Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2009

Humboldt-Alumni-Preis 2009: Preisverleihung in Berlin
Humboldt-Alumni-Preis 2009
Preisverleihung in Berlin 
Foto: Humboldt-Stiftung/W. Reiher

Anlässlich der Jahrestagung 2009 der Humboldt-Stiftung in Berlin wurden die ersten Humboldt-Alumni-Preise für innovative Netzwerkinitiativen vergeben.
Die ersten Preisträger sind der Literaturwissenschaftler Adjai Paulin Oloukpona-Yinnon aus Togo, der Ökologe Bakhtyjar Karimov aus Usbekistan und der Gartenbauwissenschaftler Odunayo Adebooye aus Nigeria.
Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der prämierten Initiativen.

Netzwerk für Westafrikas Wissenschaftler

Adjai Paulin Oloukpona-Yinnon möchte mit Hilfe des Humboldt-Alumni-Preises in Westafrika ein grenzüberschreitendes Humboldt-Netzwerk zur nachhaltigen Wissenschaftskooperation innerhalb Afrikas aufbauen, das systematische Bezüge zu Deutschland bieten soll. Dabei sollen auch Länder einbezogen werden, in denen es bisher noch keine Humboldtianer gibt. Für das Jahr 2011 plant er in Lomé eine Tagung im Rahmen der "Deutschen Kulturwochen in Togo", zu der unter anderem Wissenschaftler sowie Vertreter von Universitäten, Forschungseinrichtungen und multilateralen Förderinstitutionen eingeladen werden. Bis 2012 sollen die 15 Länder der "Economic Community of West African States" ("ECOWAS-Länder") flächendeckend vernetzt sein.

Adjai Paulin Oloukpona-YinnonProf. Dr. Adjai Paulin Oloukpona-Yinnon
ist Professor für Deutsche Literaturkunde an der Université de Lomé. 1987 forschte er mit einem Humboldt-Forschungsstipen-
dium an der Universität Bayreuth und hält seitdem den Kontakt zu Wissenschaftlern in Deutschland aufrecht. Er ist Präsident des "Alexander von Humboldt Network in Africa" und vertritt den afrikanischen Kontinent in der Internationalen Vereinigung der Germanisten.

Kontakt zwischen den Forschern Zentralasiens beleben

Bakhtyjar Karimov hat sich zum Ziel gesetzt, den Kontakt zwischen den Humboldt-Alumni in Zentralasien zu erneuern und zu intensivieren. Er plant ein interdisziplinäres, überregionales Netzwerk für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Wirtschaft.
An diesem Projekt beteiligt er weitere Humboldt-Alumni aus Zentralasien sowie Humboldt-Gastgeber aus Deutschland. Eine Website und ein Web-Forum, in das weltweite Humboldt-Alumni-Vereinigungen, Universitäten, internationale Forschungsinstitute, Förderorganisationen sowie Entwicklungshilfeeinrichtungen einbezogen werden, sollen der engeren Vernetzung der Wissenschaftler dienen.
 

KarimovProf. Dr. Bakhtyjar Karimov
ist Professor für Ökologie am Laboratory of Hydroecology der Uzbekistan Academy of Sciences in Tashkent. 1995 bis 1997 hat er mit einem Humboldt-Forschungsstipendium am Zoologischen Institut der Universität Hamburg geforscht und ist seitdem häufig zu weiteren Forschungsaufenthalten nach Deutschland gereist. Er ist Mitglied des Council for Scientific and Technical Development und seit 2003 Präsident der Humboldt-Vereinigung Usbekistan.

Bessere Chancen für Nigerias Nachwuchswissenschaftler

Odunayo C. Adebooye möchte ein Informations-Netzwerk "Scientific and Humanities Research Information Network" (SHRINET) in Nigeria aufbauen. Das Netzwerk hat zum Ziel, Informationsdefizite nigerianischer Nachwuchswissenschaftler abzubauen, die aus dem mangelnden Zugang zum Internet und zu internationalen Publikationen resultieren, und soll die damit verbundenen Nachteile für ihr wissenschaftliches Arbeiten verringern. Erfahrene Humboldt-Alumni sollen vielversprechende nigerianische Nachwuchswissenschaftler beraten und sie bei ihren Bewerbungen um Stipendien, z. B. des Deutschen Akademischen Austauschdienstes oder der Alexander von Humboldt-Stiftung, unterstützen.

AdebooyeDr. Odunayo C. Adebooye
arbeitet auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung und -genetik am Department of Plant Science der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife. Er wurde 2006 mit einem Georg Forster-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet und steht seitdem in engem Kontakt mit seinem Gastgeber Prof. Dr. Georg Noga vom Institut für Gartenbauwissenschaft der Universität Bonn, wo er auch zurzeit durch die Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert wird. Beide haben gemeinsam mit anderen Humboldtianern ein Afrikanisch-deutsches Forschungs-Netzwerk aufgebaut.