forschungsprojekten wendet sich Klassen zunehmend den Digital Humanities, der Digitalen Geisteswissenschaft, zu.

Niklaus Largier

Spuren bis in die Gegenwart

Niklaus Largier sprengt immer wieder die Grenzen der Disziplinen. Der Literaturwissenschaftler und Altgermanist gilt international als ausgewiesener Kenner der Mystik des späten Mittelalters. Als Herausgeber mittelalterlicher Schriften wie den Werken des Philosophen und Theologen Meister Eckhart setzt er fachliche Standards. Neben der Fachwelt erreicht er mit Studien wie „Die Kunst des Begehrens“ oder „Lob der Peitsche“, die Geißelung und Selbstgeißelung, Askese und Affekte thematisieren, auch ein breiteres Publikum. Dem gebürtigen Schweizer gelingt es dabei stets herauszuarbeiten, wie das Spätmittelalter Neuzeit und Moderne kulturhistorisch geprägt hat – mit Spuren bis in unsere Gegenwart. In Köln soll sich Largier an einem Forschungsvorhaben zu den Dimensionen des Möglichen beteiligen.

Gastinstitut: Universität zu Köln, Institut für Deutsche Sprache und Literatur I
Gastgeber: Prof. Dr. Anja Lemke

  • Foto: privat

    Prof. Dr. Niklaus Largier
    wurde 1957 in der Schweiz geboren, wo er studierte, promoviert wurde und erste Forschertätigkeiten aufnahm. 1995 ging Largier in die USA an die DePaul University, Chicago und anschließend 2000 an die University of California, Berkeley. Dort ist er Professor für Deutsche Literatur und seit 2012 Inhaber der Stiftungsprofessur Sidney and Margaret Ancker Chair in the Humanities. Largier war Gastprofessor an der Harvard University, ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien und erhielt zahlreiche Förderungen, darunter ein Stipendium der Guggenheim Foundation und ein Fellowship am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Mark Turner

Zum Ursprung der Idee

Was macht den Menschen zum vorausschauenden Denker, der unablässig neue Ideen entwickelt? Der amerikanische Kognitionswissenschaftler Mark Turner liefert zu Fragen wie diesen seit Jahrzehnten international anerkannte Ansätze. Die von ihm mitbegründeten Theorien der konzeptuellen Integration und des Blendings etwa erklären, wie der Mensch innerhalb kürzester Zeit unterschiedliche, teils widersprüchliche Gedanken und Ideen zu neuen zusammenfügt. Turners Arbeiten werden in unterschiedlichsten Fachgebieten aufgegriffen, von der Linguistik über Literaturwissenschaft bis hin zur Psychologie, Politik oder der Künstlichen Intelligenz. In Osnabrück soll Mark Turner die Forschungen zur Kognitionsgrammatik und kognitiven Poetik stärken.

Gastinstitut: Universität Osnabrück, Institut für Anglistik und Amerikanistik
Gastgeber: Prof. Dr. Alexander Bergs

  • Foto: privat

    Prof. Dr. Mark Turner
    geboren 1954, ist Professor für Kognitionswissenschaften an der Case Western Reserve University in Cleveland, USA. An der University of California, Berkeley, studierte er Anglistik und Mathematik und wurde in Anglistik promoviert. Nach Stationen an den Universitäten von Chicago und Maryland wechselte er 2004 nach Cleveland. Turner erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Prix du Rayonnement de la langue et de la littérature françaises der Académie française. Er ist Ko-Direktor des Forschernetzwerks Little Red Hen Lab, das unter anderem digitale Daten von internationalen Fernsehnachrichten sammelt und für Analysen der verschiedenen Ebenen wie Sprache, Gestik, Betonung oder Mimik aufbereitet.

Paul Julian Weindling

Aufarbeitung der NS-Eugenik

Paul Julian Weindling gilt international als herausragender Forscher zur Wissenschafts- und Medizingeschichte im Nationalsozialismus. Seit Ende der 1980er Jahren legt der Brite grundlegende Studien zur Entstehung der Eugenik als wissenschaftlich legitimierte Rassenhygiene im NS-Staat vor. Mit seinen Untersuchungen zum Nürnberger Ärzteprozess greift Weindling auch die Perspektive der Opfer auf und arbeitet deren Beitrag zur historischen Rekonstruktion wie auch der Strafverfolgung der NS-Menschenforschung heraus. In Halle und Düsseldorf soll Weindling diese – bislang weitgehend vernachlässigte – Forschungsperspektive vertiefen sowie Opfer-Biografien und -Berichte aufarbeiten und für weitere Forschungen digital hinterlegen. Weindling wird daneben den Forschungsfokus auf vertriebene und exilierte Ärzte und Wissenschaftler lenken und internationale Forschungsnetzwerke etablieren.

Gastinstitut: Leopoldina – Studienzentrum der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Halle (Saale)
Gastgeber: Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch

  • Foto: KU Leuven Public
    Management Institute

    Prof. Dr. Paul Julian Weindling
    wurde 1953 als Sohn österreichischer Migranten in Großbritannien geboren. Weindling ist Professor an der Oxford Brookes University, Großbritannien. Zuvor forschte er am University College London und der University of Oxford. Weindling wird als Experte regelmäßig in die Aufarbeitung der NS-Medizin und -Wissenschaftsgeschichte einbezogen, unter anderem von der Max-Planck-Gesellschaft, dem Robert-Koch-Institut oder der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

Jean Winand

Mit Computerlinguistik zum ägyptischen Wörterbuch

Der belgische Ägyptologe Jean Winand zählt zu den führenden Experten für die ägyptische Sprache. Mithilfe der Computerlinguistik begann er 2006 mit dem Ramses-Projekt die Arbeit an einer Textdatenbank, welche die jüngeren Phasen der ägyptische Sprachgeschichte abdeckt, und führte damit moderne linguistische Methoden in die Ägyptologie ein. Hoch angesehen ist Winand auch als Co-Autor einer mittelägyptischen Grammatik und für seine Arbeiten zu regionalen sprachlichen Unterschieden und zur Kodierung von Hieroglyphen. In Deutschland will Winand gemeinsam mit seinem Heidelberger Partner Joachim Friedrich Quack die Erkenntnisse aus seinem Ramses-Projekt mit Arbeiten aus Deutschland, wie der der Berliner Akademie der Wissenschaften an einem Thesaurus Linguae Aegyptiae, zusammenführen und ein umfassendes modernes Wörterbuch des Ägyptischen schaffen.

Gastinstitut: Universität Heidelberg, Ägyptologisches Institut
Gastgeber: Prof. Dr. Joachim-Friedrich Quack

  • Foto: Université de Liège/
    Michel Houet

    Prof. Dr. Jean Winand
    wurde 1962 in Belgien geboren. Er ist Professor an der Université de Liège, sowie an der l'Université libre de Bruxelles, beides Belgien. Zudem ist er Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Gremien der Ägyptologie. In seinen Arbeiten konzentriert er sich auf die Textanalyse und Lexikographie der ägyptischen Sprache und Schrift.

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