Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2010

Zum zweiten Mal zeichnet die Stiftung drei Projekte aus, die die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni fördern oder deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Ländern und Regionen stärken sollen. Die Preise sind mit je 25.000 Euro dotiert. Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der prämierten Initiativen.

Deutsch-asiatische Kooperation zur Alternsforschung

Makoto Arai plant die Gründung eines deutsch-asiatischen Netzwerkes im Bereich der Alternsforschung, das einen menschlicheren Umgang mit Demenzkranken und ihre bessere soziale Integration zum Ziel hat. Mit Hilfe des Humboldt-Alumni-Preises möchte Arai Workshops und ein Seminar organisieren, in welchen deutsche und asiatische Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen wie Recht und Medizin sowie Regierungsbeamte, Praktiker und andere relevante Personengruppen gemeinsam Konzepte zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung an Demenz Erkrankter entwickeln.

Makoto AraiProf. Dr. Makoto Arai
lehrt Jura und ist Dekan der Tsukuba University Law School in Tokio, Japan. Als Humboldt-Forschungsstipendiat war er von 1991 bis 1993 an der Universität München. Im Jahr 2006 erhielt er den Humboldt-Forschungspreis, der ihn für eine Kooperation an das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht in München führte. Arai ist Präsident der Japan Adult Guardianship Law Association. 
Kosmos-Artikel „Neue Regeln für die alternde Gesellschaft“

Forschernetzwerk zum Schutz vor Naturkatastrophen

Claudio Borri möchte mit dem Humboldt-Alumni-Preis ein transdisziplinäres Forschernetzwerk schaffen. Ausgehend von Italien sollen zahlreiche Länder des Mittelmeerraumes in ein fächerübergreifendes Netzwerk von Humboldtianern, Nachwuchswissenschaftlern und anderen Akademikern zu Themen rund um das Risikomanagement für den Schutz vor Naturkatastrophen eingebunden werden. Die Ergebnisse sollen beispielsweise in Konzepte zur Stadtplanung sowie den Hoch- und Tiefbau einfließen.
 

Claudio BorriProf. Dr.-Ing. Claudio Borri
lehrt Computer-Mechanik der Tragwerke und Baustatik an der Universita degli Studi di Firenze, Italien. Als Humboldt-Forschungsstipendiat war er von 1987 bis 1988 an der Universität Bochum und kam 1992 für einen erneuten Forschungsaufenthalt nach Deutschland. 1994 erhielt er den Max-Planck-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Max-Planck-Gesellschaft. Er ist Mitbegründer und seit 2004 Direktor des Forschungszentrums für Gebäude-Aerodynamik und Wind-Ingenieurwesen. 2001 erhielt er den Ehren-Doktortitel in Ingenieurwissenschaft von der UACEG Sofia, Bulgarien, und 2006 den Titel eines Ing-Paed. IGIP Honoris Causa der TU Tallinn, Estland. Von 2005 bis 2007 war er Präsident der Europäischen Gesellschaft für Ingenieur-Ausbildung und von 2006 bis 2008 Gründungspräsident der International Federation of Engineering Education Societies in Washington DC. Seit 2007 ist er Präsident der italienischen Humboldt-Vereinigung.

Forum für Bioethik in Lateinamerika

Victor Fernando Lolas Stepke möchte den Humboldt-Alumni-Preis nutzen, um eine internationale Kooperation zur Verbesserung der ethischen Grundlagen der biomedizinischen und psychosozialen Forschung in Lateinamerika aufzubauen. Im Rahmen eines Symposiums sollen Wissenschaftler zusammengebracht werden, die die Traditionen der deutschen Anthropologie mit denen der amerikanischen Bioethik in Verbindung setzen. Auf diese Weise soll ein permanentes Forum für die Erforschung und Begleitung ethischer Fragestellungen im medizinischen und biowissenschaftlichen Bereich aufgebaut werden. Vorgesehen sind Treffen, Publikationen, Internet-Foren und der Austausch von Studierenden zwischen lateinamerikanischen Ländern, den Vereinigten Staaten und Deutschland.

Victor Fernando Lolas StepkeProf. Dr. Victor Fernando Lolas Stepke
ist Experte für Psychosomatik und lehrt Physiologie und Psychiatrie an der Universidad de Chile. Er ist Direktor des Bioethik Programmes der Pan American Health Organization, Direktor des Zentrums für Bioethik an der Universidad de Chile sowie Mitglied des Internationalen Bioethischen Komitees der UNESCO. Im Jahr 1980 erhielt Lolas Stepke ein Humboldt-Forschungsstipendium, das ihn an die Universität Heidelberg führte. Seitdem ist er häufig zu erneuten Forschungsaufenthalten nach Deutschland gereist.